Fotoausstellungen

01.02.2015 - 26.04.2015
Fotoausstellung Kaiserslautern . Unter dem Titel „At War“ zeigt das Museum Pfalzgalerie insgesamt rund 100 Arbeiten der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. Bis 26.4.2015
...Klick zum Weiterlesen
Anja Niedringhaus. At war 26. April 2015
Fotoausstellung Kaiserslautern . Unter dem Titel „At War“ zeigt das Museum Pfalzgalerie insgesamt rund 100 Arbeiten der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. Bis 26.4.2015

Anja Niedringhaus: Albanischer Panzer während einer Waffenpause, Kukes, Albanien, 3. Juni 1999.
© picture-alliance / EPA

 

„Sie blieb ruhig, während um sie herum das Chaos herrschte“, beschrieb Kathleen Caroll, Chefredakteurin der Nachrichtenagentur „The Associated Press“ Anja Niedringhaus.  Die Arbeit der Fotografin zeichnete Spontaneität, technisches Know-How, sowie die Gabe, in einem Moment das Besondere zu erkennen und dabei intuitiv den richtigen Ausschnitt einer Situation festzuhalten aus. Dieses Können führte zur herausragenden Qualität der Bilder von Anja Niedringhaus. Jenseits von spektakulären Situationen zeigte sie in ihren Aufnahmen Geschichten von Menschen. Unvoreingenommen spiegeln sie Gefühle wie Trauer, Angst, Enttäuschung, Zuneigung und Begeisterung, daneben Leid, Gewalt, Zerstörung und Tod, denen die Betroffenen permanent ausgeliefert sind.

 

 

 

Ar Rutbah, Irak, Februar 2005. (Im Lager Korean Village trauert ein amerikanischer Marine Infanterist während eines Gedenkgottesdienstes um 31 getötete Kameraden.). © picture-alliance /AP

 

 

So zeigt sie einen italienischen Soldaten, der 2003 im Irak einsam und erschüttert auf dem Gelände einer Kaserne steht, auf dem sechzehn seiner Kameraden und acht irakische Zivilisten durch ein Selbstmordattentat starben. Die Aufnahme strahlt eine große Ruhe aus. Das eigentliche Drama, die brutale Zerstörung erscheint im Hintergrund, als Subtext. Unsicher und sorgenvoll sind die Gesichter der Soldaten, die sich in Falludscha vor einer Schlacht zum Gebet aufgestellt haben. Sie bilden Reihen und doch wird in der Aufnahme klar, dass ein jeder von ihnen schon in diesem Moment die existenzielle Einsamkeit spürt, der er im Gefecht ausgeliefert sein wird.

 

 

 

Anja Niedringhaus: Salavat, Afghanistan, September 2010, (Afghanische Männer auf einem Motorrade überholen kanadische Soldaten des Royal Canadian Regiment auf einer Patrouille im Bezirk Panjwayi, südwestlich von Kandahar.). © picture-alliance /AP

 

 

Daneben hält Niedringhaus skurrile Augenblicke fest, wie jenen, als südlich von Kandahar auf einer weiten Ebene drei afghanische Männer in traditioneller Kleidung auf einem Motorrad an Soldaten des Royal Canadian Regiment vorüberfahren. Diese sind mit technischem Gerät befasst und stehen in Uniformen, bewaffnet und mit Rucksäcken bepackt, am Weg als kämen sie von einem anderen Stern. Man mag lächeln, würde nicht im selben Atemzug das Aufeinanderprallen der Kulturen und das Ungleichgewicht der Verhältnisse deutlich.

Andere Aufnahmen zeigen Kinder: so beispielsweise die der spielenden Buben rund um einen Panzer. Sie wirken, als gäbe es keine Gefahr um sie herum und wieder andere Bilder belegen auf erschütternde Weise, wie der Krieg in den Alltag eingreift. Unmittelbarkeit und Nähe stehen dabei im Zentrum. Das Kriegsgeschehen bleibt im Hintergrund und ist angesichts verletzter Humanität und der darin begründeten Tragödie umso vehementer präsent.

Anja Niedringhaus hat für ihre Bilder zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2005 den Pulitzerpreis für Fotografie. Sie wurde in zahlreichen Printmedien gedruckt, im Fernsehen ausgestrahlt und im Internet zur tagespolitischen Illustration der Kriegsereignisse veröffentlicht. Gezeichnet von epa, der european press agency, die Niedringhaus im Alter von nur 24 Jahren als erster Frau, und einer der jüngsten im Team, eine Festanstellung geboten hat, und von AP, der US-amerikanischen Nachrichten Agentur, für die sie bis zuletzt gearbeitet hat, sind ihre Bilder nahezu jedem von uns geläufig, auch wenn wir in der Regel nicht wissen, dass Anja Niedringhaus ihre Urheberin ist. Sie wurde am 4. April 2014 in Afghanistan erschossen, als sie mit einem Konvoi der Wahlbehörde in der Provinz Khost unterwegs war, um die Wahl des Staatspräsidenten zu dokumentieren.

Museum Pfalzgalerie, Museumsplatz 1, Kaiserslautern

 

30.01.2015 - 11.04.2015
Fotoausstellung Köln In der ersten Einzelausstellung in Deutschland stellt die Galerie Priska Pasquer beeindruckende Werke aus den wichtigsten Bildserien des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo vor. 30.1. bis 11.4.2015
...Klick zum Weiterlesen
Pieter Hugo - Corporeality
Fotoausstellung Köln In der ersten Einzelausstellung in Deutschland stellt die Galerie Priska Pasquer beeindruckende Werke aus den wichtigsten Bildserien des südafrikanischen Fotografen Pieter Hugo vor. 30.1. bis 11.4.2015

Pieter Hugo, from the series "There's a Place in Hell for Me and My Friends" (2011-2012)

 


„Südafrika ist so ein zerbrochener, schizophrener, verwundeter und problematischer Ort,“ sagt Pieter Hugo. Wie kann man dort leben? Er empfinde sich als ein Stück „koloniales Treibholz“. Pieter Hugo hat ein Gespür für die Widersprüche und Dissonanzen, für die Reibungszonen und Spannungsfelder innerhalb der (süd-) afrikanischen Gesellschaft. In seiner 2005-2007 entstandenen „The Hyena Men Series“ hat Pieter Hugo das Drama der postkolonialen Gesellschaft erstmals exemplarisch erfasst. In Nigeria fand er eine  Gruppe junger Männer, die mit Hyänen, Pavianen und Schlangen leben. Einer Tradition folgend, ziehen sie mit ihren Tieren als Schausteller umher und verkaufen traditionelle Medizin. Ihre Auftritte gelten als Sensation und finden ein begeistertes Publikum.

 

Pieter Hugo: Abdullahi Mohammed with Mainasar, Lagos, Nigeria, from the series "Gadawan Kura" -
The Hyena Men Series II (2005-2007) 2007



Müllkippe Europas – auch das ist Afrika. So landet ein Großteil der im Westen ausrangierten Handys, Computer und Laptops in Ghana, wo sich der containerweise herbeigeschaffte Computerschrott zu riesigen Halden türmt. Die Deponien liegen nicht einfach brach, sondern sind zu einem prekären Arbeitsraum für Tausende von Menschen geworden, die hier als Metallsammler ihr Auskommen suchen. Zusammen mit ihren Kühen leben sie auf den hochgiftigen, schwelenden Abfallbergen und versuchen, durch Verbrennen der Geräte an verwertbare Metalle zu kommen.

 

 

Pieter Hugo: Theresa Makwenya, Carletonville, from the series "Kin" (2006-2013) 2013

 

 

Zwischen 2006 und 2013 arbeitete Pieter Hugo an einem Projekt, das er „Kin“ (Sippe) nannte. Darin geht es um Heimat, Nähe, Identifikation und Zugehörigkeitsgefühl – etwas, das er in Südafrika von jeher als kritisch und konfliktgeladen erlebt hat: Wie kann man leben in diesem Land, das sein koloniales Erbe noch lange nicht hinter sich gelassen hat und geprägt ist von Rassismus und einer immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich? Denn die Einigkeit der so genannten Regenbogennation ist Wunschdenken. Auch zwanzig Jahre nach dem Ende der Apartheid sind Schwarz und Weiß in Südafrika noch lange nicht eins.

In der 94 Platinum-Prints umfassenden Serie “There's a Place in Hell for Me and My Friends” (2011-2012) beschäftigt sich Pieter Hugo mit den vermeintlichen Unterschieden der Hautfarben. Dafür hat er hat sich selber und südafrikanische Freunde porträtiert.  Die Bildmanipulation, bei der die Farbkanäle in Grauwerte übersetzt wurden, betont die Pigmentierung der Haut und macht durch UV-Einstrahlung entstandene Hautschäden sowie kleine, direkt unter der Haut liegende Blutgefäße sichtbar. Das Ergebnis ist verblüffend: Auf diesen Fotografien sind alle Menschen farbig.         
„Auch wenn es sich so anfühlt, als würde ich es schon seit jeher tun, bin ich immer noch schüchtern. Es ist einfacher, einen Fremden zu verprellen, als ihn kennenzulernen", so Pieter Hugo, Man muss zuerst erklären, wer man ist und welche Absichten man hat, und dann das unvermeidliche WARUM? beantworten. Dann der Akt der Überzeugung, um zu einer Übereinkunft zu gelangen. Das Gegenüber muss bereit sein, etwas zu geben. Ich möchte ihm nicht das Gefühl vermitteln, dass das Bild nur durch mein Handeln entstanden ist. Dafür braucht es – und darauf hoffe ich – einen Moment freiwilliger Verletzlichkeit."

Das fotografische Werk von Pieter Hugo (*1976) kreist um die Frage, was es heißt, heute in Städten zu leben. Der südafrikanische Fotokünstler, der schon mit Anfang 20 – damals noch als Bildjournalist für u.a. die New York Times tätig – durch ganz Afrika reiste, erfasst vor allem die körperliche Präsenz von Menschen in ihren jeweiligen, oftmals von Dissonanzen geprägten Kulturen. Seine eindringlichen Porträts formieren sich zu einem sozialen Tableau, das die aktuelle und radikal kritische Lebenswirklichkeit nicht nur in afrikanischen Großstädten abbildet.

 

PRISKA PASQUER, Albertusstr. 9-11, Köln

 

 

 

30.01.2015 - 01.02.2015
Fotoausstellungen Düsseldorf Mit mehr als 40 Ausstellungen wartet Düsseldorf am Photo Weekend vom 30.1. bis 1.2.2015 auf- Sowohl Museen, Institutionen als auch Galerien zeigen Interessantes und Abwechslungsreiches zum Thema Fotografie. Viele der Ausstellungen sind noch bis März/April zu sehen.
...Klick zum Weiterlesen
Duesseldorf Photo Weekend 2015
Fotoausstellungen Düsseldorf Mit mehr als 40 Ausstellungen wartet Düsseldorf am Photo Weekend vom 30.1. bis 1.2.2015 auf- Sowohl Museen, Institutionen als auch Galerien zeigen Interessantes und Abwechslungsreiches zum Thema Fotografie. Viele der Ausstellungen sind noch bis März/April zu sehen.

Human Nature Foto Jürgen Nefzger

 

Auftakt des Duesseldorf Photo Weekends 2015 sind zwei Parallelausstellungen im NRW-Forum: “Human Nature” (aus der Sammlung der Deutschen Börse AG) und “NeoRealismo: Die neue Fotografie in Italien 1932-1960”. “Human Nature” zeigt künstlerische Positionen, die sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinandersetzen und dieses in einer Vielfalt von Landschaften inszenieren. Thematisiert werden u. a. die Darstel-lung ursprünglicher Natur fernab der Zivilisation und die von Men-schen verursachten Veränderungen von Landschaft. Die Ausstel-lung “NeoRealismo – Die neue Fotografie in Italien 1932-1960” analysiert die bestehende Beziehung zwischen Fotografie und anderen Bereichen der Kunst, etwa des Kinos und der Literatur. Die Fotografien lösen den Mythos “Bella Italia” ab und stellen ein-drucksvoll ein realistisches, karges und manchmal hartes Italien vor, das dennoch vor Leben und Schönheit zu strotzen scheint.

 

Mario De Biasi Gli italiani si voltano Milano 1954 Copright Archivio De Biasi

 

Maren Heyne, Hans-Peter Alvermann, 1965 AFORK (Archiv künstlerischer Fotografie der rheinischen Kunstszene) im Museum Kunstplast © Maren Heyne 2015 Hans-Peter Alvermann © VG Bildkunst, Bonn 2015

 

 

Zur vielfältigen Mischung des Duesseldorf Photo Weekends 2015 gehören u. a. auch die Künstlerporträts der deutschen Fotokünstlerin Maren Heyne,deren Arbeiten das AFORK (Archiv künstlerischer Fotografie der rheinischen Kunstszene) im Museum Kunstplast zeigt. In einer zweiten Ausstellung zeigt das Museum Werke der in New York lebenden Künstlerin Vera Lutter, die bevorzugt mit der Camera obscura arbeitet. Die Julia-Stoschek-Collection beteiligt sich mit der aktuellen Ausstellung “Number Nine: Elizabeth Price”. Die britische Künstlerin und Turner-Prize-Gewinnerin von 2012 ist vor allem für ihre Arbeit mit dem digitalen Bewegtbild bekannt.

 

 Foto Maleon, Galerie Philine Cremer

 

 

Die Galerien bilden einen wichtigen Teil der Kunstszene in Düs-seldorf und sind auch beim Duesseldorf Photo Week-end 2015 zahlreich vertreten. Die junge Galeristin Philine Cremer präsentiert zum Beispiel den chinesischen Künstler Maleonn (Ma Liang), der - geprägt durch Film und Theater - lyrische Szenen der Imagination kreiert. Die Galerie Beck & Eggeling zeigt “Not a House” mit Fotografien von Joachim Brohm. Seine Fotografien fungieren als Modelle für eine Wirklichkeit, die medial wie global geprägt ist und in der sich Deutungsebenen überlagern. Die Galerie Burkhard Eikelmann lädt zu einer vielseitigen Ausstellung ein, die sich den Vintage Prints der Rocklegende Mick Jagger, den Arbeiten des jungen Kunstakademiestudenten Arjan Stockhausen, den Fashion-Fotografien Don Dylan sowie den Arbeiten Rudy Burckhardts und Petar Grubors widmet. Fotografien von Johannes Brus sind in der TZR Galerie Kai Brückner zu sehen. “Von Gurken und Tellern” zeigt Fotosequenzen, in denen der Künstler in Anlehnung an die parapsychologische Fotografie des späten 19. Jahrhunderts und die Bilderfindungen der Surrealisten, Gegenstände des Alltags mit einem geheimnisvollen Eigenleben beseelt erscheinen lässt.

 

Neue Talente werden insbesondere durch Galerien gefördert und vorgestellt. So zum Beispiel die Künstlerin der Galerie Conrads, Anna Vogel (Meisterschülerin von Andreas Gursky), die ihre neuesten Arbeiten unter dem Titel „Strategie für Trabanten“ zeigt. Insgesamt beteiligen sich 25 Galerien am Duesseldorf Photo Weekend 2015.

 

Portfolio Review: Förderung von Nachwuchskünstlern

 

Das Ausstellungsprogramm wird durch eine Reihe von Veranstaltungen ergänzt, wie beispielsweise das Portfolio Review, das am Samstag, 31. Januar, von 12 bis 19 Uhr ins NRW-Forum einlädt. Ziel des Projekts ist es, nationalen und internationalen jungen talentierten Fotografen ein Forum zu bieten, auf dem sie ihre künstlerischen Arbeiten einer internationalen Jury präsentieren können. Hier wird ein lebendiger Dialog zwischen ambitionierten Künstlern, Verlegern, Galeristen, Kuratoren und etablierten Fotografen geführt und gefördert.

 

Das vollständige Ausstellungsprogramm finden Sie auf www.duesseldorfphotoweekend.de

 

Das Duesseldorf Photo Weekend 2015 ist ein internationales Ausstellungswochenende, an dem sich zahlreiche Düsseldorfer Museen, Kulturinstitutionen und Galerien mit Fotosammlungen beteiligen. Organisatorin ist Clara Maria Sels, Gastgeber ist die Stadt Düsseldorf. Das Duesseldorf Photo Weekend 2015 wird von folgenden Sponsoren unterstützt: ARTE Creative, Conzen, Deutsche Börse AG, Ernst Poensgen Stiftung, Foto Koch, IdeasTap, Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, Kunststiftung NRW, Metro Imaging, NRW KULTURsekretariat Wuppertal, Wunderkammer.

 

29.01.2015 - 18.07.2015
Fotoausstellung München . Eine der faszinierendsten Fotografinnen stellt die Sammlung Goetz vor. Das zentrale Thema der amerikanischen Künstlerin ist die Inszenierung weiblicher Rollenbilder, die sie provokant und spannend mit sich als Akteurin in Szene setzt. 29.1. bis 18.7.2015
...Klick zum Weiterlesen
Cindy Sherman
Fotoausstellung München . Eine der faszinierendsten Fotografinnen stellt die Sammlung Goetz vor. Das zentrale Thema der amerikanischen Künstlerin ist die Inszenierung weiblicher Rollenbilder, die sie provokant und spannend mit sich als Akteurin in Szene setzt. 29.1. bis 18.7.2015

 

 

Cindy Sherman Untitled #222 1990 Farbphotographie, C-print 151 x 110,3 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München

 

Selfies nennt man heute die Mode mit denen Hinz und Kunz der Welt zeigen wollen, wo und mit welcher meist schrecklich langweiligen Beschäftigung sie zu Gange sind. Mit Selbstporträts ist die Fotokünstlerin Cindy Sherman weltberühmt geworden. Ihre Motive sind aber alles andere als flach und langweilig. Cindy Sherman 1954 in Glen Ridge, New Jersey, US geboren hat mit ihren Fotografien die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Ähnlich wie eine Schauspielerin inszeniert sie sich in unterschiedlichen Rollen vor der Kamera. Obwohl es sich bei den Fotografien von Sherman im klassischen Sinne um Selbstporträts handelt, verraten sie nicht viel von der Persönlichkeit der Künstlerin. Vielmehr geht es ihr um die Dekonstruktion von Rollenbildern und Klischees.

 

Cindy Sherman Untitled Film Still #11 1978 Silbergelatineabzug, 17,5 x 23.5 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München


Bereits in ihrer Kindheit entwickelte Sherman eine Obsession für Verkleidung und Maskerade, die sie auch an der Kunstakademie in Buffalo weiterverfolgte. Bekannt wurde die Künstlerin durch die Schwarz-Weiß-Serie Untitled Film Stills (1977-1980), in denen sie stereotype Frauenfiguren aus fiktiven Filmszenen der 50er-Jahre verkörpert. Später entstanden Serien mit großformatigen Farbfotografien, die Themen wie Modefotografie, Märchengestalten, Horrorszenen und Society Ladies aufgreifen. Die Sammlung Goetz besitzt umfangreiche Werkgruppen aus nahezu allen Schaffensphasen. Mit rund 60 Arbeiten gibt die retrospektive Ausstellung im Sammlerhaus, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin konzipiert wurde, einen guten Überblick auf das Gesamtwerk.

 

Cindy Sherman Untitled #125 1983 Farbphotographie,48,5 x 91 cm
Courtesy of the artist and Sammlung Goetz, München

 

Die Sammlung Goetz der Kunstsammlerin und Kuratorin Ingvild Goetz ist in einem vom Schweizer Architekturbüro Herzog & Meuron entworfenen Museumsgebäude entworfen, das allein schon einen Besuch lohnt. Die Sammlung Goetz ist die größte Privatsammlung zeitgenössischer Kunst und umfasst über 4000 Kunstwerke von rund ein Viertel Fotografie. Ein Schwerpunkt der Sammlung sind auch Video- und Filmarbeiten, die auch immer wieder im Münchner Haus der Kunst gezeigt werden. 2013 hat Ingvild Goetz einen Teil ihrer Sammlung und das Sammlungsgebäude dem Freistaat Bayern geschenkt. Die anderen Teile der 5000 Werke großen Sammlung stellt sie für zehn Jahre der Pinakothek der Moderne, dem Haus der Kunst und dem Neuen Museum Nürnberg als Dauerleihgabe zur Verfügung.

 

Sammlung Goetz, Oberföhringer Straße 103, München

24.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin . "Ein Koffer voller Bilder" der deutschen Fotografin Lore Krüger zeigt C/O Berlin im Amerika Haus. Die Ausstellung ist eine Odyssee in Bildern, die ein abenteuerliches Leben zeigen.
...Klick zum Weiterlesen
Lore Krüger: Ein Koffer voller Bilder - Fotografien von 1934 bis 1944
Fotoausstellung Berlin . "Ein Koffer voller Bilder" der deutschen Fotografin Lore Krüger zeigt C/O Berlin im Amerika Haus. Die Ausstellung ist eine Odyssee in Bildern, die ein abenteuerliches Leben zeigen.

 

Fotogramm, 1942 © Lore Krüger

Magdeburg, London, Mallorca, Barcelona, Paris, Marseille, Trinidad, New York, Wisconsin, Berlin – Stationen einer abenteuerlichen Flucht. Eine bewegende, existenzielle Odyssee Mitte des 20. Jahrhunderts. Die deutsch-jüdische Fotografin Lore Krüger erlebt und überlebt Emigration, Widerstand, Verhaftung, Konzentrationslager, Verfolgung und Exil nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Kamera hat sie immer dabei. So erschafft sie einzigartige, historische Dokumente zwischen intimen Privatfotografien, Auftragsarbeiten, Sozialstudien und abstrakten, fotografischen Experimenten. Ihre beeindruckenden Bilder geben nicht nur einen tiefen Einblick in das Leben europäischer Intellektueller im Exil, sondern auch einen seltenen, persönlichen Blick auf die politischen Ereignisse jener Zeit – jenseits schon bekannter fotojournalistischer Reportagen oder Propagandabilder der jeweiligen Kriegsparteien. Die Entdeckung des fotografischen Nachlasses Lore Krügers ist ein Glücksfall, der anhand ihres Schicksals einen neuen und unmittelbaren Zugang zur Zeitgeschichte ermöglicht.

 

Porträt 1938 © Lore Krüger



Lore Krügers Fotografien sind dabei stark geprägt von der im Kontext des Bauhauses entstandenen Strömung des sogenannten Neuen Sehens, aber auch von den damaligen künstlerischen Strömungen wie Kubismus, Dadaismus und Surrealismus. Sie gehört in Paris zu den Künstlern, die die fotografische Bildsprache vom rein reproduzierenden zu einem produzierenden Medium zu erweitern suchten. Als Schülerin der großen Fotografin und Bauhaus-Absolventin Florence Henri erlernt Lore Krüger in Paris das fotografische Handwerk sowie den freien, experimentellen Umgang mit diesem Medium. So experimentiert sie im Labor mit der Technik der Montage, des Fotogramms und der Mehrfachbelichtung. Schnell macht sie sich jedoch von den reinen, ästhetischen Studioaufnahmen ihrer Lehrerin unanhängig und wendet sich dem realen Leben auf der Strasse zu. So entstehen unter anderem die Serie „Gitans“ im Wallfahrtsort Saintes-Maries-de-la-Mer und soziologische Reportagen über Provinz, Arbeiter und Bourgeoisie in Frankreich.

 

Paris 1935 © Lore Krüger



Nicht mehr nur Muse oder Modell sondern selbst Künstlerin – Lore Krüger steht mit ihrer Arbeit zudem für die neue, emanzipierte Stellung der Frau innerhalb der Avantgarde der 1930er und 1940er Jahre. Neben Künstlerinnen wie Sonia Delaunay, Hannah Höch, Florence Henri oder Claude Cahun gilt Lore Krüger mit ihren Fotografien als Pionierin der Bildenden Künste. Hinzu kommt ihre starke Politisierung durch die Ereignisse in Deutschland und ihre Erfahrungen im Exil. Sie hat regen Austausch mit den Intellektuellen der Zeit – Anna Seghers, László Radványi, Walter Benjamin und Alfred Kantorowicz. Zudem ist sie in New York aktiv an der Gründung der antifaschistischen Exilzeitschrift „The German American“ beteiligt, in der viele bekannte Schriftsteller veröffentlichen.

C/O Berlin präsentiert weltweit als erste Institution eine große Retrospektive von Lore Krüger. Die Ausstellung umfasst ca. 100 schwarz-weiße Originalabzüge sowie weitere Exponate wie Bücher und zeithistorische Dokumente. Mit dieser Werkschau schließt C/O Berlin an eine Reihe von Ausstellungen an, in denen bisher unveröffentlichte Arbeiten gezeigt wurden – wie etwa Jerry Berndt (2008), Fred Herzog (2010) und Anja Niedringhaus (2011).

 

Gitanes, Pfeifen rauchender Junge, 1936 © Lore Krüger



Lore Krüger, 1914 in Magdeburg geboren, geht mit 19 Jahren als Au-Pair nach London und macht hier erste fotografische Versuche. 1934 wird ihre Aufenthaltsgenehmigung in Großbritannien nicht verlängert, so dass sie zu ihren nach Mallorca geflohenen Eltern zieht. Im gleichen Jahr reist sie nach Barcelona und fängt eine Ausbildung als Fotografin an. Diese führt sie 1935 bei Florence Henri in Paris fort, beginnt als professionelle Fotografin zu arbeiten und wirkt im Kreis der großen Fotografinnen der Weimarer Zeit mit. In den folgenden Jahren beteiligt sie sich aktiv an politischen Aktionen gegen die Nationalsozialisten und an ersten Hilfsaktionen für die Spanienkämpfer. 1940 wird sie in das Konzentrationslager Gurs an den Pyrenäen deportiert. Nach Monaten wird sie freigelassen und flieht Richtung Toulouse mit dem Vorhaben, über Marseille nach Mexiko auszuwandern. 1941 erhält sie zuammen mit ihrer Schwester Gisela und ihrem späteren Mann Ernst Krüger ein Visa für Mexiko und die USA und kann auf einem Frachter Europa verlassen. Vor der mexikanischen Küste wird dieser jedoch von der holländischen Armee gekapert, die Insassen in ein britisches Internierungslager auf der Insel Trinidad eingeliefert. Statt nach Mexiko emigriert Lore Krüger mit ihrer Familie in die USA und heiratet 1942 in New York. Im selben Jahr gründet sie die „German American Emergency Conference“ und deren Zeitschrift „The German American“ mit. Im Exil arbeitet sie in erster Linie als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1946 kehrt sie mit ihrer Familie nach Ostberlin zurück und arbeitet die folgenden Jahrzehnte im Aufbau-Verlag als Übersetzerin für englische und amerikanische Literatur von R.L. Stevenson, Joseph Conrad, Daniel Defoe, Mark Twain, Doris Lessing, Henry James und anderen. Lore Krüger stirbt 2009 in Berlin.




Ort C/O Berlin im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

 

24.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin. Als einzige deutsche Station stellt C/O Berlin rund 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen vor. Fotografien, Filme und Videoinstallationen zeigen charakteristische Aspekte aus Antonionis Oeuvre, die gleichzeitig wesentliche Positionen der Foto- und Kunstgeschichte repräsentieren – von Voyeurismus über Sozialreportage und Modefotografie bis hin zu Medienreflexion. 24.1. bis 10.4.2015
...Klick zum Weiterlesen
Blow Up . Antonionis Filmklassiker und die Fotografie
Fotoausstellung Berlin. Als einzige deutsche Station stellt C/O Berlin rund 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen vor. Fotografien, Filme und Videoinstallationen zeigen charakteristische Aspekte aus Antonionis Oeuvre, die gleichzeitig wesentliche Positionen der Foto- und Kunstgeschichte repräsentieren – von Voyeurismus über Sozialreportage und Modefotografie bis hin zu Medienreflexion. 24.1. bis 10.4.2015

 

Foto Arthur Evans. David Hemmings in Blow Up (Regie Michelangelo Antonioni), 1966. BFI Stills © Neue Visionen Filmverleih GmbH/Turner Entertainment Co. - A Warner Bros Entertainment Company

 

Michelangelo Antonionis berühmter Filmklassiker "Blow up" war einer der wichigsten Filme der 60er Jahre. Er spielt im Swinging London der 1960er Jahre. In einer Welt von hektisch-schriller Oberflächlichkeit meint der Modefotograf Thomas, mit seiner Kamera zufällig etwas Unfassbares festgehalten zu haben – einen Mord im Park am helllichten Tag. Doch es gibt keine Leiche, und seine Aufnahmen sind kein Beweis für Realität, nur Indiz. Ist das Verbrechen vielleicht pure Einbildung? In seinem Film Blow-Up (1966) lässt Michelangelo Antonioni die Kamera des Fotografen eine eigene subjektive Welt schaffen. So entlarvt er Realität und Wahrheit als Produkte einer grandiosen kollektiven Illusion und Manipulation. Die Ausstellung zeigt Fotografien, Filme und Videoinstallationen rund um dieses Thema und umfasst Werke von David Bailey, Ron Galella, Terence Donovan, Richard Hamilton, John Hilliard, Hiroshi Sugimoto, Don McCullin, Cecil Beaton, Ian Stephenson, John Stezaker, Arthur Ewans, Alicja Kwade und vielen anderen Künstlern.

 

Foto Terry O'Neill . David Bailley photographing Moyra Swan , 1965. Courtesy Philiooe Garner

 
Oft als milieukritischer Popfilm interpretiert, ist „Blow-Up“ jedoch weit mehr als ein soziokulturelles Dokument, in dem die Bilder die sich entfaltende Handlung stützen. Er wirft die Frage auf was ist Abbild, was Trugbild? Michelangelo Antonioni entlarvt Realität und Wahrheit als Produkt von Irrtum und Einigung – also einer grandiosen gemeinschaftlichen Illusion und Manipulation. Wir sehen nur das, was wir sehen wollen. Michelangelo Antonionis menschliche Wahrnehmung und sein Verhältnis zur Realität ist auch in der heutigen Welt der Massenmedien und digitalen Distribution von größter Aktualität. Inhaltlich und formal bietet der Film zahlreiche neue Ansatzpunkte und Themen, die in der Ausstellung analysiert und durch unterschiedliche Medien verdeutlicht werden.

 

  Erstmals werden in Form von sieben thematischen Schwerpunkten Fotografien, Filme und Videoinstallationen gezeigt, die sich in verschiedener Hinsicht als charakteristisch für Michelangelo Antonionis Film erweisen und darüber hinaus wesentliche künstlerische Positionen der Foto- und Kunstgeschichte verdeutlichen.

Anhand ausgewählter Werke wird das Verhältnis von bewegtem Film und statischer Fotografie und und deren unterschiedliche Wirkungsweisen dargestellt. Denn Michelangelo Antonioni bricht mit den vertrauten narrativen Mustern des Films, die Handlung von „Blow-Up“ scheint sich fragmentarisch zu entwickeln – wie bei einer Dia-Show. So setzt sie sich fast assoziativ zusammen und offenbart die Prinzipien medialer Selbstreflexivität und Gleichzeitigkeit.

Zahlreiche Werke der Ausstellung ermöglichen einen pointierten Querschnitt durch unterschiedliche künstlerische Strömungen der 1950er- und 1960er Jahre und dokumentieren die Wechselwirkung von Film und damaliger Kunst und Gesellschaft. Zusätzlich werden auch zeitgenössische Arbeiten präsentiert, die die Zeitlosigkeit und Modernität von Michelangelo Antonionis Bildsprache demonstrieren.

Foto: David Montgomery. Donyale Luna am Set von Blow Up, 1966

 

Die Ausstellung wurde von C/O Berlin, der Albertina Wien und dem Fotomuseum Winterthur gemeinsam entwickelte und produziert. C/O Berlin zeigt sie als einzige Station in Deutschland. Die Ausstellung umfasst ca. 250 Fotografien und Ausschnitte aus "Blow-Up" sowie ergänzende Film- und Videoinstallationen. Begleitet wird die Ausstellungen durch ein Filmprogramm sowie einen Katalog, der im Verlag Hatje Cantz erschienen ist. Im Februar 2015 veranstaltet C/O Berlin ein umfangreiches Symposium.

 

Richard Hamilton. Swinging London III, 1972. Kunstmuseum Winterthur. Ankauf 1997 © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Jean-Pierre Kuhn

 

C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

24.01.2015 - 10.04.2015
C/O Berlin zeigt in der Ausstellung Beyond the Visible Surface Arbeiten der finnischen Künstlerin Niina Vatanen, mit der die neue thematische Reihe Thinking About Photography gestartet wird. Erstmals in Berlin präsentiert die umfassende Ausstellung das Gesamtwerks von Niina Vatanen, bestehend aus vier Serien mit über 80 Arbeiten.
...Klick zum Weiterlesen
Niina Vatanen . Beyond the Visible Surface
C/O Berlin zeigt in der Ausstellung Beyond the Visible Surface Arbeiten der finnischen Künstlerin Niina Vatanen, mit der die neue thematische Reihe Thinking About Photography gestartet wird. Erstmals in Berlin präsentiert die umfassende Ausstellung das Gesamtwerks von Niina Vatanen, bestehend aus vier Serien mit über 80 Arbeiten.

 

Niina Vatanen: Viewpoint from the series A Cloud Hunter's Eyes

 

„Ich kann der Fotografie nicht auf den Grund kommen, sie nicht durchdringen. Nur meinen Blick vermag ich, über ihre stille Oberfläche schweifen zu lassen.“ Roland Barthes
In ihren Arbeiten stellt die finnische Künstlerin Niina Vatanen mit einfachen, spielerischen Interventionen bewusst die notwendige Distanz her und lenkt den Blick direkt auf die fotografische Oberfläche, um den Akt des Sehens als inhärenten Teil der Fotografie herauszustellen.
Ja, so ist es gewesen! Genau dort hat es sich ereignet. Diese Personen erkenne ich wieder. Beim Betrachten von Fotografien bleibt der Blick des Betrachters meist stark am Inhalt haften – an der vermeintlich exakten Aufzeichnung und Verortung einer vergangenen Realität. Mit der intensiven Fokussierung auf das Dargestellte jedoch dringt der Betrachter paradoxerweise nicht tiefer in die Bedeutung des Bildes ein, sondern prallt lediglich an dessen Oberfläche ab – er sieht das Foto vor lauter Abbild nicht. Erst mit einem gewissen Abstand wird somit das ambivalente Wesen der Fotografie sichtbar.

 

Niina Vatanen: Composition Studies (Lines) from the series Archival Studies  A Portrait of an Unvisible Woman

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die neueste Serie Archival Studies / A Portrait of an Invisible Woman, in der Niina Vatanen das fotografische Archiv der finnischen Amateurfotografin Helvi Ahonen erkundet. Basierend auf diesem Material kreiert Niina Vatanen eine neue Arbeit – eine Art imaginäres Museumslabor, in der fiktive Elemente mit Archivmaterial gemischt werden. Ihre Eingriffe durch das Hinzufügen von Formen, Farbflächen und Linien auf der Oberfläche der Fotos sowie die Nachbearbeitung der Negative, Manipulationen bei der Entwicklung in der Dunkelkammer, Doppelbelichtungen oder digitale Collagen verändern den Blickfokus und eröffnen neue Bedeutungsebenen und Zusammenhänge. Indem sie die Materialität der Fotografie in den Vordergrund stellt, befreit sie das Medium von Außenreferenzen.


Niina Vatanen An Album from the series Grey Diary



Diese Arbeit wird ergänzt durch die Serie Grey Diary, in der Niina Vatanen eine fotografische Spurensuche dokumentiert – die Suche nach dem, was von einem Toten bleibt, der einem nahestand. Es entsteht ein zersplittertes Porträt ihres verstorbenen Stiefvaters und thematisiert zugleich eine vielschichtige Reflexion über die Abwesenheit eines Menschen und dessen Gedenken. Auch ihr Zyklus Cloud Hunter‘s Eyes befasst sich mit Erinnerung und Imagination. Hier konzentriert sich Niina Vatanen jedoch auf das in Fotografien Sichtbare.
 
Niina Vatanen, geboren 1977 in Kuopio, Finnland, studierte Fotografie an der TaiK – Aalto University School of Arts, Design and Architecture in Helsinki und schloss ihr Studium 2008 mit einem Master of Arts ab. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Finnland, Mitteleuropa, Russland, Südkorea und auf der Paris Photo präsentiert sowie in Publikationen veröffentlicht. Niina Vatanen lebt und arbeitet in Helsinki.

Mit Thinking about Photography schafft C/O Berlin ein für Berlin vollkommen neues Format und legt bewusst den Fokus auf neue Tendenzen der zeitgenössischen Fotografie. Seit jeher war die Fotografie ein stark durch technische Entwicklungen beeinflusstes Medium, welches in der noch relativ jungen Fotografiegeschichte zu konstanter Weiterentwicklung und Veränderung des Mediums geführt hat. Seit der Digitalisierung ist die Fotografie aktuell erneut in einem Transitionsprozess begriffen, dessen Auswirkungen und Folgen erst langsam sichtbar werden und somit auf internationaler Experten- und Künstlerebene seit einigen Jahren intensiv diskutiert werden. „Thinking about Photography“ gibt zukünftig mit bis zu drei Ausstellungen pro Jahr Anlass, über neue Tendenzen und künstlerische Entwicklungen innerhalb des Mediums Fotografie zu reflektieren. Neue Produktions-, Wahrnehmungs-, und Präsentationsformen werden dabei in den Fokus gerückt, um stärker auch die Zukunft des Mediums im Blick zu haben.

 

 


Niina Vatanen Composition Studies (Focus) from the series Archival Studies A Portrait of an Unvisible Woman

 

C/O Berlin . Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

23.01.2015 - 22.02.2015
Fotoausstellung Braunschweig Eine Spurensuche nach der Bedeutung der Fotografie in der Region Braunschweig und Niedersachsen unternimmt das Museum für Photographie mit der Ausstellung "Das regionale Gedächtnis.
...Klick zum Weiterlesen
Das regionale Gedächtnis Teil I
Fotoausstellung Braunschweig Eine Spurensuche nach der Bedeutung der Fotografie in der Region Braunschweig und Niedersachsen unternimmt das Museum für Photographie mit der Ausstellung "Das regionale Gedächtnis.

Timo Hoheisel, 13:30 Uhr, aus der Serie Asse II, 2013

 

Als früherer Firmensitz und Produktionsstätte der optischen Manufakturen „Voigtländer“ und „Rollei“ wird Braunschweig gerne als „Fotostadt“ betitelt. Doch was ist heute noch von diesem vergangenen Ruhm erhalten? Das Ausstellungsprojekt Das regionale Gedächtnis sucht nach der Bedeutung der Fotografie in der Region Braunschweig und Niedersachsen. Statt eines Verweises in die Vergangenheit der fotografischen Technik übersetzt das Projekt die These der „Fotostadt“ in die Gegenwart. Auf den Fährten wichtiger in Niedersachsen agierender Fotografen des 20. und 21. Jahrhunderts haben Mitglieder des Museums, Freunde und eingeladene Gäste neue Arbeiten angefertigt, die sich auf bildliche Spurensuche historischer­kultureller Ereignisse und Traditionen in der Region begeben. Sie interpretieren fotografische Vorläufer neu, erörtern in ihren künstlerischen Kommentaren wichtige Ereignisse, Momente und Orte der kulturellen Identität der Region und stellen bildlich ihre Sichtweisen und Statements vor.

Als erste Ausstellung des zweiteiligen Ausstellungsprojekt (Teil 1 der Ausstellung: 23.01. – 22.02.2015, Teil 2 der Ausstellung: 11.12.2015 – 17.01.2016) bietet das Projekt einen ersten Ein­und Überblick über die aktive fotografische Szene der Region Braunschweig und des Landes Niedersachsen.

Parallel zu den beiden Ausstellungen wird eine projektbegleitende Webseite den fotografischen Dialog über das kulturelle Erbe der Region vertiefen. Als digitale Plattform wird die Webseite ein digitales Gedächtnis der Fotografie aufbauen, welches die Fotografie als sinnstiftendes Moment für die Ausbildung von kultureller Identität in der Region erfahrbar macht und indem zahlreiche inhaltliche Bezüge sichtbar werden. Das Webarchiv wurde hierbei um weitere historische Positionen aus dem Bestand des Museums und Sammlungen externer Projektpartner ergänzt.

Das digitale Archiv Das regionale Gedächtnis erinnert somit einerseits an bereits existierende historische Positionen und setzt diese andererseits in Bezug zu den zeitgenössischen Fotografen. Es stellt mit den eigens angefertigten neuen Arbeiten die agile Fotografenszene der Region vor. Das Webarchiv richtet so ein dauerhaftes fotografisches Gedächtnis der Region ein, das kontinuierlich erweitert werden soll. Ab 2016 lädt das Projekt in einer offenen Ausschreibung Fotografen dazu ein, Arbeiten einzureichen. Eine Fachjury wird dabei jedes Jahr über die Neuaufnahme eingehender Bewerbungen entscheiden, Bewerbungsmodalitäten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Mit dem Aufbau eines fotografischen Gedächtnisses der Region Braunschweig und des Landes Niedersachsens zeigt sich das Museum für Photographie Braunschweig e.V. nicht nur als Ort des Dialoges über die künstlerischen Neuentwicklungen des fotografischen Mediums, sondern wird selbst Teil des Gedächtnisses der Region.

 

Museum für Photographie Braunschweig e. V. , Helmstedter Straße 1, Braunschweig

 

23.01.2015 - 28.03.2015
Fotoausstellung München . Die Anmutung ist die von Gemälden, aber es ist Fotografie, die im Polaroidverfahren entstanden ist. Julia Thalhofer's traumhaft-romantischen Motive zeigt die Galerie für Fotografie der Gegenwart.
...Klick zum Weiterlesen
Julia Thalhofer - Possible
Fotoausstellung München . Die Anmutung ist die von Gemälden, aber es ist Fotografie, die im Polaroidverfahren entstanden ist. Julia Thalhofer's traumhaft-romantischen Motive zeigt die Galerie für Fotografie der Gegenwart.

 

 


 

Julia Thalhofer, 1987 geboren,  aus Inning a. Ammersee erkundet mit dem wiederbelebten Polaroidverfahren von impossible® vorzugsweise Orte der langsam untergehenden, traditionellen Kultur Asiens, wobei sie sich nicht auf hinlänglich bekannte touristische Sehenswürdigkeiten konzentriert, sondern auf völlig unspektakuläre Plätze und Szenerien, die noch eine entschleunigte Lebensweise und Alltagskultur widerspiegeln. Entstanden sind Bilder, denen eine völlige Bewusstwerdung des Motivs zugrunde liegt, doch enthebt gerade die Charakteristik des Polaroidverfahrens diese Motive einer empirischen Erfahrbarkeit: So rücken das eigentümliche Farbverhalten, die stellenweise Unschärfe und die indifferenten Kontraste das Bild in die Sphäre des Irreal-Traumhaften, geben eine Interpretation dessen, wie diese andere Welt wahrgenommen werden könnte, als transzendierender Alternativentwurf zur entmythologisierten, durchdigitalisierten Gegenwart.

 

 

 

Unter dem Einfluss von Licht, Wärme und extremer Luftfeuchtigkeit waren die Polaroids in Südostasien einem intensiven chemischen Transformationsprozess ausgesetzt. Sobald in diesem Prozess die jeweiligen „Idealzustände“ erreicht waren, fixierte die Künstlerin diese, indem sie hochauflösende Scandateien als Grundlage für Prints erstellte.

 

 

 

Neben 14 Prints sind in der Ausstellung auch erstmals mehr als 100 Originalpolaroids zu sehen. Zu diesem einmaligen Ereignis möchte ich Sie ganz herzlich einladen.

 

Galerie für Fotografie der Gegenwart, Schleißheimer Straße 44, München

 

23.01.2015 - 17.04.2015
Fotoausstellung Berlin Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren an seinem Projekt Belgicum und präsentiert jetzt in der Galerie Hilaneh von Kories erstmalig eine Auswahl aus dieser einzigartigen Hommage an sein Heimatland. 23.1. bis 17.4.2015
...Klick zum Weiterlesen
Stephan Vanfleteren - Belgicum
Fotoausstellung Berlin Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren an seinem Projekt Belgicum und präsentiert jetzt in der Galerie Hilaneh von Kories erstmalig eine Auswahl aus dieser einzigartigen Hommage an sein Heimatland. 23.1. bis 17.4.2015

Stephan Vanfleteren, Brüssel 2004

 

 

Wie kaum ein anderer hat Stephan Vanfleteren Belgien bei seinen unzähligen Reisen in die Provinz kennengelernt. Er sucht das Besondere im Alltäglichen und hat  Porträts, Situationen und Landschaften zu einem vielteiligen, aber unverwechselbaren Kaleidoskop zusammengefügt. Rund 40 Motive auf Hahnemühle Photo Rag sind in der Galerie Hilaneh von Kories jetzt zu sehen.

Stephan Vanfleteren ist immer dicht an seinen Zeitgenossen. Er zeigt in den Porträts nicht austauschbare Masken seiner Mitmenschen, sondern Charakterköpfe. Und Belgien scheint einen besonders großen Fundus an Originalen, rauen Typen oder eigenwilligen Sonderlingen aufzuweisen.

 

Stephan Vanfleteren, Pojottenland 2004

 

Der Fotograf nimmt den Betrachter mit auf eine Entdeckungsreise. Die Landschaft ist grau, die Zeit scheint auf vielen Bildern stehen geblieben zu sein. Seine Arbeiten wirken zeitlos, oft melancholisch und seltsam entrückt. Nicht die Hauptstadt Brüssel und ihre weltstädtische Pracht sind sein Thema, sondern die kleinen Welten der einfachen Leute auf dem Land. Keine bunten Bilder von Sehenswürdigkeiten oder Folklore in Flandern und Wallonien werden gezeigt, sondern Momentaufnahmen, die weit mehr über die Identität des Landes aussagen, als jeder bunte Prospekt.

Mit „Emotionen und Patriotismus“ schlendert der Fotograf seit vielen Jahren durch sein Belgien, erst als Auftragsfotograf einer Tageszeitung, später mehr und mehr in seinem eigenen Tempo. Für Vanfleteren ist das Projekt „eine Reise durch ein vernarbtes Land, das in der Suche nach einer unauffindbaren Identität gefangen ist, aber mit der melancholischen Seele einer 177 Jahre alten Nation“ ausgestattet ist.

 

Stephan Vanfleteren, Edelare 1994

 

Fragt man den Fotografen nach Gründen für seine spezielle Sicht auf sein Land, so erinnert er gern an sein persönliches kleines Trauma, das er als Junge erlebt hat, als sich die Küste an der er aufgewachsen ist, der vertraute Lebensraum der Fischer, in eine Betonwüste verwandelte: „Das neurotische Getue, rasche Fortschritte und drastische Veränderungen machen mich traurig.“ Daher mag der verlangsamte Blick Vanfleterens auf das Land und seine Bewohner rühren. Mit fotografischen Mitteln stemmt er sich gegen eine fortschrittsgläubige Gesichtslosigkeit und rückt das Einzigartige, Skurrile in den Blickpunkt. Auch und gerade mit dem Wissen, dass es verschwinden wird.

 

Stephan Vanfleteren, Georgette, Brüssel 2004

 

 Stephan Vanfleteren (Jahrgang 1969) gehört zu den renommiertesten Fotografen Belgiens. Nach seinem Fotografie-Diplom an der Kunsthochschule Sint-Lukas in Brüssel begann 1993 seine Karriere als freiberuflicher Fotograf. In seiner oft radikalen schwarzweißen Bildsprache arbeitet er sowohl für belgische, als auch internationale Zeitungen und Magazine wie die New York Times, Le Monde, Paris Match oder  Die Zeit. Sein Blick richtet sich weit über Belgiens Grenzen hinaus um faszinierende Menschen und Landschaften zu fotografieren. Seine typische Schwarzweiß- Fotografie, meist in der Mischung aus Melancholie und Nostalgie, ist zu seinem Markenzeichen geworden, sie zeigt sich auch in Serien aus der ganzen Welt, ob nun in Kolumbien, den USA, Äthiopien, dem Kosovo, Afghanistan. Schon oftmals wurde seine Arbeit ausgezeichnet und in vielen Büchern veröffentlicht: neben „Belgicum“ unter anderem „Flandrien“, „Tales of a Globalizing World“, „Portret 1989-2009“ oder „Elvis & Presley“.

Galerie Hilaneh von Kories, Belziger Straße 35, Berlin

 

23.01.2015 - 08.03.2015
Fotoausstellung Hamburg . Schon seite 2004 begleitet das Haus der Photographie in den Deichtorhallen das Ausstellungsprojekt "gute aussichten - junge deutsche Fotografie" . Die gekürten Preisträger Karolin Back, Katharina Fricke, Andrea Grützner, Marvin Hüttermann, Stefanie Schroeder, Jannis Schulze, Kolja Warnecke und Eduard Zent werden in diesem Jahr mit ihren fotografischen Arbeiten gezeigt. 23.1. bis 8.3.2015
...Klick zum Weiterlesen
gute aussichten - junge deutsche fotografie 2014/2015
Fotoausstellung Hamburg . Schon seite 2004 begleitet das Haus der Photographie in den Deichtorhallen das Ausstellungsprojekt "gute aussichten - junge deutsche Fotografie" . Die gekürten Preisträger Karolin Back, Katharina Fricke, Andrea Grützner, Marvin Hüttermann, Stefanie Schroeder, Jannis Schulze, Kolja Warnecke und Eduard Zent werden in diesem Jahr mit ihren fotografischen Arbeiten gezeigt. 23.1. bis 8.3.2015

Marvin Hüttermann: Es ist nicht so gewesen. @ Marvin Hüttermann

 

Längst gehört gute aussichten zu Deutschlands renommiertestern Wettbewerb für junge Fotografen. Zu dem jährlich stattfindender Wettbewerb für Abschlussarbeiten aus allen deutschen Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien, die einen Studiengang Fotografie anbieten, kann jede Hochschule maximal fünf Bewerber einreichen. Die von einer namhaft besetzten Jury ausgewählten Gewinner/innen werden anschließend in verschiedenen Ausstellungen, Aktionen und Medien der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

 

 

Katharina Fricke: Ein Tag im Oktober. Oder November. Oder Dezember., 2014 © Katharina Fricke

 

Andrea Grützner: Erbgericht, 2013/2014 © Andrea Grützner

 

Die acht für "gute aussichten 2014/2015«" ausgewählten Preisträger sind mit ihren Arbeiten dem Leben dicht auf Spur. Die Themen Tod, Migration, gesellschaftliche Diskriminierung, Einsamkeit, Isolation, Verzweiflung stehen Freude, Erkenntnis, Vielfalt und schöpferischer Kraft gegenüber. Mit ihren Werken fordern uns die Fotografen unverblümt heraus. Sie geben sich nicht zufrieden mit dem einfachen Ablichten. Sie sind auf der Suche nach Anzeichen, Hinweisen, nach Anklängen, Fährten, Zwischentönen. Sie zeigen die Spuren, die das Leben bei uns hinterlässt. Sie geben uns einen Geschmack davon, wie es um uns und unsere Gesellschaft bestellt ist − wie es William Gibson, der amerikanische Autor und Erfinder des »Cyberspace«, so treffend formulierte: "Misstrauen Sie (stets) dem unverwechselbaren Geschmack."

 

Jannis Schulze, Quisqueya, 2013/14 © Jannis Schulze

 

Der gleichnamige Katalog (Deutsch/Englisch), herausgegeben von Stefan Becht und Josefine Raab, ist in jeder Buchhandlung, in allen Web-Stores oder direkt unter info@guteaussichten.org erhältlich: 224 Seiten, über 330 Abbildungen, praktisches Readerformat 16,5 cm x 24 cm, broschiert, erschienen im dpunkt Verlag, Heidelberg. 19,95 Euro

 

Haus der Photographie, Deichtorhallen, Hamburg

 

 

 

 

22.01.2015 - 14.02.2015
Fotoausstellung München . Mit der Ausstellung "Wasserwelten" in der Galerie Drächslhaus stellt Florian Westermann Arbeiten der letzten Jahre vor. Die wunderschönen Fotografien entführen unter anderem durch die bayerischen Alpen, die Trauminseln der Seychellen bis in den Südwesten der USA und nach Hawaii.
...Klick zum Weiterlesen
Florian Westermann - Wasserwelten
Fotoausstellung München . Mit der Ausstellung "Wasserwelten" in der Galerie Drächslhaus stellt Florian Westermann Arbeiten der letzten Jahre vor. Die wunderschönen Fotografien entführen unter anderem durch die bayerischen Alpen, die Trauminseln der Seychellen bis in den Südwesten der USA und nach Hawaii.

“Hintersee – Germany” - Limited Edition of 3


Die Leidenschaft von Florian Westermann ist das atemberaubende Schauspiel von Landschaft und Licht. Die Natur und der urbane Lebensraum sind ihm unerschöpflichen Quellen der Inspiration. Mit seinen Fotografien führt Florian Westermann an magische Orte und vermittelt Schönheit, Erhabenheit und Dramatik.

Für Florian Westermann ist das Fotografieren ein fortwährender Prozess des Selbsterkennens, des Lernens und des Folgens eines tiefen Verlangens, hinauszugehen und die Welt zu entdecken. Die Fotografie gibt ihm die Möglichkeit, der durch seine Sicht geprägten Darstellung von Natur und Lebensraum künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Dabei hat ihn der Umgang mit der Kamera gelehrt, dass es viel mehr zu entdecken gibt, als es zunächst scheint.

 

“The Subway – Utah” – Unikat

 

Florian Westermann ist in Berlin aufgewachsen. Seit mehr als 20 Jahren widmet er sich seiner Leidenschaft der Fotografie. Seit 1999 arbeitet er als Wirtschaftsjournalist und Fotograf. Heute lebt er in München. Hochwertig produzierte Großformate zeigen eindrucksvolle Motive aus aller Welt. Dabei dreht es sich, wie der Titel schon verrät, in allen Motiven um das Thema Wasser. Florian Westermann entführt den Betrachter auf eine eindrucksvolle Reise unter anderem durch die bayerischen Alpen, die Trauminseln der Seychellen bis in den Südwesten der USA und nach Hawaii. 

 

  “Sunset over Kauaii – Hawaii” – Limited Edition of 3

 


Galerie Drächslhaus, Drächslstr. 6, München

 

 

21.01.2015 - 10.04.2015
Fotoausstellung Berlin Unter dem Titel Somewhere On Disappearing Path zeigt C/O Berlin Bilder von Iveta Vaivode und Texte von Jule Hillgärtner und setzt damit die Serie Talents fort. Talents präsentiert junge Fotografen und Kunstkritiker an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. 21.1. bis 10.4.2015
...Klick zum Weiterlesen
Talents 31 . Somewhere On Disappearing - Path Iveta Vaivode / Jule Hillgärtner
Fotoausstellung Berlin Unter dem Titel Somewhere On Disappearing Path zeigt C/O Berlin Bilder von Iveta Vaivode und Texte von Jule Hillgärtner und setzt damit die Serie Talents fort. Talents präsentiert junge Fotografen und Kunstkritiker an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. 21.1. bis 10.4.2015

 

Foto Iveta Vaivode




Pilcene, ein kleines Dorf in Lettland, das aus der Zeit gefallen scheint. Ein Ort, der eigene Erinnerungen wachruft, obwohl man nie zuvor dort war. Kristallklare Seen, riesige Heuballen, Fliegenpilze auf Waldlichtungen, Holzhäuser unter dichter Schneedecke, bunt dekorierte Wohnzimmer und deren Bewohner. In den Bildern der lettischen Fotografin Iveta Vaivode stehen nicht die Unmittelbarkeit und begleitende Dokumentation im Vordergrund, sondern die bewusste Darstellung einer bestimmten Atmosphäre – die eines ursprünglichen, heute kaum noch existierenden Landlebens.

Iveta Vaivode begibt sich auf eine Reise in die Heimat der eigenen Familie, in der sie selbst jedoch vorher nie war. Es ist eine visuelle Exkursion ins gleichzeitig Fremde wie Vertraute, die die Fotografin in regelmäßigen Abständen unternimmt – ohne vorher festgelegte Reihung oder formale Kriterien, nur mit einem offenen, neugierigen Blick. Die Bilder vermitteln nicht nur eine fast archaische Langsamkeit des Lebens, sondern auch die langsame Entstehung der Serie selbst. Denn die Nähe zu den Protagonisten und deren Zutrauen und Offenheit hat sich Iveta Vaivode als vom Dorfleben Außenstehende peu à peu erarbeiten müssen. Dadurch erst gelingt ihr die seltene Innensicht einer verschlossenen Gemeinschaft in der Tradition klassischer Dokumentarfotografen wie Josef Koudelka, Joakim Eskildsen, Walker Evans und Robert Frank.

 

Foto Iveta Vaivode

 



Die Kamera ist Türöffner und Auslöser für menschliche Begegnungen, und somit ist die Fotografie für Iveta Vaivode rein subjektiv. Anders als in der reinen Dokumentarfotografie geht es ihr immer um den Urheber selbst und nicht um einzelne Vorgänge oder Ereignisse. Das die Realität abbildende Medium Fotografie erweitert Iveta Vaivode, um eigenen Visionen und Fantasien Ausdruck zu geben. Dabei ist das Fotografieren bei ihr nicht nur eine Methode, um etwas festzuhalten und sich später daran zu erinnern, sondern darüber hinaus ein bewusster Akt des Hinterfragens von Erinnerungsmechanismen zwischen Rezeption und Konstruktion.

Iveta Vaivode, geboren 1979, machte 2008 ihren Abschluss am Art Institute von Bournemouth (GB) und schließt derzeit ihren Master in Fotografie an der TaiK (Aalto Universität für Kunst, Design und Architektur) in Helsinki ab. In den letzten Jahren widmete sich Iveta Vaivode langfristig angelegten fotografischen Essays, um ihre Sujets mit größerer Tiefe angehen zu können. Ihre fotografischen Arbeiten beschäftigen sich hauptsächlich mit der Darstellung ländlicher Gemeinschaften im östlichen Teil von Lettland, Lattgale genannt. Ivetas Fotografien wurden in Lettland, Litauen, Großbritannien, Frankreich, China und Belgien ausgestellt. Sie wurde auch mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Nikon Discovery Award (2008), FreshFaced+WildEyed (The Photographers Gallery, UK) sowie dem Burn Magazine Grant. Iveta Vaivode lebt und arbeitet in Riga.

 

Foto Iveta Vaivode



Jule Hillgärtner, geboren 1978, promovierte zur Kriegsdarstellung im eingebetteten Journalismus als Stipendiatin des DFG-Graduierten-Kollegs für „Zeiterfahrung und ästhetische Wahrnehmung“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie ist seit 2001 am Museum für Moderne Kunst Frankfurt tätig, lehrt seit 2009 Fototheorie an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und schreibt für „Album, Magazin für Fotografie“. Sie realisierte Ausstellungen im Rahmen von F-Stop Leipzig (2010), RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain (2012), am Frankfurter Kunstverein (202/13) und an der Akademie der Künste Berlin (2014). Jule Hillgärtner lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Nachwuchs fördern und ihm eine erste Chance für die Zukunft geben – Talents ist kreativer Campus für junge internationale Gegenwartsfotografie und Kunstkritik. Seit 2006 fördert C/O Berlin mit dieser Ausstellungsreihe angehende Fotografen und Kritiker, die sich an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf befinden. Begleitet wird jede Einzelausstellung von einer Publikation, in der Bild und Text einen Dialog eingehen. Talents ist ein internationaler Wettbewerb, der jährlich ausgeschrieben wird. Aus den eingereichten Bewerbungen wählt eine Fachjury jeweils vier Fotografen für einen Jahrgang aus. Mit Hilfe starker Partnerschaften schickt C/O Berlin die Fotografen und Kunsthistoriker in die Welt. Dieses in Europa einzigartige Programm ist für viele junge Künstler der Ausgangspunkt für Ausstellungen, z.B. in den Goethe-Instituten Stockholm, Paris, New York oder Santiago de Chile.



C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin



20.01.2015 - 08.03.2015
Fotoausstellung Friedrichshafen Mit dem Erwerb eines großen Teiles des Nachlasses von Andreas Feininger, einem der berühmtesten und einflussreichsten Fotografen der 40er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, realisiert das Zeppelin Museum eine Ausstellung, die von den stadtbekannten Stadtansichten und experimentellen Studien bis zu Kameras, Katalogen und Büchern reicht.
...Klick zum Weiterlesen
Andreas Feininger - Aus weiter Ferne
Fotoausstellung Friedrichshafen Mit dem Erwerb eines großen Teiles des Nachlasses von Andreas Feininger, einem der berühmtesten und einflussreichsten Fotografen der 40er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, realisiert das Zeppelin Museum eine Ausstellung, die von den stadtbekannten Stadtansichten und experimentellen Studien bis zu Kameras, Katalogen und Büchern reicht.

 

Andreas Feininger "Brooklyn Bridge bei Nacht, New York" (1945)
@ Andreas Feininge Archive.com, c/o Zeppelin Museum Friedrichshafen

 

Weit über 550 Fotografien, Originalausgaben des LIFE-Magazins, mehrere seiner Kameras, Kodak Super-XX Filme, Filmschachteln und Patronen, mit denen Feininger damals arbeitete, darüber hinaus Kataloge, Bücher und Fotohandbücher, die er herausgegeben hat, wird die Ausstellung im Zeppelin Museum zeigen. Berühmt wurde Andreas Feininger nicht nur wegen seiner großartigen Fotografie sondern auch wegen seiner theoretischen Schriften, die vielfach veröffentlicht wurden.

 

Andreas Feininger "Finanzbezirk, Pine Street, New York" (1940)
@ Andreas Feininge Archive.com, c/o Zeppelin Museum Friedrichshafen


 

Viele der ausgestellten Fotografien sind inzwischen berühmte Klassiker. Neben den weltbekannten Stadtansichten New Yorks können auch seine experimentellen Studien und seine faszinierenden Natur- und Landschaftsfotografien entdeckt werden. Dabei wird deutlich, dass er nicht zuletzt wegen seiner herausragenden fotografischen Technik berühmt wurde. Sein selbstgebautes Teleobjektiv erlaubte ihm beispielsweise erstaunlich detailreiche Aufnahmen aus weiter Ferne aufzunehmen. Das Zeppelin Museum stellt erstmals das gesamte Feininger Archiv mit rund 550 Exponaten in einer umfassenden Ausstellung aus – und macht es so den Besucherinnen und Besuchern des Museums, aber auch der Forschung zugänglich.

 

Andreas Feininger "Chicago River and Wacker Drive, Chicago" (1941)
@ Andreas Feininge Archive.com, c/o Zeppelin Museum Friedrichshafen

 

Aus weiter Ferne lautet der Titel der spektakulären Gesamtschau des weltberühmten amerikanischen Reportage-Fotografen Andreas Feininger, dessen Nachlass zu einem großen Teil im Zeppelin Museum liegt. Die Ausstellung zeigt 565 von Andreas Feininger autorisierte Fotoabzüge, 261 davon handsigniert mehrere seiner Kameras, Kodak Super-XX Filme, Filmschachteln und Patronen, mit denen Feininger damals arbeitete. Darüber hinaus enthält das Archiv  zahlreiche Originalausgaben des LIFE-Magazins, Kataloge, Bücher und Fotohandbücher, die er herausgegeben hat. Damit wird erstmals das gesamte Andreas Feininger Archiv, das sich im Besitz des Zeppelin Museums befindet, für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

 

Andreas Feininger "Badegäste auf Felsen, Lake Michigan" (1936)
@ Andreas Feininge Archive.com, c/o Zeppelin Museum Friedrichshafen

 

Andreas Feininger wurde 1906 als ältester Sohn des Malers Lyonel Feininger in Paris geboren. 1919 zog die Familie nach Weimar, wo Lyonel Feininger als Leiter der grafischen Werkstatt ans Staatliche Bauhaus berufen wurde. In Weimar machte Andreas Feininger von 1922-1925 Ausbildung zum Kunsttischler im Bauhaus in Weimar. Von 1925-1928 besuchte er die Staatlichen Bauschulen in Weimar und Zerbst und machte eine Ausbildung zum Architekten und Bauingenieur. In Folge seines Interesses an der Fotografie richtete er sich 1927 im Haus seiner Eltern in Dessau seine erste Dunkelkammer ein. Nach Arbeiten in Hamburg und Dessau als Architekt hatte er 1929 ie Werkbundausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart.  1932 zieht er nach Paris und arbeitet im Büro von Le Corbusier als Architekt. Später geht er nach Stockholm, wo er 1934 ein Vergrößerungsgerät, das die deutsche Firma Liesegang nach seinen Plänen baut, konstruiert.

1939 Nach seiner Übersiedelung 1939 nach New York, arbeietet er als Reportagefotograf der Agentur „Black Star“, von 1943 -1962 für das „Life“-Magazin. 1955 ist er einer der Fotografen, die an der legendären Ausstellung „The Family of Man“ im Museum of Modern Art in New York teilnehmen. 1962 beendet Tätigkeit für das „Life“-Magazin und arbeitet als freier Fotograf und veröffentlicht zahlreiche Lehrbücher zur Fotografie.

In den 80er Jahren gibt Andreas Feininge aus gesundheitlichen Gründen das Fotografieren auf, widmet sich fortan dem Archivieren seiner Fotografien und vermacht seinen Nachlass zum größten Teil dem Center for Creative Photography in Tucson, Arizona. 1999 am 18. Februar stirbt Andreas Feininger im Alter von 93 Jahren in New York.

 

Zeppelin Museum Friedrichshafen, Seestraße 22, Friedrichshafen

20.01.2015 - 26.07.2015
Fotoausstellung Berlin . Mit 125 Bildern stellt die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in den Sonderausstellungshallen am Kulturforum Mario Testino mit seiner fotografischen Arbeit vor. Provokant und respektlos, aber nie langweilig sind die Akt- und Modeaufnahmen des bekannten Fotografen. 20. Januar bis 26. Juli 2015
...Klick zum Weiterlesen
Mario Testino: In Your Face
Fotoausstellung Berlin . Mit 125 Bildern stellt die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in den Sonderausstellungshallen am Kulturforum Mario Testino mit seiner fotografischen Arbeit vor. Provokant und respektlos, aber nie langweilig sind die Akt- und Modeaufnahmen des bekannten Fotografen. 20. Januar bis 26. Juli 2015

 

Tasha Tilberg. Paris, Dutch Magazine, 1997 ©  Mario Testino

 

Erstmals ist der einflussreiche Fotograf Mario Testino in einer Ausstellung in Berlin zu sehen. Die Ausstellung „In Your Face“ feierte ihre Premiere 2012 im Museum of Fine Arts, Boston, und war 2014 im Museo de Arte Latinoamericana de Buenos Aires (MALBA) sowie im Museu de Arte Brasileira (FAAP) in Sao Paolo zu sehen. Nun kommt sie erstmals nach Europa. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Experimentierfreude und Vielfalt im fotografischen Schaffen Mario Testinos. 

 

Claudia Schiffer. Paris, Vogue Deutsch, 2008 ©  Mario Testino

 

"In Your Face” stellt für mich die freieste Art dar, mich auszudrücken.“ sagt Testino. „Als Bildermacher wollen die Leute dich immer in eine Schublade stecken. Ich glaube, dass jeder von uns viele verschiedene Seiten hat, und nicht immer dürfen wir alle diese Seiten zeigen, schon gar nicht gleichzeitig ausleben, so wie in dieser Ausstellung. Die besondere Art der Hängung dieser fotografischen Arbeiten erlaubt es all diesen verschiedenen Aspekten meiner Neugier miteinander ins Gespräch zu kommen; sie existieren nicht nur für sich, sondern lösen eine Reaktion aus, wenn sie nebeneinander zu sehen sind.“

 

Trent Ford. New York, V Man, 2003 ©  Mario Testino

 

Seit fast 150 Jahren sammelt die Kunstbibliothek Zeichnungen, Grafiken und Fotografien zur Geschichte der Mode. Gemeinsam mit den Buchbeständen bildet ihre Bildersammlung eines der weltweit bedeutendsten kostümgeschichtlichen Archive. Mit großen Ausstellungen zur Modegeschichte von der Renaissance bis hin zu den Looks und Lifestyles des 20. und 21. Jahrhunderts begeistert die Kunstbibliothek das Museums- und Modepublikum.

 

 Meghan Douglas. Paris, Vogue Paris, ©  Mario Testino


Mode im Bild, Bilder der Mode: Diese jahrhundertealten Traditionen, die in der Kunstbibliothek am Kulturforum bewahrt und gesammelt werden, gewinnen in den Arbeiten von Mario Testino eine neue Qualität. Mit der Kamera verwandelt Mario Testino die schönsten Augenblicke der Mode in unvergängliche Bildmonumente, die in ihrer Pracht, Raffinesse und Formvollendung Erinnerungen wachrufen an die großen Epochen der Malerei.  Auch Mario Testino vollzieht in jedem seiner Bilder eine Wandlung – vom Bildzeugen der Modegeschichte zum Bildenden Künstler, der mit seinen Arbeiten Kunstgeschichte schreibt. Moritz Wullen, Direktor der Kunstbibliothek: „Für diese Ausstellung von und mit Mario Testino, einem Grenzgänger zwischen Kunst- und Modewelt, ist das Kulturforum der ideale Ort.“ 

Die Ausstellung wird in Partnerschaft mit Swarovski realisiert. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board: “Wir freuen uns sehr, im Rahmen unseres kontinuierlichen Swarovski Engagements für Kultur und Kreativität das Europa-Debut von „Mario Testino: In Your Face? zu unterstützen. Mario Testino ist ein Visionär an der Schwelle zu Mode, Kunst und Fotografie. Die dynamischen Bilder seiner Ausstellung sprühen vor Glanz und Vitalität und zeigen uns, wie Testino im Laufe seiner drei Jahrzehnte umspannenden Karriere unsere Kultur geprägt hat und die Welt durch seine Leidenschaft und Kreativität  bereichert.“

 

Zu der Ausstellung erscheint im Taschen Verlag ein Buch mit den Arbeiten des Fotografen

 

Sonderausstellungshallen am Kulturforum, Matthäikirchplatz, Berlin-Tiergarten

 

18.01.2015 - 26.04.2015
Fotoausstellung Bedburg-Hau Einen faszinierenden Blick in die frühe Farbfotografie verspricht die Fotoausstellung Museum Schloss Moyland. Die Bilder sind sowohl von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeutung.
...Klick zum Weiterlesen
Around the World: Farbfotografie vor 1914 - eine Entdeckungsreise
Fotoausstellung Bedburg-Hau Einen faszinierenden Blick in die frühe Farbfotografie verspricht die Fotoausstellung Museum Schloss Moyland. Die Bilder sind sowohl von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeutung.

Albert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet
Indien, Amber, Elefant vor dem Königspalast der Dhundar, 23. Dezember 1913
© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Ein faszinierender fotografischer, künstlerischer und historischer Bilder-schatz entstand, als auf Betreiben des Bankiers Albert Kahn (1860–1940) ab 1908 zahlreiche Fotografinnen und Fotografen sowie Kameramänner durch Europa, Asien, Amerika und Afrika reisten. Im Verlauf von zwei Jahrzehnten produzierten diese mit innovativen Methoden Farbbilder von lokalen Szenerien und Alltagssituationen, von Menschen in traditioneller Tracht, von Architekturen und Monumenten der Kulturgeschichte sowie von Objekten aus Kunstgewerbe und Handwerk.

 

Albert Kahn, Les archives de la planète Auguste Léon, Schweden, Laksund, Karinberget,
Frisch verheiratetes Paar im Fotoatelier von Gerda Söderland, 28. August 1910
© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Diese Bilder sind heute von großer ethnografischer wie künstlerisch-dokumentarischer Bedeu-tung. Die Präsentation dieser Farbfotografien im Museum Schloss Moyland stellt zugleich eine Anknüpfung an den eigenen Sammlungs-bestand der frühen Fotografie dar.

 

Albert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet, Marokko, Benguerir, Dorfbewohner,
Dezember 1912 / Januar 2013

© Musée Albert-Kahn, Département des Hauts-de-Seine

 

Eine Ausstellung des LVR-LandesMuseum Bonn und der Stiftung Museum Schloss Moyland.

 

Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4, Bedburg-Hau,

 

 

 

15.01.2015 - 15.03.2015
Ausstellung München . In der Ausstellungsreihe Richochet zeigt die Münchner Villa Stuck seit 2010 zeitgenössische Künstler. In der neunten Folge wird Cyrill Lachauer kuratiert von Anna Schneider vorgestellt. Das multi-mediale Projekt "Full Service" von Cyrill Lachauer ist das Ergebnis zahlreicher Arbeits- und Forschungsreisen in den amerikanischen Westen.
...Klick zum Weiterlesen
Ricochet #9. Cyrill Lachauer. Full Service
Ausstellung München . In der Ausstellungsreihe Richochet zeigt die Münchner Villa Stuck seit 2010 zeitgenössische Künstler. In der neunten Folge wird Cyrill Lachauer kuratiert von Anna Schneider vorgestellt. Das multi-mediale Projekt "Full Service" von Cyrill Lachauer ist das Ergebnis zahlreicher Arbeits- und Forschungsreisen in den amerikanischen Westen.

Cyrill Lachauer, Full Service, 2013 © Cyrill Lachauer

 

 In ihrer neunten Folge präsentiert das Museum Villa Stuck im Rahmen von RICOCHET den 1979 geborenen Künstler Cyrill Lachauer mit dessen erster institutioneller Einzelausstellung, kuratiert von Anna Schneider. Das multi-mediale Projekt »Full Service« von Cyrill Lachauer ist das Ergebnis zahlreicher Arbeits- und Forschungsreisen in den amerikanischen Westen. Ausgangspunkte sind die Wüstenstadt Las Vegas, deren Glücks- und Extaseversprechen jährlich Millionen von Menschen anziehen, und die indianische Widerstands- und Revitalisierungsbewegung des »Ghost Dance«. Der »Ghost Dance«, ein Ritual des indianischen Messias Wovoka, führt Lachauer in das Hinterland des amerikanischen Nord- und Südwestens zwischen Las Vegas und Wounded Knee. Cyrill Lachauers dreijährige Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Geschichte und Landschaft im Ausbreitungsgebiet des »Ghost Dance« münden nun in einen Werkkomplex aus Film, Video, Fotografie und Sound.

 

Cyrill Lachauer, Full Service, 2013 © Cyrill Lachauer

 

Für seinen Film »Full Service« identifiziert Cyrill Lachauer ein Geräusch, das aus dem lärmenden Klangteppich des nächtlichen Treibens der Stadt heraus sticht; es wird zum akustischen Trigger und Leitmotiv für den Film. Einmal wahrgenommen, verfolgt es den Betrachter durch die Straßen. Es ist das rhythmische Klatschen, das entsteht, wenn dicke Bündel kleiner Karten in einer bestimmten Technik aufeinander geschlagen werden. Mit diesem Trigger versuchen die oft illegal eingewanderten Mexikanerinnen, die Aufmerksamkeit potentieller Interessenten zu gewinnen. Sie verteilen die Visitenkarten von Prostituierten, jede mit Foto und Telefonnummer versehen. Die Frauen stehen exemplarisch für all jene, die aus ganz Amerika nach Las Vegas kommen in der Hoffnung auf Arbeit und schnelles Geld.

Zum anderen eröffnet er die Referenz an den »Ghost Dance« der Paiute-Indianer, der zur Arbeitsgrundlage von »Full Service« wird. Die Paiute-Indianer bewohnten ursprünglich die Landstriche um das heutige Las Vegas und hofften mit dem Ritual des »Ghost Dance« ihre Toten wieder zum Leben zu erwecken und ein Verschwinden der Weißen und deren Unterdrückungsherrschaft herbeiführen zu können. Das Ritual wurde von dem indianischen Propheten Wovoka begründet, der 1889 während einer Sonnenfinsternis die Vision von der Befreiung der Indianer durch den »Ghost Dance« hatte.

»Full Service« reflektiert auch die Bildproduktion selbst. Cyrill Lachauer, der sowohl als Anthropologe geschult ist, als auch Film studiert hat, bevor er sich ganz der Bildenden Kunst verschrieben hat, ist sich der Komplexität des »Bildermachens« bewusst. Mit »Full Service« gelingt es ihm, eine eigene Form zwischen ethnographischer Feldforschung, Roadtrip und Hommage an das amerikanische Kino zu finden, die die Mehrdeutigkeit der Realität zulässt, ohne zu bewerten.

 

Cyrill Lachauer, Full Service, 2013 © Cyrill Lachauer


Der fotografische Teil der Ausstellung und zwei Videoarbeiten zeigen Cyrill Lachauers Suchbewegungen im Hinterland des amerikanischen Westens. Dabei spielt seine Idee von einer erzählenden Landschaft und sein Interesse an der Einschreibung von Geschichte in Landschaft die zentrale Rolle. Auf dieser Grundlage besuchte Cyrill Lachauer die heiligen Orte der Native Americans, die bis heute existierenden Reservate, Trailerparks und trostlose, von Armut und Drogenkonsum geprägten Kleinstädte.

 

Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60, München

10.01.2015 - 25.03.2015
Fotoausstellung Köln Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum zeigt die in focus Galerie eine gemeinsam vom Galeristen Burkhard Arnold und Elliott Erwitt zusammengestellte Auswahl an 45 Farbbildern, die mit der wohl bekannten ironischen Sicht des Fotografen auf Menschen und Hunde ein wahrer Leckerbissen sind.
...Klick zum Weiterlesen
Elliott Erwitt - Kolor
Fotoausstellung Köln Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum zeigt die in focus Galerie eine gemeinsam vom Galeristen Burkhard Arnold und Elliott Erwitt zusammengestellte Auswahl an 45 Farbbildern, die mit der wohl bekannten ironischen Sicht des Fotografen auf Menschen und Hunde ein wahrer Leckerbissen sind.

 

USA. Reno, Nevada. 1960. From left: Frank Taylor, Montgomery Clift, Eli Wallach, Arthur Miller, Marilyn Monroe, John Huston and Clark Gable on the set of 'The Misfits'. © Elliott Erwitt/MAGNUM PHOTOS

 

Gratulation an eine der der erfolgreichen Galerien in Deutschland bei denen die Fotografie kontinuierlich im Vordergrund steht. Die in focus Galerie begeht im Januar 2015 ihr 25- jährige Galeriejubiläum. In den vergangenen 25 Jahren wurden in über 140 Ausstellungen neben berühmten Fotografen wie z.B. den unlängst verstorbenen Lucien Clergue, Bruce Davidson, Elliott Erwitt, Franco Fontana, Greg Gorman, F.C. Gundlach, Thomas Hoepker, Susan Meiselas, Marc Riboud, Willy Ronis, Jan Saudek oder Jeanloup Sieff auch viele neue Talente wie Peikwen Cheng, Thomas Kellner, Vadim Gushchin, Arno Rafael Minkkinen, Hans Jürgen Raabe, William Ropp oder Susan Dobson zum Teil erstmals in Deutschland vorgestellt.

 

CUBA. Havana. 1964. Che Guevara © Elliott Erwitt/MAGNUM PHOTOS

 

Die Jubiläumsausstellung im Januar 2015 wird als weltweite Premiere Fotografien eines der berühmtesten Fotografen der Welt zeigen. Es sind Fotografien eines erfüllten Arbeitslebens, die bis heute im Archiv des Künstlers nur darauf gewartet haben, in dieser Ausstellung gezeigt zu werden.

 

Saint Tropez, France, 1959 © Elliott Erwitt/MAGNUM PHOTOS

 

„Farbe ist beschreibend. Schwarz-Weiß ist interpretierend.“, so der Fotograf zu seinen eigenen Worten. Elliott Erwitt arbeitet zweigleisig. Zum einen arbeitet er, vornehmlich in Farbe, in der Auftragsfotografie und der Werbung und zum anderen widmet er sich in seiner Freizeit seinem Hobby, dem zwanglosen Umherstreifen mit seiner Leica. Die so entstandenen Schwarz-Weiß-Arbeiten sind die, für die er heute am bekanntesten ist. Weltweit erstmalig werden nun die farbigen Arbeiten in der Kölner in focus Galerie präsentiert. Die Ausstellung trägt den Titel des gleichnamigen Buches: KOLOR, herausgegeben vom teNeues Verlag, 2014. Als Hommage und subtile Anspielung an George Eastman, den Mitbegründer der Firma Kodak, gedacht, werden Erwitts nie zuvor in Buchform publizierten Farbarbeiten gezeigt. Die 45 ausgewählten Arbeiten der Ausstellung präsentieren die Essenz seines umfangreichen Archivs, von denen viele Arbeiten beinahe in Vergessenheit geraten wären. 



in focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln



27.12.2014 - 31.05.2015
Fotoausstellung Noch bis ins Neue Jahr sind die schönsten Bilder des Naturfotowettbewerbs an mehreren Ausstellungsorten zu sehen: Bis 5. Januar im Museum Alexander Koenig Bonn und im Urwelt-Museum Bayreuth, bis 22. Februar in Klipp's Wasserwelten in Klipphausen bei Dresden und noch bis zum 31. Mai 2015 im Nationalparkhaus Ilsetal im Harz. Im Jahr 2015 wird es noch weitere Termine geben wie im Naturkundemuseum im Marstall Paderborn vom 17. Januar bis 6. April und im Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein vom 2. Februar bis 31. März
...Klick zum Weiterlesen
Glanzlichter-Deutschland-Tournee
Fotoausstellung Noch bis ins Neue Jahr sind die schönsten Bilder des Naturfotowettbewerbs an mehreren Ausstellungsorten zu sehen: Bis 5. Januar im Museum Alexander Koenig Bonn und im Urwelt-Museum Bayreuth, bis 22. Februar in Klipp's Wasserwelten in Klipphausen bei Dresden und noch bis zum 31. Mai 2015 im Nationalparkhaus Ilsetal im Harz. Im Jahr 2015 wird es noch weitere Termine geben wie im Naturkundemuseum im Marstall Paderborn vom 17. Januar bis 6. April und im Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein vom 2. Februar bis 31. März

Unter dem Titel "Glanzlichter" steht jedes Jahr ein Naturfotowettbewerb, der vom projekt natur & fotografie veranstaltet wird. Die besten Bilder der verschiedenen Kategorien gehen nach ihrer Vorstellung auf den Fürstenfelder Naturfototagen auf Deutschlandtournee.

 

Museum Alexander Koenig Bonn, Adenauerallee 160, Bonn

Bis 5. Januar  2015

https://www.zfmk.de/de

 

Urwelt-Museum Oberfranken, Kanzleistraße 1, Bayreuth

Bis 5. Januar 2015

http://www.urwelt-museum.de

 

 

Klipp's Wasserwelten  Meißner Straße 12, Klipphausen

Bis 22. Februar 2015

http://www.klippswasserwelt.de/ausstellung

 

 

Naturkundemuseum im Marstall Paderborn, im Schlosspark 9, Paderborn-Schloß Neuhaus

17. Januar bis 6. April

http://www.paderborn.de/microsite/naturkundemuseum/

 

Nationalparkhaus Ilsetal im Harz, Ilsetal 5, Ilsenburg

31. Mai 2015

http://www.nationalpark-harz.de

 

Museum der Natur Gotha auf Schloss Friedenstein

2. Februar bis 31. März 2015

http://www.stiftungfriedenstein.de/

 

 

http://www.glanzlichter.com

 

16.12.2014 - 13.02.2015
Fotoausstellung Stuttgart . Karl Johaentges suchte in Zusammenarbeit mit der Venezianerin Luana Castelli mit der Kamera abseits von Markusplatz und Rialtobrücke dieses andere Venedig und hat sich in einem mehrjährigen Fotoprojekt auf das eher Unbekannte und die noch verbliebenen Bewohner konzentriert. Die Ausstellung in der Galerie f75 zeigt Bilder aus diesem Projekt. Bis 13.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
KaJo / Die letzten Venezianer
Fotoausstellung Stuttgart . Karl Johaentges suchte in Zusammenarbeit mit der Venezianerin Luana Castelli mit der Kamera abseits von Markusplatz und Rialtobrücke dieses andere Venedig und hat sich in einem mehrjährigen Fotoprojekt auf das eher Unbekannte und die noch verbliebenen Bewohner konzentriert. Die Ausstellung in der Galerie f75 zeigt Bilder aus diesem Projekt. Bis 13.2.2015

 

 

Venedig ist millionenfach publiziert und jeder glaubt, die Stadt zu kennen - aber oft sind es nur die Klischees, die übrigbleiben. Während die Besucherzahl stetig steigt, sinkt die Zahl ihrer Bewohner dramatisch. Der globale Tourismus gefährdet Subtanz und Herz der geschichtsträchtigen Lagunenstadt. Wann ist eine Stadt eine Stadt und nicht nur Kulisse?

 

 

Karl Johaentges suchte in Zusammenarbeit mit der Venezianerin Luana Castelli mit der Kamera abseits von Markusplatz und Rialtobrücke dieses andere Venedig und hat sich in einem mehrjährigen Fotoprojekt auf das eher Unbekannte und die noch verbliebenen Bewohner konzentriert. Er suchte die Venezianer in der Weite der Lagune und versteckten Ecken der Sestières und zeichnet mit Portraits und stimmungsvollen Stadtbildern ein ein­drucksvolles Bildermosaik Venedigs. Im Herbst erschien dazu der Bildband. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus diesem Bildband.

 

 

Karl Johaentges wurde 1948 in Daun/Eifel geboren und brach 1981 als 33-Jähriger nach fünf Berufsjahren als Architekt zu einer dreijährigen Weltreise auf. 1985 publizierte er im eigens gegründeten KaJo-Verlag sein erstes Buch »Bilder einer Weltreise«. Zusammen mit seiner australischen Frau Jackie Blackwood brachte er eine populäre Bildbandreihe heraus. Drei KaJo-Bände wurden mit einem Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet, zwei für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert. KaJo fotografierte bislang über vierzig Bildbände, seine Reportagen und Fotografien wurden in Magazinen wie Stern und Geo gedruckt und in mehreren Einzelausstellungen gezeigt. Die bei f75 präsentierten Arbeiten

Die bei f75 präsentierten Arbeiten entstanden über einen Zeitraum von fünf Jahren. Karl Johaentges lebt mit seiner Frau Jackie in Hanno­ver, sie verbringen aber jedes Jahr mehrere Monate in ihrer »zweiten« Heimat Neuseeland. Arbeitsschwerpunkte: Reisefeatures, Reportage, Architekturfotografie und Luftaufnahmen.

Passend zur Ausstellung ist 2014 das gleichnami­ge Buch erschienen. 400 Seiten, etwa 400 Fotos, durchgehend farbig, terra magica 39,99 Euro

 

Galerie f75, Filderstraße 75, Stuttgart

 

14.12.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung Winterthur Gleich drei Fotoausstellungen starten zeitgleich im schweizerischen Fotomuseum Winterthur: Viviane Sassen mit ihren provokativen Bildern „In and Out of Fashion“ und aus dem über 7000 Bilder umfassenden Fotoarchiv von Peter Piller wird zum einen „Belegkontrolle“zum anderen „Pheripheriewanderung“ zu sehen sein. 13. Dezember 2014 bis 15. Februar 2015 bzw. 22. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Dreimal Fotografie
Fotoausstellung Winterthur Gleich drei Fotoausstellungen starten zeitgleich im schweizerischen Fotomuseum Winterthur: Viviane Sassen mit ihren provokativen Bildern „In and Out of Fashion“ und aus dem über 7000 Bilder umfassenden Fotoarchiv von Peter Piller wird zum einen „Belegkontrolle“zum anderen „Pheripheriewanderung“ zu sehen sein. 13. Dezember 2014 bis 15. Februar 2015 bzw. 22. Februar 2015

 

Viviane Sassen

 

Viviane Sassen, Ohne Titel, 2010, Aus Sol & Luna

 

Mit ihren auffallend originellen und oft auch provokativen Bildern hat sich Viviane Sassen zu einer der aufregendsten Fotografinnen Europas entwickelt. „In and Out of Fashion“ ist die erste große Retrospektive ihrer Modefotografie, die sie parallel zu ihren künstlerischen Arbeiten entwickelt hat. Sassen hat die Ausstellung zusammen mit ihrem Ehemann, dem Designer Hugo Timmermans konzipiert. Gezeigt wird eine Auswahl von mehr als 300 Bildern aus den letzten siebzehn Jahren mit Schnappschüssen vom Set, Fotostrecken aus Magazinen, Ausstellungsprints und Projektion.

 

Viviane Sassen, Mimi, 2007 Aus Realm

 

 

Viviane Sassen ist bekannt für ihren verspielten, kreativen Stil, aber auch dafür, dass sie mit vielen Klischees der Modeindustrie bricht und die Übervorsicht aus kommerziellen Gründen mit einer spielerischen und formal innovativen Praxis aushebelt. Für sie ist Modefotografie eine Art Labor und die Arbeit mit den Models, Stylisten und Maskenbildnerinnen ein offener und experimenteller Prozess. In ihren Bildern werden die Körper der Models bis an die Grenzen der Abstraktion inszeniert, immer auf der Suche nach Formen, welche die Verwandtschaft der Mode mit anderen visuellen Künsten wie Collage und Skulptur sichtbar machen. Ihre Bilder durchbrechen traditionelle Formate, die intensiven Farben und Schatten sowie Spiegel und weitere Requisiten fordern unsere Wahrnehmung heraus.

 

Viviane Sassen, In Bloom, 2011 Für Dazed & Confused

 

In and Out of Fashion ist eine innovative, multimediale Ausstellung, mit u. a. einer Projektion, die einen Laufsteg simuliert. Im Gegensatz zu ihrer Arbeit als Künstlerin, sind die Werke dieser Ausstellung zu einem großen Teil Auftragsarbeiten, darunter sind Fotografien für die Werbekampagnen von Modelabels wie M Missoni, Stella McCartney–Adidas, Miu Miu und Louis Vuitton.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit des Fotomuseum Winterthur mit dem Huis Marseille, Amsterdam, und Viviane Sassen, die die Ausstellung mitkuratiert hat.

Der reich illustrierte Begleitkatalog Viviane Sassen: In and Out of Fashion erschien im Prestel-Verlag mit Essays von Nanda van den Berg und Charlotte Cotton.

 

 

Viviane Sassen, 1972 in Amsterdam geboren, wuchs in Ostafrika auf, bevor sie an der Hogeschool voor Kunsten in Utrecht Modedesign und Fotografie studierte und Kunst am Ateliers Arnhem. Ihre Werke wurden schon in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und sind in Sammlungen wie unter anderem  Los Angeles County Museum of Art; Museum of Modern Art, New York, im Maison Européenne de la Photographie, Paris, im Fotomuseum Winterthur, Schweiz; und dem Centre National des Art Plastiques, Paris.

 

 

Peter Piller –
Belegkontrolle

„Auto berühren“ oder „Schiessende Mädchen“ – das sind Namen der Fotoserien aus dem über 7000 Bilder umfassenden Archiv von Peter Piller. Mitte der 1990er Jahre arbeitete Peter Piller während des Kunststudiums bei einer Medienagentur. Für Werbekunden prüfte er, wo und in welcher Form ihre geschalteten Anzeigen tatsächlich erschienen waren. So blätterte sich der deutsche Künstler täglich durch die Presse und stieß dabei immer wieder auf besondere Bilder, die er sammelte und in thematische Werkgruppen kategorisierte.

 

Peter Piller
Aus Schiessende Mädchen, 2000-2005
Inkjet-Print, 47 x 69 cm

 


Peripheriewanderung Winterthur

Die zweite Ausstellung von Peter Piller heißt „Peripheriewanderung“. Seit fast 20 Jahren unternimmt Peter Piller (*1968 in Fritzlar) an verschiedenen Orten Europas sogenannte Peripheriewanderungen. In Hamburg, dem Ruhrgebiet, in Bonn, Graz und Barcelona umwanderte er in kleinen Etappen die Siedlungsgrenzen dieser unterschiedlich großen Städte und Regionen. Peter Piller folgt dabei seinem Blick und seiner Erinnerung und hört auf, sobald seine Wahrnehmungsfähigkeit erschöpft ist. Nun hat das Fotomuseum Winterthur Peter Piller eine Auftragsarbeit vergeben, die den Künstler in den Jahren 2013/14 mehrmals zum Fotografieren nach Winterthur führte. In der Ausstellung Peripheriewanderung Winterthur sowie in der gleichnamigen Künstlerpublikation im Nieves-Verlag wird man aber auch Zeuge, wie eine Leidenschaft aus Kinderjahren erneut in Peter Pillers Leben tritt. Oder in seinen eigenen Worten: „Überlagerte oder von Hormonen weggeboxte Interessen sterben nicht ab, sondern überdauern, verkapselt, unbemerkt ganze Jahrzehnte, und mit einem Mal sind sie wieder da. Im neuen Jahrtausend auf der biografischen Bahn weiter verschoben, fordern sie natürlich umgehend auch Zugang zur Fotografie.“

 

Peter Piller, Aus Peripheriewanderung Winterthur, 2013/2014
C-Print, 30x40 cm
© Peter Piller/2014 Pro Litteris, Zürich

 

 

Die Peripheriewanderung Winterthur wurde im Rahmen des Stadtjubiläums Winterthur750 realisiert.

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzenstraße 44 + 45, Winterthur

 

 

 

13.12.2014 - 28.02.2015
Fotoausstellung Köln . Die Bilderserie "View Kyoto" der niederländischen Fotokünstlerin Jacqueline Hassink stellt die Galerie Kaune, Posnik, Spohr vor. Das gleichnamiges Buch im Verlag Hatje Cantz erschienen, hat gerade den Deutschen Fotobuch-Preis 2015 der Kategorie Silber erhalten. Die Motive zeigen Innen- und Außenräume buddhistischer Tempel und ihre traditionellen, japanischen Gartenanlagen. Bis 28.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
Jacqueline Hassink - View Kyoto
Fotoausstellung Köln . Die Bilderserie "View Kyoto" der niederländischen Fotokünstlerin Jacqueline Hassink stellt die Galerie Kaune, Posnik, Spohr vor. Das gleichnamiges Buch im Verlag Hatje Cantz erschienen, hat gerade den Deutschen Fotobuch-Preis 2015 der Kategorie Silber erhalten. Die Motive zeigen Innen- und Außenräume buddhistischer Tempel und ihre traditionellen, japanischen Gartenanlagen. Bis 28.2.2015

 

 

Bereits in früheren Fotoarbeiten beschäftigte sich Jacqueline Hassinks mit der Präsenz von Raum und Architektur. Auch in ihren neuen Bildern zeigt die Künstlerin explizit Raum, indem sie mit Kyotos Tempeln und deren anliegenden Gärten sowohl private Architekturen als auch öffentliche Räume fotografiert. Sie verzichtet hier ebenfalls bewusst auf die Anwesenheit von Menschen, lässt höchstens Spuren dieser erahnen und schafft grade dadurch Orte, die in ihrer „Leere“ vollkommen wirken. Die Bilder der Tempel mit ihrer vorherrschenden, beeindruckenden Klarheit und Strenge, der Ausblick auf die Sphäre der geordneten, harmonischen, aber lebendigen Natur; diese Durchdringung der Innen- und Außenräume erinnert zwar noch an die Einwirkung des Menschen, lassen aber ihr selbstständiges Zusammenspiel in den Vordergrund rücken und bezaubern durch ihre schlichte Schönheit. Hassinks kontinuierliche fotografische Leistung liegt unter anderem darin, den von ihr abgebildeten Räumen die Bedeutsamkeit der abwesenden Menschen und ihren „Funktionen“ zu übertragen.

 

 

 

Shisen-d? 11, spring, Northeast Kyoto, 31 May 2009 (8:00–9:00)

 

 

Galerie Kaune, Posnik, Spohr, Albertusstraße 26, Köln

 

06.12.2014 - 07.02.2015
Fotoausstellung Berlin . In der Gruppenausstellung "Love" bei Camera Work zeigen über 100 Fotografien welche Bedeutung und welche Vielfalt das Thema innerhalb der Fotokunst haben kann. Die eigenkuratierte Ausstellung ist eine Entdeckungsreise durch die Fotokunst. Bis 7. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Love
Fotoausstellung Berlin . In der Gruppenausstellung "Love" bei Camera Work zeigen über 100 Fotografien welche Bedeutung und welche Vielfalt das Thema innerhalb der Fotokunst haben kann. Die eigenkuratierte Ausstellung ist eine Entdeckungsreise durch die Fotokunst. Bis 7. Februar 2015

 

© Ellen von Unwerth, "The Story of Olga" when the cat is away..., 2011

 

Eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise durch die Geschichte der Fotokunst bietet die Ausstellung "Love". In unterschiedlichsten Facetten geben interessante Fotokünstler einen Eindruck wie sich dieses Thema durch Zeit und Raum zieht. Über 50 wichtige Fotokünstler sind mit über 100 Fotografien in der Ausstellung vertreten und lassen das Motiv Liebe sichtbar werden. Vom Genre Akt über Porträt bis zur Tierfotografie zeigen die Bilder auf, wie offenbar, ikonografisch, symbolisch und abstrakt das Thema Liebe in der Fotokunst umgesetzt wird.

 

 

© Robert Polidori, La Famille du Marquis de Sourches by François-Hubert Drouais, 1756
Ancien Réchauffoir du Capitaine des Gardes, Corps Central - R.S.C. Chateau de Versailles, 2005

 

 

Zu den ausgestellten Künstler gehören so große Namen wie Diane Arbus, Nick Brandt, Michel Comte, David Drebin, Elliott Erwitt, Horst P. Horst, Christian Tagliavini oder Ellen von Unwerth. Sie geben einen spannenden Einblick in die Darstellungsmuster des universellen Themas. Dabei spielt die Umsetzung, Ästhetisierung und Symbolisierung von Liebe in der Photographie eine ebenso bedeutende Rolle wie die vom Künstler empfundene Liebe zu bestimmten Personen oder Orten. Dadurch umfasst die Ausstellung Arbeiten, in denen Liebe in zwei Richtungen entscheidend zum Entstehungsprozess und zur Wirkung beiträgt: die Liebe des Künstlers zum und die vom Betrachter gedeutete Liebe im Motiv. Um diese vielschichtigen Deutungsebenen aufzuzeigen, werden die ausgestellten Arbeiten mit persönlichen Zitaten und Anekdoten der Künstler ergänzt, in denen auf die Bedeutung von Liebe im Motiv vertiefend eingegangen wird.

 

© Brian Duffy, Smmy Davies jr. and his Wife May Britt.

 

© Herb Ritts, Maai Woman and Child, Africa, 1993

 

 

Die ausgestellten Künstler geben den Abgründen, Ambivalenzen und Absurditäten der Liebe ebenso Gestalt wie der Möglichkeit, dass die Erfüllung der Sehnsüchte, Glücksmomente und die Wahrhaftigkeit der Liebe am Ende triumphieren. Berühmte Werke wie Elliott Erwitts »California« fangen den einzigartigen Moment menschlicher Zuneigung und fragiler Zärtlichkeit ein. Dorothea Lange und Steve Schapiro zeigen in ihren Arbeiten die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern. Horst P. Horst, Robert Doisneau oder René Burri wiederum verstehen es mit Formen, bewegenden Augenblicken oder dem gezielten Einsatz von Licht eine Stimmung der Liebe zu erzeugen. Im Kontrast zu dieser Romantisierung setzen sich Ellen von Unwerths Arbeiten mit der Lust und Leidenschaft der Erotik auseinander. Das sexuelle Begehren nimmt hier eine zentrale Rolle ein. Christian Tagliavini hingegen spielt in der bekannten Serie »Carte« mit Symbolen der Liebe. Das Fundament für Paolo Roversis Arbeiten dagegen begründet sich aus seiner Liebe zum Motiv: Der weibliche Körper wird von ihm feinfühlig inszeniert und seine Leidenschaft für die Photographie spiegelt sich in seinem Stilmerkmal einer Aura des Grazilen und Unnahbaren wider. Die Facetten der Liebe, die nicht der zwischenmenschlichen Natur entstammen, werden in der Gruppenausstellung gleichbedeutend beleuchtet. Diese alternativen Formen der Zuneigung beeinflussen eine Vielzahl von Künstlern. So motiviert die Liebe zur afrikanischen Tierwelt Nick Brandt zu herausragenden Arbeiten im Genre der Tierphotographie. Die Ruhe und Majestät seiner Arbeiten wirkt auf den Betrachter mit großer Intensität. In dieser Weise lässt Nick Brandt Freiraum für Assoziationen – so suggeriert »Lioness with Cub in Mouth« den Zusammenhalt und die Sicherheit eines Familienbundes.

Ist die klassische Definition von Liebe eine starke Emotion, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit und Wertschätzung zu einer Person, die den Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt, erweitern die Werke in der Ausstellung dieses Verständnis. Liebe wird interdisziplinär in ihrer Gesamtheit betrachtet – Liebe ist Leidenschaft und Zuneigung, die weit über die Eindimensionalität zu einem Menschen hinausgehen kann.

Zahlreiche Werke aus der Ausstellung stammen aus der Sammlung der CAMERA WORK AG.

 

© Christian Tagliavini, Carte L'Amante

 

 

Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung »Love«

Anderson & Low, Diane Arbus, Harry Benson, Thomas Billhardt, Nick Brandt, Brassaï, Josef Breitenbach, René Burri, Cornell Capa, Michel Comte, Robert Doisneau, David Drebin, Frantisek Drtikol, Brian Duffy, Elliott Erwitt, Louis Fauer, Larry Fink, Robert Frank, Thomas Hoepker, Horst P. Horst, George Hoyningen-Huene, Russell James, Nadav Kander, André Kertész, Steven Klein, Jeff Koons, Germaine Krull, Dorothea Lange, Annie Leibovitz, Leon Levinstein, Peter Lindbergh, Jacques Lowe, Will McBride, Ralph Mecke, Martin Munkacsi, Helmut Newton, Ruth Orkin, Norman Parkinson, Robert Polidori, Man Ray, Eugenio Recuenco, Blaise Reutersward, Bettina Rheims, Herb Ritts, Willy Ronis, Yoram Roth, Thomas Ruff, Steve Schapiro, Christian Tagliavini, Ellen von Unwerth, Edward Weston, Tom Wood

 

Camera Work, Kantstraße 140, Berlin

 

 

 

05.12.2014 - 31.01.2015
Fotoausstellung München . Er zählt zu den bedeutenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und ist vor allem durch seine unverwechselbaren Mode- und Porträtaufnahmen international bekannt geworden. Die Galerie Bernheimer Fine Art Photography präsentiert als dritte Ausstellung in Kooperation mit dem Horst Estate Miami/Florida Farbfotografien von Horst P. Horst. Vom 5.12.2014 bis 31.1.2015
...Klick zum Weiterlesen
Horst P. Horst - Fashion in Colour
Fotoausstellung München . Er zählt zu den bedeutenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und ist vor allem durch seine unverwechselbaren Mode- und Porträtaufnahmen international bekannt geworden. Die Galerie Bernheimer Fine Art Photography präsentiert als dritte Ausstellung in Kooperation mit dem Horst Estate Miami/Florida Farbfotografien von Horst P. Horst. Vom 5.12.2014 bis 31.1.2015

Horst P. Horst: Barbara 'Babe' Cushing Mortimer Paley, dress by Traina-Norell, 1946

 

 

Horst P. Horst gilt als der Doyen der Modefotografie seiner Zeit. Bisher waren es hauptsächlich seine schwarz-weiß Fotografien, die im Fokus standen. Seine Karriere als Fotograf begann im Jahr 1931 in Paris bei der französischen Vogue. Die Farbbilder von Horst P. Horst, der 1906 als Horst Paul Albert Bohrmann in Weißenfels geboren wurde, fielen in eine Zeit in der die Farbe durch den im Jahr 1935 auf den Markt gekommenen Kodak Kodachrome Farbfilm  Schwung bekam.

 

 

 

 Horst P. Horst: Muriel Maxwell, hat by Lilly Daché, jewellerey by Trabert an Hoeffer-Mauboussin, 1940

 

Horst P. Horst entdeckte die neuen technischen Möglichkeiten schnell und wurde zu einem der begehrtesten Farbfotografen im Bereich der Mode. Dabei gehörten die späten 30er, 40er und frühen 50er Jahre zu seinen produktivsten Schaffensjahren – für einen seiner Auftraggeber, dem amerikanischen Condé Nast Verlag, Herausgeber der Vogue und Vanity Fair, schuf Horst über neunzig Covermotive. Schmuckstücke sind die im Rahmen der Ausstellung präsentierten Werke „Muriel Maxwell, ensemble by Sally Victor, bag by Paul Flato, sunglasses by Lugene, 1939“ , „Barbara ‚Babe’ Cushing Mortimer Paley, dress by Traina-Norell, 1946“, und „Jean Patchett, bathing suit by Brigance, 1951“. In eleganter und doch lässig entspannter, spontaner und frischer Pose, entsprechend den damaligen amerikanischen Vorstellungen, präsentieren die Supermodels und Hollywoodgrößen der Zeit Mode der angesehensten Designer.

 

Horst P. Horst: Loretta Young, NY, 1941

 

Während Horsts schwarz-weiß Fotografien durch den dramatischen Einsatz von Licht und Schatten begeisterten, setzte er bei seinen Farbbildern auf das Nebeneinander von Farbblöcken. Mittels dieses Arrangements kreierte Horst sensationell leuchtende und klare Motive. Dabei sind die Bilder Zeitdokumente des amerikanischen Lebens und der Mode und zeitlos zugleich.

Im Gegensatz zu seinen schwarz-weiß Fotos wurden die farbigen bisher weder in Ausstellungennoch in Galerien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Denn zur Entstehungszeit der Aufnahmen wurden keine Abzüge von den Bildern gefertigt, da die Kodachrome direkt zum Druck in den Magazinen genutzt wurden.

 

Erst in jüngster Vergangenheit öffnete das in den 1920er Jahren gegründete Condé Nast Archiv seine Türen, um in Kooperation mit dem Horst Estate eine kleine Auswahl der Kodachrome Horsts aus den 1940er und 50er Jahren auszuwählen und für eine Neuauflage freizugeben. Diese Arbeiten gelten als die größte Neuentdeckung im Oeuvre des Künstlers und wurden in der Ausstellung im Londoner Victoria & Albert Museum weltweit medial bewundert und gefeiert.

Exklusiv kommen jetzt, rund ein halbes Jahrhundert nach Aufnahme der einzigartigen farbigen Modebilder, auch die Besucher der Ausstellung Horst P-. Horst - Fashion in Colour in der Galerie Bernheimer, in den Genuss, diese Bilder  genießen zu können. Zu den fünfundzwanzig Motiven der Ausstellung in London werden noch ein paar überraschende Highlights aus den Bereichen der Interieur-und Portraitphotographie gezeigt, die noch nie zuvor zu sehen waren.

 

 

Parallel zu der gefeierten Retrospektive im Victoria & Albert Museum in London zeigt Bernheimer als erste Galerie weltweit eine Auswahl an Farbfotografien von Horst P. Horst.

 

Bernheimer Fine Art Photography, Brienner Straße 7, München

 

05.12.2014 - 14.02.2015
Fotoausstellung Bochum . In der Ausstellung stellt die Galerie M Werke des Schweizer Künstlers Stephan Schenk vor. Präsentiert werden Tapisserien und Fotografien der Serie "Kreuzweg", die in extremer Nahsicht Ausschnitte des Geländes von Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs zeigen. Vom 5.12.2014 bis 14.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
Stephan Schenk - Kreuzweg
Fotoausstellung Bochum . In der Ausstellung stellt die Galerie M Werke des Schweizer Künstlers Stephan Schenk vor. Präsentiert werden Tapisserien und Fotografien der Serie "Kreuzweg", die in extremer Nahsicht Ausschnitte des Geländes von Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs zeigen. Vom 5.12.2014 bis 14.2.2015

 

 

Die 14 Tapisserien der Serie sind ausgehend von fotografischen Bildern gefertigt und hängen mit ihrer beeindruckenden Größe von je 295 x 223 cm vor der Wand. Das Gewebte zeigt nahe und detaillierte Ansichten natürlichen Geländes: Blätter, Zweige, Erde, Gras, Wasser. Fesselnd ist dabei zunächst die Schönheit der gewebten Naturstücke. Die Tapisserien sprechen den Betrachter auf einer körperlich-räumlichen Ebene an, die sehr direkt und wenig distanziert ist. Dies gilt auch für die Perspektive des Blicks auf die Erde, den die Werke zeigen: Der Betrachter wähnt sich nur wenige Zentimeter von der Erdoberfläche entfernt und er ist dieser so frontal zugewandt, dass ein Oben und Unten kaum mehr auszumachen ist. Stephan Schenk zeigt in seinen Arbeiten Ausschnitte geschichtsträchtigen Geländes. Er ist zu den einstigen Schlachtfeldern gereist und hat mit seiner Kamera die Erdoberfläche der Orte festgehalten, an denen hunderttausende Menschen gestorben sind. In der reinen Anschauung der Werke formuliert sich dies nicht. Die Titel der Arbeiten aber erweitern den Blick: Sie geben an, wo die Fotografien aufgenommen wurden. Verdun, Somme, Tannenberg – diese Namen werden auch heute noch unmittelbar mit dem Ersten Weltkrieg assoziiert.

 

 

Stephan Schenks Tapisserien verzichten bewusst auf jeden Anschein von Objektivität. Durch die Übersetzung der Fotografien in das Medium der Tapisserie konterkarieren die Werke mit den medialen Eigenschaften, die fotografischen Bildern häufig den Anschein von Objektivität verleihen: Beim Herantreten werden eben nicht mehr Details sichtbar und es handelt sich nicht um Bilder, die sich gleichsam „von selbst“ dem Stoff eingeschrieben haben. Schenk geht vielmehr von der Annahme aus, dass ein solch traumatisches Ereignis wie der Erste Weltkrieg grundsätzlich nicht objektiv visualisierbar ist. Die Fotografien und Tapisserien der Serie „Kreuzweg“ sind daher eher als Anstoß zu einer Auseinandersetzung zu verstehen und forcieren dies auf vielfältige Art und Weise.

Im Hinblick auf die Umsetzung der Bilder im Medium der Tapisserie fasziniert der Gedanke des „Ineinander-verwoben-seins“ von Schicksalen und Geschichte. Der Titel der Serie, „Kreuzweg“, setzt hier an. Mehr noch als die religiöse Bedeutung des Begriffs, die hier durchaus eine Rolle spielt, beispielsweise weil der Erste Weltkrieg bereits von Zeitgenossen häufig als „Martyrium“ bezeichnet wurde, interessiert Schenk die Idee „sich kreuzender Wege“ mit der Option, den eingeschlagenen Weg selbst zu wählen. Dies erscheint im Hinblick auf die schicksalhaften Kettenreaktionen, die zum Ersten Weltkrieg führten, als ein bemerkenswerter Gedanke.

Schenk geht es in seinen Werken darum, die Erinnerung an die Opfer und an das Leiden des Ersten Weltkriegs wachzuhalten – in Form einer dezidiert nicht objektiven, sondern vor allem auf Erfahrung angelegten Erinnerungskultur. Stephan Schenks Serie „Kreuzweg“ gewährt dem Betrachter eine große Offenheit an Reflexionsmöglichkeiten. Ohne eine Lesart vorzugeben entfaltet sich in Anbetracht der Werke und mit dem Wissen um die Orte ein individuelles, emotionales Gedankenspiel, im Zuge dessen der Betrachter das Gezeigte mit Inhalt und Bedeutung füllt.

 

Galerie M Bochum, Schlossstraße 1a, Bochum

 

05.12.2014 - 08.02.2015
Ausstellung Wien Seine Gemälde winterlicher Landschaft trugen nicht unwesentlich zu dem Ruf Tirols als Skiparadies bei. Aber Alfons Walde war nicht nur Maler sondern auch Fotograf und dabei lag sein Fokus auf dem weiblichen Akt. Das Fotomuseum WestLicht zeigt jetzt neben Gemälden auch die bislang kaum bekannten erotischen Fotografien aus dem Nachlass des Malers, die über Jahrzehnte unbeachtet in einer Kiste schlummerten. Bis 8.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
SchauLust Die erotische Fotografie von Alfons Walde
Ausstellung Wien Seine Gemälde winterlicher Landschaft trugen nicht unwesentlich zu dem Ruf Tirols als Skiparadies bei. Aber Alfons Walde war nicht nur Maler sondern auch Fotograf und dabei lag sein Fokus auf dem weiblichen Akt. Das Fotomuseum WestLicht zeigt jetzt neben Gemälden auch die bislang kaum bekannten erotischen Fotografien aus dem Nachlass des Malers, die über Jahrzehnte unbeachtet in einer Kiste schlummerten. Bis 8.2.2015

Alfons Walde Anonym um 1940, Fine Art Print vom Originaldia © Alfons Walde / Bildrecht, 2014, Wien

 

Wer schon einmal in Gaststätten, Hotels oder Ferienwohnungen rund um Kitzbühel war, der wird unweigerlich an den Wänden Kunstdrucke der unverwechselbaren Motive des Malers Alfons Walde gesehen haben. Skifahrer die auf weißen Hängen den Berg hinunter wedeln, tiefverschneite Kirchtürme, idyllische Bauernhöfe vor der Kulisse des Wilden Kaisers, Frauen in traditioneller Tracht...

Von links nach rechts  Alfons Walde: Anonym um 1940, Fine Art Print vom Originaldia. Lacerta, Januar 1935,
Fine Art Print vom Originalnegativ. Anonym um 1940 Fine Art Print vom Originaldia. Rückenakt am Hahnenkamm um 1942, Grafit auf Karton

© Alfons Walde / Bildrecht, 2014, Wien

 

Naturschönheit, dörfliche Tradition, Sport in den Bergen seiner Heimat - das ist es wofürdie Bilder des Malers Alfons Walde stehen und deren Originale zu sechsstelligen Summen gehandelt werden. Da erstaunt es doch sehr, dass Herr Walde noch eine andere - weitgehend unbekannte - Seite hatte und diese Seite malte und fotografierte Akte. Sind die Aktbilder von Alfons Walde wirklich erotisch oder amüsieren sie nicht eher? Die nicht unbedingt besonders knackigen Modelle der Motive aus den 30er und 40 Jahren sind teilweise in Posen zu bewundern wie man sie auch aus den Bildern der heilen Ski- und Bergwelt Alfons Waldes kennt. Auch beim Selbstporträt Waldes durfte die Schneewelt nicht fehlen und gegen die Kälte reichte die Mütze.In der Ausstellung lernt man den Landschaftsmaler Alfons Walde, der 1891 in Oberndorf bei Kitzbühel geboren wurde, jetzt auch  als leidenschaftlichen Fotografen kennen. Seine fotografischen Studien von den Zwanzigern bis in die vierziger Jahre konzentrieren sich auf den weiblichen Körper. Offensichtlich hat Walde für Malerei und Fotografie immer einmal wieder das gleich Modell und Motiv gewählt. Die Verwendung des gerade erfundenen Farbfilms von Agfa ermöglichte Walde die realistische Wiedergabe im Foto, als Anregung für das gemalte Bild. Für die lange Zeit schwarz-weiß geprägte Fotogeschichte ist die Entdeckung nicht nur kulturhistorisch eine Sensation.


Alfons Walde Selbstporträt
um 1940, Fine Art Print vom
Originaldia © Alfons Walde /
Bildrecht 2014, Walde

 

Aus der Fülle des Archivs – etwa 250 Schwarz-Weiß-Filmrollen, rund 2000 Farbdiapositive, Kontaktbögen und Silbergelatineabzüge – haben die KuratorInnen Rebekka Reuter und Peter Weiermair die Auswahl getroffen. Vintage Prints und neue Abzüge dieser einzigartigen Farbdias begegnen in der Ausstellung Arbeiten aus dem zeichnerischen und malerischen Werk. In der Gegenüberstellung wird die Bedeutung der Fotografie für Waldes Gesamtwerk deutlich. Sichtbar wird das intime Verhältnis zwischen dem Maler und seinen Musen und so erscheinen die Fotografien mitunter als Vorspiel im doppelten Sinne.

Alfons Walde Steinbergkogel um 1926
Öl auf Karton Courtesy Museum Kitzbühel
© Alfons Walde Bildrecht, 2014, Wien

 

Alfons Walde Kontaktbogen, Januar 1935 © Alfons Walde / Bildrecht, 2014, Wien


„Es ist ungeheuer spannend, einen Künstler neu definieren zu können – und Alfons Walde als Fotografen zu entdecken“, erklärte Peter Coeln am Donnerstagabend im Fotomuseum WestLicht anläßlich der Ausstellungseröffnung. Walde-Enkel Michael Berger-Walde hat die fotografischen Schätze vor einigen Jahren aus dem Nachlass seines Großvaters geborgen und WestLicht-Besitzer Peter Coeln sofort für das Ausstellungsprojekt begeistert. Erst die aufwendige Restaurierung der frühen Farbdias machte es möglich, Abzüge herzustellen, die von WestLicht-Chefkuratorin Rebekka Reuter perfekt mit den Gemälden kombiniert wurden. Auch Co-Kurator Peter Weiermair zeigte sich angetan von diesem „Ping Pong-Spiel zwischen Fotografie und Malerei, die den Maler mit seiner Lust zu schauen und das Modell mit seiner Lust zu zeigen“ vorführt. Eine Ausstellung die für Weiermair „eine neue Tiefendimension von Alfons Walde aufschlägt, zugleich aber auch das Verhältnis zwischen Fotografie und Malerei faszinierend beleuchtet.

 

Zur Ausstellung erscheint im Haymon Verlag das Buch "SchauLust. Die erotische Fotografie von Alfons Walde", herausgegeben von Peter Coeln, mit einem Text von Peter Weiermair und einem Gespräch zwischen Rebekka Reuter, Carl Kraus und Michael Walde-Berger. 192 Seiten

Preis 29,90 Euro

Erhältlich im Fotomuseum WestLicht oder online im

bookshop

 

Edition

Zwölf ausgewählte Aktfotografien Alfons Waldes werden als Fine Art Prints in einer limitierten Edition von 24 Stück in einer hochwertigen Editionsbox angeboten.

 

WestLicht Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

 

05.12.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung München . Die passenden Bilder am passenden Ort! Rund dreißig Bilder des bekannten Tier- und Naturfotografen Norbert Rosings sind in der Ausstellung "Im Reich der Eisbären" jetzt im Artenschutzzentrums des Münchner Tierpark Hellabrunn zu sehen. Bis 22. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Norbert Rosing: Im Reich der Eisbären
Fotoausstellung München . Die passenden Bilder am passenden Ort! Rund dreißig Bilder des bekannten Tier- und Naturfotografen Norbert Rosings sind in der Ausstellung "Im Reich der Eisbären" jetzt im Artenschutzzentrums des Münchner Tierpark Hellabrunn zu sehen. Bis 22. Februar 2015

 

 Norbert Rosing bei der Eröffnung der Ausstellung "Im Reich der Eisbären" im Münchner Tierpark Hellabrunn Foto Tierpark Hellabrunn/Marc Müller

 

Kein anderer Fotograf hat eine solche Vielzahl aufregender und berührender Motive von Eisbären fotografiert wie Norbert Rosing. Seit über 20 Jahren ist der Natur- und Tierfotograf mehrmals jährlich in den arktischen Regionen unterwegs. Seit
März 2014 ist Norbert Rosing Pate des jungen Hellabrunner Eisbären Nobby.
Die Bilder von Norbert Rosing wurden in zahlreichen Magazinen wie GEO, BBC Wildlife oder National Geographic veröffentlichtund füllen mehrere Bildbände; das renommierte britische Magazin Outdoor Photography wählte ihn 2011 unter die vierzig einflussreichsten Naturfotografen.
 
 
 
Zwei Eisbären im Spielkampf, Churchill/Kanada Foto Norbert Rosing
 
 
 
„Die Vereinten Nationen haben die UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 ausgerufen, und Norbert Rosing ist einer ihrer deutschen Botschafter. Er trägt mit dazu bei, dass Begriffe wie „Biologische Vielfalt“ und „Biodiversität“ im Bewusstsein unserer Gesellschaft immer präsenter werden, dass immer besser verstanden wird, wie unser aller Leben auf diesem Planeten zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst", erklärte Zoodirektor Rasem Baban anläßlich der Austellungseröffnung. "Wir müssen verstehen lernen, warum der Eisbär am Polarkreis sehr wohl Bedeutung für unser Leben hier in Deutschland hat und umgekehrt. Insofern sind auch die Eisbären auf Rosings Fotografien Botschafter des Biodiversitätsgedankens - so wie unsere Eisbären hier in Hellabrunn Botschafter sind für ihre wildlebenden Verwandten im hohen Norden. Das Thema Biodiversität bestimmt deshalb auch zunehmend unsere Arbeit im Tierpark Hellabrunn."
 
 
 
Norbert Rosing bei der Eröffnung der Ausstellung "Im Reich der Eisbären" im Münchner Tierpark Hellabrunn Foto Tierpark Hellabrunn/Marc Müller
 
 
 
Die Ausstellung Im Reich der Eisbären im Artenschutzzentrum von Hellabrunn wurde in Zusammenarbeit mit der CEWE Stiftung & Co. KGaA, Oldenburg erstellt . Sie kann im Rahmen eines regulären Tierparkbesuchs täglich von 9 bis 16:30 Uhr besichtigt werden.
 
 
 
04.12.2014 - 14.02.2015
Fotoausstellung Wien Eine umfassende Ausstellung widmet die Galerie OstLicht den fotografischen Arbeiten Ulrich Seidls. Zu sehen sind Standbilder aus Filmen von den Neunziger Jahren bis heute. „Ich liebe es, hautnahe Bilder zu machen. Menschen in ihrer Physis ungeschminkt zu zeigen. Gerade darin, in dem Ungeschönten, liegt für mich so etwas wie Schönheit.“ erklärt Ulrich Seidl seine Arbeit. Vom 4.12.2014 bis 14. 2.2015
...Klick zum Weiterlesen
Ulrich Seidl - Stills 1998 – 2014
Fotoausstellung Wien Eine umfassende Ausstellung widmet die Galerie OstLicht den fotografischen Arbeiten Ulrich Seidls. Zu sehen sind Standbilder aus Filmen von den Neunziger Jahren bis heute. „Ich liebe es, hautnahe Bilder zu machen. Menschen in ihrer Physis ungeschminkt zu zeigen. Gerade darin, in dem Ungeschönten, liegt für mich so etwas wie Schönheit.“ erklärt Ulrich Seidl seine Arbeit. Vom 4.12.2014 bis 14. 2.2015

 

Im Keller, 2014 © Ulrich Seidl Filmproduktion, coop filmproduktion

 

Die Galerie OstLicht widmet sich erstmals umfassend den fotografischen Arbeiten Ulrich Seidls. Zu sehen sind Standbilder aus Filmen von den späten Neunzigern bis heute. Ulrich Seidls unbestechliches Auge und sein Gespür für Komposition sind unumstritten. In seiner ungeschminkten Sicht auf Menschen und Situationen erinnert seine Arbeit ein wenig an Motive des englischen Fotografen Martin Parr, dessen Bilder einen schmunzeln lassen ob den Schuss Ironie und Witz die Welt zu sehen.

 

Im Keller, 2014 © Ulrich Seidl Filmproduktion, coop filmproduktion  

 

Seine mit geradezu fotografischer Akribie generierten Tableaus geben nicht bloß flüchtige Einblicke in die oftmals beklemmende Thematik seines filmischen Schaffens, mit größter Genauigkeit bis ins Detail durchkomponiert, überzeugen sie durch ihre klare Ästhetik und strenge Geometrie. Die Bilder gehören zu den Filmen Models (1998), Hundstage (2001), Brüder, lasst uns lustig sein (2006), Import Export (2007), die Paradies-Trilogie Liebe, Glaube, Hoffnung (2012) und Im Keller (2014). 

 

Paradies: Liebe, 2012 © Ulrich Seidl Filmproduktion

 

 Paradies: Hoffnung, 2012 © Ulrich Seidl Filmproduktion

 

Die Bilder von Steidl sind geprägt durch den Charakter der Inszenierung und die Spannung zwischen Ästhetik und Existenz im statischen Bild. Durch die Vereinzelung ausgewählter Filmkader, und damit einhergehend der Entzug jeglicher filmischer Handlung, ist die Entfremdung – ein Markenzeichen seiner symmetrischen Bildeinstellungen – präsenter denn je. Seidls kompromisslose Kompositionen funktionieren somit auch völlig losgelöst von seinen Filmen, und entfalten, in das Medium Fotografie transferiert, als eigenständige Werke eine tiefe Faszination.

 

Import, Export 2007 © Ulrich Seidl Filmproduktion

 

Besonders in Seidls neuestem Film Im Keller dominiert der fotografische Blick des Filmautors und Regisseurs. Bild für Bild durchgestaltet, reihen sich minutenlange Tableau-Darstellungen aneinander, die Protagonisten verharren fast bewegungslos in einer Position.

 

Die Themen:

Im Keller (2014) Der Essayfilm über den Alltag in österreichischen Kellern skizziert die Beziehung der Bewohner zu ihren unterirdischen, oftmals verborgenen Räumlichkeiten und begibt sich auf Streifzug durch die Abgründe der menschlichen Seele. 25 verschiedene Kellervarianten in typisch symmetrischen Tableaus zeigen die Auseinandersetzung mit einem Ort der völligen Privatheit, in dem Menschen alltäglichen Arbeiten, außergewöhnlichen Freizeitvergnügen und fragwürdigen Sehnsüchten nachgehen.

Paradies-Trilogie: Liebe, Glaube, Hoffnung (2012)Die Paradies-Trilogie erzählt von drei Frauen einer Familie, die jede für sich ihren Urlaub verbringt: als Sextouristin, als missionierende Katholikin und als junges Mädchen in einem Diätcamp. Paradies: Liebe handelt von älteren Frauen, denen sich junge afrikanische Männer für Liebesdienste anbieten, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. In reduzierten Bildeinstellungen greift der Film Themen wie Sehnsucht, die Macht der Hautfarbe und den Marktwert von Sexualität auf.
In Paradies: Glaube untersucht Ulrich Seidl, was es bedeutet, das Kreuz auf sich zu nehmen. Für Anna Maria, eine alleinstehende Frau um die 50, liegt das Paradies bei Jesus. Ihm weiht sie all ihr Tun und Sein. Ihren Urlaub verbringt sie damit, mit einer Wandermuttergottes-Statue missionierend von Haus zu Haus zu gehen und liefert sich mit dem entfremdeten muslimischen Gatten einen ehelichen Kleinkrieg.
Paradies:Hoffnung, der dritte Teil der Trilogie, erzählt von übergewichtigen Mädchen und ihrer ersten Liebe. Während ihre Mutter, Teresa, nach Kenia fährt (Paradies: Liebe) und ihre Tante für Jesus Christus missioniert (Paradies: Glaube), verbringt die Teenagerin mit anderen Jugendlichen ihre Ferien in einem streng geführten Diätcamp in der österreichischen Provinz. Zwischen Sporterziehung und Ernährungsberatung, Polsterschlachten und ersten Zigaretten verliebt sie sich in einen 40 Jahre älteren Arzt, den Leiter des Camps.  

 

Import Export (2007) Zwei junge Menschen suchen Arbeit und reisen, um einen Neubeginn im Leben zu finden. Olga stammt aus einem Teil Europas, in dem existenzielle Armut an der Tagesordnung steht. Sie wähnt ihr Glück im Westen und landet als Putzfrau in einer österreichischen Geriatrie. Paul fährt indessen beruflich mit seinem Stiefvater von Österreich in die Ukraine. Es beginnt für beide Protagonisten eine Reise auf der Suche nach Glück und Geld, die an den grundlegendsten Fragen des Lebens nicht vorbeikommt und durch die Abgründe von Menschlichkeit, Sexualität und Tod führt.

 

Brüder, lasst uns lustig sein (2006) „Brüder lasst uns lustig sein, trotzet wacker den Beschwerden“, schallt das Sklavenlied aus Mozarts Zaide. Dazu geben sich zwei Männer im Schummerlicht zweckfreiem Genuss hin: Sie befriedigen sich selbst, wie man sich selbst befriedigt, wenn man auf Kommando in Stimmung kommen und Spaß haben soll. Der Film nimmt bereits im Vollzug der Lust jenen Katzenjammer vorweg, der die Forderung Nietzsches, dass alle Lust Ewigkeit will, zu einer ewig nicht eingelösten Utopie macht. Ulrich Seidl hat diese Mozartminute im Auftrag des Mozartjahrs 2006 gestaltet. 

 

Hundstage (2001) In der Atmosphäre eines drückend heißen Sommers erzählen sechs Geschichten, denen Ort und Zeit des Geschehens gemeinsam ist, vom Alltag im Niemandsland zwischen Autobahnzubringern, Einkaufsmärkten und Einfamilienhaussiedlungen. Der Film streift durch Tage voller Einsamkeit, Verlust und Sehnsucht und macht das Leben in seiner Verletzlichkeit und Intimität bewusst.  Models (1998)
Lisa, Tanja und Vivian sind Mitte zwanzig, attraktiv und träumen von privatem Glück und beruflichem Erfolg. Sie kämpfen mit ihrem Körper, denn als Models sind sie von ihrem Äußeren abhängig. Auf der ständigen Suche, Karriere zu machen, geliebt zu werden, den richtigen Mann zu finden, den idealen Körper zu erreichen, gehen sie von Casting zu Casting, telefonieren stundenlang mit Freundinnen, Männern, Müttern, Agenturen und Fotografen, warten meist vergeblich auf Jobs und hetzen von einer Disconacht in die nächste.   

 

Ulrich Seidl © Sepp Dreissinger

 

Ulrich Seidl wurde 1952 in Wien geboren, studierte an der Filmakademie Wien, sein Regiedebüt gab er 1980 mit dem Kurzfilm Einsvierzig. Ulrich Seidl wurde für Dokumentarfilme wie Good News, Tierische Liebe und Models mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. 2012 erhielt Paradies: Glaube den Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Venedig. Schon Seidls erster Spielfilm Hundstage war elf Jahre zuvor bei der Biennale mit derselben hohen Auszeichnung bedacht worden.  2003 gründete er die Ulrich Seidl Filmproduktion GmbH und tritt seitdem auch als Produzent seiner Filme auf

An der Volksbühne Berlin hatte 2004 sein Stück Vater unser Premiere, 2009 entwickelte und inszenierte Seidl für die Münchner Kammerspiele und die Wiener Festwochen Böse Buben / Fiese Männer nach Texten von David Foster Wallace.

Seine Fotoausstellung Paradies: Liebe / Glaube / Hoffnung wurde 2013 in BAWAG PSK Contemporary in Wien, bei C/O Berlin sowie im Rahmen des Molodist International Film Festival in Kiew und im Rahmen des Monats der Fotografie in Bratislava gezeigt. 

 

OstLicht. Galerie für Fotografie, Absberggasse 27, Wien

 

02.12.2014 - 07.03.2015
Fotoausstellung Frankfurt . Arbeiten der Stipendiaten Ulrich Gebert und Andrej Krementschouk stellt die Ausstellung "f/12.2" im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung vor. Außerdem sind die Künstler der Stipendiaten-Shortlist Alexandra Baumgartner, Valerio Spada und Robert Voit zu sehen, deren Werke in die Sammlung aufgenommen wurden. Bis 7.3.2015
...Klick zum Weiterlesen
Ulrich Gebert und Andrej Krementschouk "f/12.2"
Fotoausstellung Frankfurt . Arbeiten der Stipendiaten Ulrich Gebert und Andrej Krementschouk stellt die Ausstellung "f/12.2" im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung vor. Außerdem sind die Künstler der Stipendiaten-Shortlist Alexandra Baumgartner, Valerio Spada und Robert Voit zu sehen, deren Werke in die Sammlung aufgenommen wurden. Bis 7.3.2015

Foto Ulrich Gebert

 

 

Bereits von 1993 bis 2003 hat die DZ BANK Kunstsammlung im Bereich Fotografie Arbeitsstipendien an Künstler vergeben und lässt jetzt anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr das Stipendium neu aufleben. Alle zwei Jahre wird künftig eine wechselnde siebenköpfige Jury die Kandidaten vorschlagen. Diese können sich mit Arbeitsproben und Projektideen bewerben, die im weitesten Sinne mit fotografischen Bildern zu tun haben.

Für das Projektstipendium 2014 wurden insgesamt 43 Arbeitsproben und Projektideen eingereicht. Am meisten überzeugten Ulrich Gebert und Andrej Krementschouk. Ihnen wurde mit dem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro pro Monat über den Zeitraum eines Jahres die Arbeit an ihrem Projekt ermöglicht.

Ulrich Gebert, 1976 in München geboren studierte Fotografie unter anderem als Meisterschüler bei Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Der Künstler erforscht in seinem konzeptuellen Werk das kulturell geprägte Verhältnis des Menschen zum Tier. Die Fotografien, deren Grundlage oftmals vorgefundene Materialien bilden, thematisieren Forschung, Zucht oder Massentierhaltung. In dem Stipendiumsprojekt „Ur“ beschäftigt sich Gebert mit dieser Rinderart, die seit dem 17. Jahrhundert ausgestorben schien. In den 20er Jahren entstand die Idee, durch Kreuzungszucht und anschließende Selektion die ursprünglichen Merkmale des Auerochsen wieder in einem Tier zu vereinigen. In seiner Serie zeigt er die vom Menschen geschaffenen Tiere in der Natur, die selbstverständlich auch Kulturlandschaft ist. Was also scheinbar natürlich daher kommt, ist Künstlichkeit in sich.

 

 

 Bild Andrej Krementschouk

 

 

Andrej Krementschouk 1973 in Gorki/Sowjetunion geboren, absolvierte eine Ausbildung als Restaurator von Ikonen und Kunstgegenständen aus Metall dem ein eStudium der Musikethnologie, das er mit dem Diplom als Chorleiter abschloss, folgte. Sechs Jahre lang arbeitete er als Goldschmied und restaurierte Ikonen. Danach studierte er in Hamburg bei Ute Mahler und in Leipzig Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie.

 Die Bilder von Andrej Krementschouk sind eine Fortentwicklung seines bereits 2007 begonnen Projekts „Come bury me“ („Komm wieder, um mich zu begraben“). Es zeigt Menschen auf der Schattenseite des Lebens. In seinem „TEXTfoto Buch“ mit gleichnamigem Titel berichtet er vom Leben einer Gruppe Obdachloser in Russland in einem verfallenen alten Haus. Triste Evidenz, Traum, Rausch, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Tod, aber auch die gemeinschaftliche Geborgenheit, sind in diesen Bildern gegenwärtig. Nach einem Jahr ist die Hütte samt ihren Bewohnern einer Brandstiftung zum Opfer gefallen. In seinem Stipendiumsprojekt „Vier Jahreszeiten“ hat Andrej Krementschouk die Geschichte des Nachfolgebaus in zeitlichen Intervallen jeweils vom gleichen Kamerastandort aus fotografisch festgehalten. Mittlerweile ist nach diversen Zwischenphasen dort ein luxuriöses Restaurant errichtet worden.

 

Die Jury

Zum letztjährigen Fachgremium, das von Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, benannt wurde, gehörten Els Barents (Huis Marseille Museum voor Fotografie), Thomas Draschan (Künstler, Wien), Carolin Ellwanger (Geschäftsführerin Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg), Dr. Martin Engler (Kustos für Gegenwartskunst Städel Museum, Frankfurt am Main), Dr. Alexander Klar (Direktor Museum Wiesbaden) und Dr. Ulrich Pohlmann (Sammlungsleiter Fotografie Münchner Stadtmuseum).

 

DZ BANK Kunstsammlung

Im ART FOYER veranstaltet die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main regelmäßig Ausstellungen. Das Spitzeninstitut der Volksbanken Raiffeisenbanken verfügt über eine weltweit anerkannte Sammlung zeitgenössischer Fotokunst mit über 7000 Werken von rund 700 Künstlern.

 

28.11.2014 - 21.02.2015
Fotoausstellung Berlin . Sie gehört zu den Topmodells unserer Zeit, die rund um die Welt auf Covern und Plakaten zu sehen ist. In ihrer Karriere stand Kate Moss vor der Kamera vieler bedeutender Fotografen. Die Berliner Galerie Hiltawsky stellt die traumhafte Motive der Schönheit aus. 28.November 2014 bis 21. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Kate Moss - The Icon
Fotoausstellung Berlin . Sie gehört zu den Topmodells unserer Zeit, die rund um die Welt auf Covern und Plakaten zu sehen ist. In ihrer Karriere stand Kate Moss vor der Kamera vieler bedeutender Fotografen. Die Berliner Galerie Hiltawsky stellt die traumhafte Motive der Schönheit aus. 28.November 2014 bis 21. Februar 2015

 

Albert Watson, Kate moss, Veil, Marocco, 1993 © Albert Watson courtesy galerie hiltawsky

 

Kate Moss (*1974 London) ist unbestritten eine Ikone der Gegenwart. 1988 wurde die damals 14-Jährige von Sarah Doukas, der Gründerin der Modelagentur Storm, am JFK-Flughafen in New York entdeckt. Noch im selben Jahr schloss Moss einen Werbevertrag mit dem Modelabel Calvin Klein und warb vor allem in Nordamerika in Printmedien und auf Plakaten für die Unterwäsche der Marke.

 

Satoshi Saikusa, Kate III © Satoshi Saikusa courtesy galerie hiltawsky

 

Ab Anfang der 1990er Jahre gehörte die nur 1,70 m große Kate Moss mit den anderen Topmodells wie Cindy Crawford, Claudia Schiffer, Christy Turlington, Naomi Campell und Linda Evangelista zu der kleinen Gruppe der Supermodels. Kate Moss war auf dem Cover sämtlicher relevanter Modemagazine und hat mit den wichtigsten Fotografen der heutigen Zeit zusammengarbeitet.

 

Satoshi Saikusa, Kate II © Satoshi Saikusa courtesy galerie hiltawsky



Galerie Hiltawsky, Tucholskystraße 41, Berlin

 

 

 

 

 

27.11.2014 - 17.05.2015
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung knapp 200 Bilder unter dem Titel "Permanent Loan Selection" in denen sowohl Porträt- als auch Akt- und Modebilder zu sehen sein werden. Viele der Aufnahmen wurden in Berlin noch nie vorgestellt. 27. November 2014 bis 17. Mai 2015
...Klick zum Weiterlesen
Helmut Newton: Permanent Loan Selection
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung knapp 200 Bilder unter dem Titel "Permanent Loan Selection" in denen sowohl Porträt- als auch Akt- und Modebilder zu sehen sein werden. Viele der Aufnahmen wurden in Berlin noch nie vorgestellt. 27. November 2014 bis 17. Mai 2015

 

Helmut Newton, Sigourney Weaver, Los Angeles, 1983 © Helmut Newton Estate

 

Helmit Newton, der 1920 in Berlin geboren wurde, wurde vor allen durch seine provokanten Aktfotografien und seine beeindruckenden Modebilder weltberühmt. Seine Aktofotografien erregten in den 90er Jahren vor allem in der feministischen Szene Unwillen, wo sie als sexistisch angesehen wurden. So angegriffen Helmut Newton zum Teil war, blieben seine fotografischen Erfolge unumstritten. So wurde er mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet. Vor zehn Jahren verstarb er nach einem Verkehrsunfall in Los Angeles. Nach seinem Wunsch wurde er in seiner Heimatstadt Berlin beigesetzt.

 

Helmut Newton, David Lynch und Isabella Rossellini, Los Angeles, 1983 © Helmut Newton Estate

 

Als Helmut Newton im Herbst 2003 seine Stiftung in Berlin gründete, übertrug er ihr mehrere Hundert Originalfhotografien als Dauerleihgabe. Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt die Helmut Newton Stiftung daraus nun erstmals knapp 200 Bilder unter dem Titel „Permanent Loan Selection“. Die drei Hauptgenres – Porträt, Akt und Mode – werden, räumlich getrennt, mit vielen bisher in Berlin noch nicht gezeigten Aufnahmen vorgestellt.

 

Helmut Newton, Catherine Deneuve for a photo-essay in Nouvel Observateur, Pairs 1983
© Helmut Newton Estate

 

 

Darunter finden sich viele Porträts bekannter Persönlichkeiten, etwa von Catherine Deneuve, Paloma Picasso, Karl Lagerfeld oder David Bowie. Bei den Modephotographien dieser Auswahl, ebenfalls in Schwarz-Weiß und Farbe, handelt es sich vor allem um Editorial-Aufträge für international bedeutende Magazine, aufgenommen in den 1970er und 1980er-Jahren. Newtons lebensgroße Big Nudes entstanden 1980 in Paris; fünf von ihnen hängen seit Stiftungsgründung in der Museumslobby. In der aktuellen Ausstellung tauchen nun auch andere lebensgroße Aktaufnahmen auf.

 

Helmut Newton, US Vogue, Monaco 1996 © Helmut Newton Estate

 

 

In June’s Room schließlich begegnet dem Besucher eine Auswahl vergrößerter Kontaktbögen mit unterschiedlichen Figurenkonstellationen, die einen ungewöhnlichen Einblick in Newtons Arbeitsprozess gewähren.

 

Helmut Newton Stiftung, Museum für Photographie, Jebenstraße 2, Berlin

 

 

21.11.2014 - 28.05.2015
Fotoausstellung Salzburg Im Schloss Arenberg zeigt die Leica Galerie Salzburg großformatige Bilder des Leica Fotografen Michael Agel der auf dem Montreux Jazz Festival in der Schweiz, einem der renommiertesten Musikfestivals in Europa, fotografiert hat. Vom 21.11.2014 bis 28.5. 2015
...Klick zum Weiterlesen
Michael Agel - Montreux Impressionen
Fotoausstellung Salzburg Im Schloss Arenberg zeigt die Leica Galerie Salzburg großformatige Bilder des Leica Fotografen Michael Agel der auf dem Montreux Jazz Festival in der Schweiz, einem der renommiertesten Musikfestivals in Europa, fotografiert hat. Vom 21.11.2014 bis 28.5. 2015

 Der amerikanische Saxofonist James Carter fotografiert von Michael Agel


 

Das Montreux Jazz Festival ist eines der renommiertesten Musikfestivals in Europa und nach dem kanadischen Montreal International Jazz Festival das größte Jazz Festival der Welt. Seit 1967 findet es jährlich in Montreux, am Ufer des Genfersees, in der Schweiz statt.
 

Für Leica- offizieller Partner des Festivals von 2011 bis 2013 - fotografierte er mit seiner Leica Monochrom und M die Stars auf der Bühne. Entstanden sind beeindruckende Momentaufnahmen großer Stars wie Alanis Morisette, Eryka Badu, Herbert Grönemayer, Katie Melua oder den amerikanischen Saxofonisten James Carter.

 

 

Michael Agel, 1970 in Wetzlar geboren, ist bekannt für seine authentischen und ausdrucksstarken Portrait- und Live-Fotografien. Schon als Jugendlicher pilgert Michael Agel zu den Konzerten seiner Lieblingsbands, wie z.B. Metallica, Bryan Adams, die Toten Hosen, Red Hot Chili Peppers oder Motörhead.
 

Neben zahlreichen Ausstellungen, Kalender- und Buchveröffentlichungen begleitete er fotografisch die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM 2010.

Die ausgestellten Fotografien sind auf 6 Stück limitiert, in 2 Größen erhältlich, und käuflich  zu erwerben.

 

Schloss Arenberg, Salzburg

 

 

 

 

15.11.2014 - 08.02.2015
Fotoausstellung München . Anlässlich der Edition 46 des Süddeutsche Zeitung Magazins, die jedes Jahr von einem zeitgenössischen, internationalen Künstler gestaltet wird, stellt das Museum Villa Stuck Roger Ballen aus, der in diesem Jahr auserkoren ist dem Magazin sein Gesicht zu geben. Gezeigt werden 32 Arbeiten unter dem Titel "Theater der Absurdität". Von 15.11.2014 bis 8.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
Roger Ballen - Theater der Absurdität
Fotoausstellung München . Anlässlich der Edition 46 des Süddeutsche Zeitung Magazins, die jedes Jahr von einem zeitgenössischen, internationalen Künstler gestaltet wird, stellt das Museum Villa Stuck Roger Ballen aus, der in diesem Jahr auserkoren ist dem Magazin sein Gesicht zu geben. Gezeigt werden 32 Arbeiten unter dem Titel "Theater der Absurdität". Von 15.11.2014 bis 8.2.2015

 

Roger Ballen, Place of the Eyeballs (Ort der Augäpfel), 2012, aus der Serie: Asylum of the Birds
© Roger Ballen

 

 

Zum vierten Mal zeigt das Museum Villa Stuck in diesem Jahr Fotografie:  Es begann mit Jan Paul Evers im Rahmen der Reihe RICOCHET, gefolgt von der Ausstellung »gute aussichten ­junge deutsche fotografie 2013/2014« und den Fotografien von Regina Schmeken aus der Serie "Unter Spielern" passend zur Fussballweltmeisterschaft.

Jetzt sind es die Arbeiten des US-amerikanischen, in Johannesburg lebenden Fotografen Roger Ballen. Kern der Ausstellung ist die von dem Fotografen jüngst abgeschlossene Serie "Asylum of the Birds", die in einer Publikation und einem begleitenden Film 2014 erstmals derÖffentlichkeit vorgestellt wurden.Der Mensch als körperliches Wesen ist auf den Bildern kaum noch als Ganzes zu sehen. Einzelne Körperteile wie Hände oder Arme werden in den Motiven unter anderem mit Puppenköpfen, Tieren und vor allem Vögeln kombiniert.

 

Roger Ballen, Sheep on Cupboard (Schaf auf einem Schrank), 2003, aus der Serie: Shadow Chamber
© Roger Ballen

 

Ergänzt werden die Bilder mit Fotografien aus den Serien "Outland", "Shadow Chamber" und "Boarding House". Nach der umfassenden Retrospektive in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums 2010/11 ist es die zweite institutionelle Präsentation der Fotografie von Roger Ballen in München. Kuratiert wurde die Ausstellung in der Villa Stuck von Michaelo Buhrs.

Der 1950 in New York geborene Fotograf Roger Ballen kam schon als Jugendlicher durch seine Mutter mit der Fotografie in Berührung. In den 60er Jahren arbeitete er bei der berühmten Agentur Magnum und gründete im anschlussin New York die Galerie "Photography House". Roger Ballen bereiste in den 70er Jahren zum ersten Mal Südafrika, wo er seit 1981 in Johannesburg lebt. Roger Ballen fotografiert die weiße Bevölkerung Südafrikas. Dabei konzentrierte er sich auf Menschen , die durch ein Raster gefallen sind, auf der Straße oder in heruntergekommenen Behausungen leben, gezeichnet von Armut, Hunger, Krankheit und Verfall. In dem Buch "Platteland" kann man, die faszinierende Arbeit von Roger Ballen bewundern, Bilder die kaum Jemand vergißt, der sie einmal gesehen hat. 

 

Roger Ballen, Take off (Abflug), 2012, aus der Serie: Asylum of the Birds © Roger Ballen



Ballen, der als Geologe in Südafrika tätig war, fotografierte eindringliche Porträts und immer öfter Aufnahmen von Innenräumen, leer oder mitsamt der Menschen, die sie bewohnen. Die Objekte und Gegenstände, immer wieder auch Tiere, mit denen sich Ballens Protagonisten umgeben, werden zu zentralen Elementen der Fotografien. Hinterfangen werden diese Szenen durch Zeichnungen an Wänden, auf Möbeln oder auf dem Boden, oft mit Kreide mehr schnell gekritzelt als sauber gezeichnet; sie zeigen Gesichter, Körper oder bleiben abstrakt. Im Lauf der Zeit verändert sich Ballens Herangehensweise von der fotografischen Dokumentation hin zu einer arrangierten Fiktion, in der die Rolle des Fotografen ergänzt wird durch Züge des Inszenierens und Komponierens ganzer Räume. Ballen ist dabei immer ein einfühlsamer Kommunikator, der mit den Menschen auf eindringliche Weise spricht, sie in jedem Moment des Austauschs ernst nimmt, und so den manchmal unmenschlich wirkenden Zustand, in dem sich Menschen und Räume befinden, eine zutiefst berührende Menschlichkeit verleiht.

 

Jedes Jahr legt das Magazin der Süddeutschen Zeitung in der 46. Woche seine Gestaltung in den Händen eines internationalen zeitgenössischen Künstlers: Anselm Kiefer (1990), Francesco Clemente (1991), Jeff Koons (1992), Jenny Holzer (1993), Per Kirkeby (1994), Sigmar Polke (1995), Richard Prince (1996), Christian Boltanski (1997), Matthew Barney (1998), Alex Katz (1999), Francesco Vezzoli (2007), Marcel Dzama (2008), Paulina Olowska (2009), Hans-Peter Feldmann (2010), Barbara Kruger (2011), Bilder einer Ausstellung, kuratiert von Ingvild Goetz (Sue De Beer, Sven Johne, Emmanuelle Antille, Zilla Leutenberger, Christoph Brech, Julian Rosefeldt, Hillary Lloyd, Karen Yasinsky, Jacco Olivier, Jochen Kuhn, A K Dolven, Jeanne Faust, Robin Rhode, Martin Brand, Bjorn Melhus, Marcel Odenbach, Shana Moulton, 2012), David Shrigley (2013)

 

 

 

 Porträt Roger Ballen Foto: © Marguerite Rossouw



Museum Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60, München

 

15.11.2014 - 06.04.2015
Fotoausstellung Wolfsburg In der Ausstellung RealSurreal zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei.
...Klick zum Weiterlesen
RealSurreal. Meisterwerke der Avantgarde-Fotografie
Fotoausstellung Wolfsburg In der Ausstellung RealSurreal zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei.

 

Hans Bellmer: Die Puppe, 1935, Foto: Christian P. Schmieder, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2014



Bei der Fotografie bleibt immer die Frage bildet sie die Wirklichkeit naturgetreu ab, oder ist sie ein inszeniertes Bild? Das Kunstmuseum Wolfsburg wirft mit der Ausstellung RealSurreal einen umfassenden Blick auf die Avantgarde-Fotografie zwischen 1920 und 1950. Präsentiert werden mit der Ausstellung RealSurreal rund 200 Meisterwerke aus der in diesem Umfang noch nie gezeigten, bedeutenden Münchner Sammlung Siegert zur Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus in Deutschland, Frankreich und der Tschechoslowakei. Ausgehend von einem Prolog mit beispielhaften Fotografien des 19. Jahrhunderts lässt sich im Kunstmuseum Wolfsburg anhand seltener Originalabzüge bedeutender Fotografen die Bandbreite und Vielschichtigkeit der Fotografie zwischen real und surreal neu entdecken. Dazu machen historische Fotobücher und Zeitschriften sowie seltene Künstlerbücher und Beispiele avantgardistischer Umschlaggestaltungen den neuen Blick auf die Welt erlebbar. Einige berühmte Filmbeispiele von Luis Buñuel, László Moholy-Nagy, Hans Richter u. a., die in einem 45-minütigen Loop permanent in der Ausstellung gezeigt werden, machen auf die fruchtbare Wechselbeziehung zwischen Avantgarde-Fotografie und dem Kino dieser Zeit aufmerksam.

 

Erwin Blumenfeld: Totenschädel, 1923/33 Foto Christian P. Schmieder, München © The Estate of Erwin Blumenfeld

 

 

Ausgestellte Künstler:

Eugène Atget – Herbert Bayer – Hans Bellmer – Aenne Biermann – Brassaï – František Drtikol – Jaromír Funke – Florence Henri – André Kertész – Germaine Krull – Herbert List – Man Ray – László Moholy-Nagy – Albert Renger-Patzsch – August Sander – Josef Sudek – Maurice Tabard – Raoul Ubac – Umbo – Wols u. a.



Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Wolfsburg

14.11.2014 - 31.01.2015
Fotoausstellung München . „Nur durch eine Nymphe wird Natur zur Landschaft.“ erklärt der deutsche Fotokünstler Elger Esser, der schon zum fünften Mal in der Galerie Rüdiger Schöttle ausgestellt wird. Gezeigt werden Werke aus seiner neuesten Serie von Landschaftsmtoive mit dem Titel „Ninfa“ (dt. Nymphe), die in dem gleichnamigen italienischen Giardino di Ninfa, südlich von Rom, entstanden sind. 14.11.2014 bis 31.1.2015
...Klick zum Weiterlesen
Elger Esser - Ninfa
Fotoausstellung München . „Nur durch eine Nymphe wird Natur zur Landschaft.“ erklärt der deutsche Fotokünstler Elger Esser, der schon zum fünften Mal in der Galerie Rüdiger Schöttle ausgestellt wird. Gezeigt werden Werke aus seiner neuesten Serie von Landschaftsmtoive mit dem Titel „Ninfa“ (dt. Nymphe), die in dem gleichnamigen italienischen Giardino di Ninfa, südlich von Rom, entstanden sind. 14.11.2014 bis 31.1.2015

 

 

Elger Esser, Ninfa – Physadeia, 2013, Unikat, Directprint, AluDibond, Shellac,
98 x 123 x 4,5 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

 

Eine bezaubernde Landschaft mit einer einzigartigen Flora und Fauna bilden die Kulisse für die Bilder von Elger Esser.
Entwickelt hat sich dieses außergewöhnliche Biotop, dessen Ursprünge bis in die Antike zurückführen, aufgrund der besonders geschützten Lage am Fuße der Lepinischen Berge und an der Quelle des Flusses Ninfa. Die städtischen Strukturen wurden aufgrund der Pest und zahlreicher Raubzüge im Mittelalter aufgegeben und von der Natur zurückerobert. Im 16. Jahrhundert ließ schließlich die Adelsfamilie Caetani einen englischen Garten rund um diese fruchtbare Ruinenlandschaft anlegen. Der verwunschene Giardino di Ninfa zieht seit Jahrhunderten Künstler, Literaten und Dichter an, darunter Giorgio Vasari, Virginia Woolf und Gabriele D’Annunzio.

Elger Esser konzentrierte sich in seiner Auseinandersetzung mit Ninfa auf den mythologischen Geist, der diesem Ort innewohnt. Die Werke tragen Titel wie Orseis, Abarbaree und Nysa, benannt nach den Wasser-, Felsen- und Blumennymphen der griechischen Mythologie. In Farbe und Schwarz-Weiß näherte sich Esser der Wasser- und Pflanzenwelt, die durch die verfallenen Mauern und Steinreste wuchert. Dabei entstand ein allegorischer Werkkomplex, der den Nymphen wieder Leben einhaucht.

Die hochwertige Drucktechnik der Unikate verstärkt den geheimnisvollen Charakter der Umgebung, in der die Werke entstanden sind. In einem speziellen Verfahren wurden die fotografischen Aufnahmen direkt auf Aluminium gedruckt und mit Shellac überzogen, sodass sie eine malerische Oberfläche erhielten. Ergänzt werden die Fotoarbeiten durch Videoinstallationen, die die Bewegung des Wassers und dessen Geräusche im Garten sinnlich erfahrbar machen.

Elger Esser (*1967 in Stuttgart) verbrachte seine späte Schulzeit in Rom. Zum Studium kam er zurück nach Deutschland in die berühmte Klasse von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf (1991 – 1997). Seitdem werden seine Landschaftsbilder und Veduten in zahlreichen internationalen Ausstellungshäusern präsentiert, u.a. im Solomon R. Guggenheim Museum New York, Stedelijk Museum Amsterdam, Kunsthaus Zürich, Centre Pompidou Paris oder auch im Lenbachhaus München. 

 

Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstra0e 41, München

 

 

 

07.11.2014 - 31.01.2015
Fotoausstellung Wien . Oft liegen sie dicht beieinander und sind immer wieder eine Diskussion rund um die Fotografie. Die Anzenberger Gallery stellt zwei Fotokünstler vor, die sich mit diesem Thema in ihrer Arbeit beschäftigen. Bis 31. Januar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Ricardo Cases, Robert Zhao Renhui: Wahrheit oder Fälschung
Fotoausstellung Wien . Oft liegen sie dicht beieinander und sind immer wieder eine Diskussion rund um die Fotografie. Die Anzenberger Gallery stellt zwei Fotokünstler vor, die sich mit diesem Thema in ihrer Arbeit beschäftigen. Bis 31. Januar 2015

 

Robert Zhao Renhui "Torijon grasslands, 2007, archival digital print, 121 x 84 cm 

 

 

In seinem Institute of Critical Zoologists kreiert Robert Zhao Renhui aus Singapur sein eigenes Universum und einen Führer durch die Flora und Fauna dieser Welt. Meist weiß man nicht, was Wahrheit, was Fälschung ist. Gerade damit aber spielt der Künstler auf die Tatsache an, dass der normale Konsument im Alltag das auch nicht wissen kann. Ist der Apfel im Supermarkt naturbelassen oder genverändert? Welchen Einfluss übt der Mensch auf die Natur aus, damit sie zu dem wird, was wir als angenehm und ästhetisch empfinden?

 

Bild: Ricardo Cases


Wahrheit und Fälschung liegen oft nahe beieinander. So würde man die Bilder von Ricardo Cases als manipuliert ansehen. Bemalte Tauben scheinen heute am Computer kreiert. Umso erstaunter ist man, wenn man erfährt, dass es sich hier um eine Gruppe von Taubenzüchtern aus der spanischen Region Valencia handelt, die ihre Tauben für einen jährlichen Wettbewerb bunt bemalt.

 

Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, Wien

 

 

25.10.2014 - 15.02.2015
Fotoausstellung Winterthur . Ein interessantes Bild der Stadt New York zeichnete der Schweizer Rudy Burckhardt mit seinen Fotografien und Filmen in den Jahren von 1932 bis 1959. Vorgestellt werden die Werke in der Fotostiftung Schweiz. Bis 15. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Rudy Burckhardt - Im Dickicht der Grossstadt
Fotoausstellung Winterthur . Ein interessantes Bild der Stadt New York zeichnete der Schweizer Rudy Burckhardt mit seinen Fotografien und Filmen in den Jahren von 1932 bis 1959. Vorgestellt werden die Werke in der Fotostiftung Schweiz. Bis 15. Februar 2015

Hydrant (Sidewalk XI), New York, 1939 © The Estate of Rudy Burckhardt and Tibor de Nagy Gallery, New York

 

Der Schweizer Rudy Burckhardt (1914–1999) liess sich 1935 in New York nieder.Überwältigt von der schieren Grösse dieser Metropole, dem Kontrast zwischen den monumentalen Wolkenkratzern und dem hektischen Treiben in den Strassenschluchten, begann er, seine Eindrücke fotografisch und filmisch zu verarbeiten. Als zurückhaltender Mensch widmete er sich vorerst den Details der Fassaden sowie den auffälligen Werbeschriften und grafischen Zeichen aller Art. Später beobachtete er die hastig vorübergehenden Passanten und dokumentierte den Zerfall und die Leere in Astoria, einem brachliegenden Gebiet im Stadtteil Queens. Und schliesslich interessierte er sich für die in sich versunkenen Menschen in der Untergrundbahn und die grandiosen Dachlandschaften hoch über den Strassen Manhattans.

 


Sidewalk XIV, New York, 1939 © The Estate of Rudy Burckhardt and Tibor de Nagy Gallery, New York

 

Mit seinen Fotografien, die er zum Teil in filmischen Sequenzen in Alben anordnete, und seinen meist mit Jazz oder Popmusik unterlegten Kurzfilmen war er seiner Zeit weit voraus: Direktheit, formale Strenge, sich kontrastierende Perspektiven und lyrische Verdichtung verbinden sich bei Burckhardt zu einer radikal modernen Bildsprache. Sein Werk war lange Zeit nur einem kleinen Insider-Publikum bekannt; anlässlich seines 100. Geburtstags wird es als wichtiger Beitrag zur internationalen Fotografie neu gewürdigt.

 

An' I've Got a Nickel, New York, 1938 © The Estate of Rudy Burckhardt and Tibor de Nagy Gallery, New York

 

In Zusammenarbeit mit dem Estate of Rudy Burckhardt und der Tibor de Nagy Gallery, New York. Unterstützt von Bundesamt für Kultur, Migros Kulturprozent und F. Aesch­bach AG.

 

Fotostiftung Schweiz, Grüzenstraße 45, Winterthur

24.10.2014 - 08.03.2015
Ausstellung Bergisch-Gladbach . Kaum etwas trägt mehr zur Bekanntheit von Bergisch-Gladbach bei als die Michelin-ausgezeichnete Spitzengastronomie der Stadt. Anlass genug für das Kunstmuseum Villa Zanders, die Kunst des Kochens aus dem Blickwinkel der Kunst in einer Ausstellung zu beleuchten und mit einem Rahmenprogramm alle Sinne anzusprechen. Bis 8.3.2015
...Klick zum Weiterlesen
Topf und Deckel - Kunst und Küche
Ausstellung Bergisch-Gladbach . Kaum etwas trägt mehr zur Bekanntheit von Bergisch-Gladbach bei als die Michelin-ausgezeichnete Spitzengastronomie der Stadt. Anlass genug für das Kunstmuseum Villa Zanders, die Kunst des Kochens aus dem Blickwinkel der Kunst in einer Ausstellung zu beleuchten und mit einem Rahmenprogramm alle Sinne anzusprechen. Bis 8.3.2015

Petra Weifenbach, Kalte Fotowurstplatte, 2002, plastisches Objekt aus Fotoabzügen 66 x 45 x7 cm
© Petra Weifenbach VG Bild-Kunst Bonn

 

Das Thema Kochen ist populärer denn je! In der Ausstellung wird das Thema in seinem ganzen Spektrum aus künstlerischer und kulturhistorischer Sicht gezeigt. Nicht nur Exponate aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur, Video bis hin zu Design und Innenarchitektur werden zu sehen sein –  darüber hinaus bietet die Ausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm ein vielfältiges Angebot für alle Sinne. Künstler kochen für das Publikum und sorgen mit Beiträgen wie "Kochen als Kunstgattung" für die Auflösung zwischen Kunst und Küche.

 

Knut Wolfgang Maron, aus: Ein Leben 1998-2013 © Knut Wolfgang Maron

 

 

Ausgehend von hostorischen Beispielen wie den Küchenutensilien des 17. Jahrhundert werden die Wechselverhältnisse und die gegenseitige Beeinflussung von bildender Kunst, Design und angewandter Kunst bis heute dem Besucher nahegebracht. Die Ausstellung will mit diesem Thema auch kunstferne Zielgruppen erreichen und die Augen für die Zusammenhänge von Kunst und Leben, Wohnen, Geselligkeit, Familie und Gesundheit öffnen.

 

August Sander, Konditor, 1928, Gelatinesilberabzug
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2014

 

 

Kunsrtmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz 8, Bergisch-Gladbach

 

19.10.2014 - 14.06.2015
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014
...Klick zum Weiterlesen
Boom She Boom
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014

 

Anja Niedringhaus, Amerikanischer Infanterist, 2004
Foto / photo: Axel Schneider © Anja Niedringhaus

 

 

Zum ersten Mal in Deutschland ist ein Museum in ein Bürohochhaus gezogen. Mit der Erweiterung bekommt das Museum rund 2.000 zusätzliche Quadratmeter für die Präsentation seiner umfangreichen Sammlung internationaler Gegenwartskunst. Die Immobilienentwickler Tishman Speyer und die Commerz Real AG stellen dem MMK diese Fläche für 15 Jahre miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung.

Die Eröffnungsausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK" ist ausschließlich mit Künstlerinnen bestellt und zeigt einen Schwerpunkt des MMK das von der ersten Stunde an im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet hat.
Insbesondere bei den Ankäufen der letzten Jahre ist auffällig, dass ausgesprochen viele Werke von Künstlerinnen unter den Neuzugängen der MMK Sammlung zu finden sind. Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung.

 

Vija Celmins, Night Sky#15, 2000#2001
Foto/photo: Axel Schneider © Vija Celmins

 


Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgeht, möchte das MMK seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts beginnen. Die Ausstellung umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Fotografie hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung.

 

Isa Genzken, Oil XV & Oil XVI, 2007 Installationsansicht im MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst. Foto/photo: Axel Schneider © Isa Genzken / Galerie Daniel Buchholz



Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den erfolgreichen Doo Wop-Song der Band „The Chords“ aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. War der Song in erster Linie als Liebeserklärung an eine Frau gedacht, bezog sich „Sh-Boom“ – lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe – auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs. Im Kontext der Ausstellung erhält der sinnliche wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutungsebene, die die Forderungen und Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen in der Museumslandschaft nachdrücklich unterstreicht.

 

Sturtevant, The Dark Threat of Absence Fragmented and Sliced, 2002
Foto / photo: Axel Schneider © Sturtevant



Künstlerinnen der Ausstellung:
Jo Baer / Vanessa Beecroft / Shannon Bool / Andrea Buüttner / Vija Celmins / Hanne Darboven / Rineke Dijkstra / Marlene Dumas / Parastou Forouhar / Katharina Fritsch / Isa Genzken / Tamara Grcic / Bethan Huws / Anne Imhof / Barbara Klemm / Eva Kotátková / Franziska Kneidl / Teresa Margolles / Sarah Morris / Cady Noland / Anja Niedringhaus / Christa Näher / Charlotte Posenenske / Jewyo Rhii / Taryn Simon / Sturtevant / Rosemarie Trockel / Adrian Williams

Das MMK 2 wird ermöglicht durch den TaunusTurm – ein Joint Venture von Tishman Speyer und der Commerz Real AG. Gründungspartner sind Stefan Quandt, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die DekaBank Deutsche Girozentrale. Weitere Förderer sind die MMK Stiftung, die Freunde des MMK und die New Contemporaries.

Für die Eröffnungsausstellung „Boom She Boom“ im MMK 2 übernehmen die DekaBank Deutsche Girozentrale und die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen die Schirmherrschaft.

 

MMK 2, Taunus Turm, Taunustor 1, Frankfurt am Main

 

 

18.10.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung Hannover . Mit Ironie und Witz fotografiert Martin Parr Alltagsszenerien mit stets wachen Blick für das Typische der jeweiligen Situation, die seine Bilder weltberühmt gemacht haben. Für die Ausstellung im Sprengel Museum war Martin Parr von Januar 2013 bis Juni 2014 in Niedersachsen mit der Kamera unterwegs um nach Spuren einer möglichen Britishness zu suchen. Bis 22.2.2015
...Klick zum Weiterlesen
Martin Parr. We love Britain!
Fotoausstellung Hannover . Mit Ironie und Witz fotografiert Martin Parr Alltagsszenerien mit stets wachen Blick für das Typische der jeweiligen Situation, die seine Bilder weltberühmt gemacht haben. Für die Ausstellung im Sprengel Museum war Martin Parr von Januar 2013 bis Juni 2014 in Niedersachsen mit der Kamera unterwegs um nach Spuren einer möglichen Britishness zu suchen. Bis 22.2.2015

 

Martin Parr: Feier anlässlich des Geburtstags der Königin, Schloss Bredebeck, Bergen-Hohne, 2013 aus "We love Britain!, 2013/2014 Pigment Ink Print, 101,6 x 152,4 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos

 

Die Such von Martin Parr nach dem britischen Spuren in Niedersachsen kam nicht von ungefähr. Immerhin war vor 300 Jahren ein hannoverscher Kurfürst König von Großbritannien geworden, hatte vor 68 Jahren eine britische Militärregierung das heutige Bundesland Niedersachsen gegründet und beendet der Abzug der britischen Truppen gerade eben ein Kapitel deutsch-britischer Geschichte. Die auf Martin Parrs Spurensuche entstandenen Bilder werden nun im Rahmen der insgesamt 380 Arbeiten und acht Serien umfassenden Ausstellung "Martin Parr. We Love Britain!" vorgestellt. Auf 700 qm gibt das Sprengel Museum Hannover damit einen Einblick in verschiedene Schaffensphasen des Fotografen.

 

Martin Parr: New Brighton, Engand aus "The Last Resort", 1983-1985 Pigment Ink Print 2014, 101,6 x 152,4 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos 

 

 

Während Luxury bereits 2011 in der Ausstellung "Photography Calling!" in Hannover zu sehen war, präsentiert "We Love  Britain!" neben der in Niedersachsen entstandenen Arbeit die Serien "Bad Weather" (1975-1982), "The Last Resort" (1983-1986), "The Cost Of Living" (1989), "Common Ssende" (1995-1999), "Autoportraits" (seit 1991), "Scottish Landscapes" (1995-2010) und "Liberation" (2012-13).

 

 Martin Parr: Liberation Day tea party at St Helier Town Hall, Jersey. The Channel Islands, 2013 aus "Liberation", 2013 Pigment Ink Print 2014, 50,8 x 76,2 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos

 

Martin Parr lebt in Bristol und ist seit 1994 Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum. Neben der eigenen Fotografie widmet Parr sich dem Sammeln von Fotobüchern und Editieren von Publikationen zu Fotobüchern, dem Kuratieren von Fotofestivals und -ausstellungen und vielem mehr.

 

Sprengel Museum, Karl-Schwitter-Platz, Hannover

 

17.10.2014 - 30.08.2015
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015
...Klick zum Weiterlesen
Transsib - Ein Jahrhundertprojekt auf Schienen
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015

Bis 2004 wurden im Güterverkehr auf dem chinesischen Teil der Strecke nach Peking noch Dmpfloks eingesetzt.  Foto: Thomas Waidelich

 

 Die Fahrt auf der längsten Eisenbahnstrecke durch das flächenmäßig größte Land der Erde führt durch sieben Zeitzonen und ist eine der legendären Reiseabenteuer unserer Erde. Zahlreiche Hindernisse mussten bei ihrem Bau überwunden werden. Sie lernt man in der Ausstellung ebenso kennen wie Menschen, die mit der Transsib unterwegs sind und in den durchreisten Landstrichen leben. Aufnahmen von den Orten an der Strecke von Moskau bis Wladiwostok oder Peking vermitteln einen Eindruck von der landschaftlichen Vielfalt Sibiriens. 

Die ursprünglichen Streckenabschnitte der Transsibirischen Eisenbahn wurden zwischen 1891 und 1916 angelegt. Tausende Arbeiter errichteten die Bahnstrecke mit einfachen Werkzeugen und Transportmitteln in kaum besiedeltem Gebiet und schwierigem Terrain. Die bis heute längste Bahnlinie der Welt erschloss den Osten Russlands und verband Moskau mit dem Pazifik. Schon bald nach der Jahrhundertwende fuhren auch die ersten Reisezüge von Europa durch Sibirien in den fernen Osten. Nach anfänglichen Rückschlägen durch Bauprobleme und Kriege entwickelte sich die Transsibirische Eisenbahn im 20. Jahrhundert zu einer unverzichtbaren Lebensader des Verkehrs zwischen Europa und Asien, die bis heute immer wieder erneuert und ausgebaut wurde. Sie transportiert Menschen und Güter und durchquert zwei Kontinente. Dabei fährt sie durch sieben Zeitzonen und viele Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Transsibirische Eisenbahn hatte großen Einfluss auf die Erschließung Sibiriens und die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung. Die Anbindung Russlands an den Pazifischen Ozean eröffnete neue Handelswege und Geschäftsbeziehungen. Seit einigen Jahren steigern neue Kommunikationstechnologien und eine Verkürzung der Zollformalitäten beim Überschreiten der Ländergrenzen die Bedeutung der Strecke als „Transeurasische Landbrücke“. Das Land ist auch die Heimat einer großen Zahl unterschiedlichster Ethnien, deren Lebensraum durch den Anstieg der Industrialisierung in den vergangenen hundert Jahren immer weiter eingeschränkt wurde. Die Sonderausstellung erschließt das Thema mit zahlreichen Fotos und Bildern und präsentiert viele landestypische Exponate – von Nahrungsmitteln bis zu regionalen Trachten, von Jagdzubehör bis zu Lok- und Wagenmodellen.

 

Entstanden ist die Ausstellung in einer Kooperation zwischen dem Deutschen Museum in München und dem Industriemuseum Lauf. 

 

 

 

Bis in die 1970er Jahre wurde im damals Nicht elektrifizierten Ostteil der Transsibirischen Eisebahn die berühmte Schnellzuglok P36 mit einer Leistung  von 1840 kW eingesetzt. Foto: Hansjoerg Brutzer

 

Galerie der Halle III im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, Theresienhöhe 15, München

10.10.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung München . Mit Foto- und Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler zeigt das Münchner Stadtmuseum in einer interessanten Ausstellung alternative Lebensweisen von Menschen, die bewusst aus der Normalität ausbrechen. Bis 22. Februar 2015
...Klick zum Weiterlesen
Luxus der Einfachheit. Lebensformen jenseits der Norm
Fotoausstellung München . Mit Foto- und Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler zeigt das Münchner Stadtmuseum in einer interessanten Ausstellung alternative Lebensweisen von Menschen, die bewusst aus der Normalität ausbrechen. Bis 22. Februar 2015

Alec Soth: 2008 Archival pigment print © Alec Soth/Courtesy of Loock Galerie Berlin

 

Auch in unserer Zeit entscheiden sich viele Menschen für alternative Lebensweisen. Ob ökologisch orientierter Selbstversorger, Hippie, Einsiedler oder Pilger - es gibt viele Gründe auszubrechen und sich für eine neue Lebensweise zu entscheiden oder sich Grupperiungen anzuschließen bei denen andere Lebensformen oder Ideale gelten als die der Allgemeinheit. Die bewusste Entscheidung sich unserer Leistungs-und Überflussgesellschaft zu versagen bringt vielen "Aussteigern" Werthaltigkeit, Sinnhaftigkeit und Glück.

 

Julia Zimmermann: Vom Winde ("Steh auf und Geh!" Bilder vom Jakobsweg) 2007, C-Print
© Julia Zimmermann

 

 

Die Gruppenausstellung "Luxus der Einfachheit" versammelt internationale Foto-und Videoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern, die sich mit unterschiedlichen Formen von Gegenkulturen auseinandersetzen. Anstatt die Erwartungen einer globalisierten und digitalisierten Welt zu erfüllen, verkörpern die Protagonisten der gezeigten Arbeiten Werte wie Selbstbestimmung, Spiritualität, Einfachheit und innere Freiheit. Die Ausstellung zeigt die mannigfaltigen Beweggründe und unterschiedlichen Formen des Rückzugs aus der Mainstreamgesellschaft auf. Die Spannbreite der vorgestellten Lebensformen reicht von temporären Aussteigern und kontemplativen Eremiten über Gemeinschaften von spirituell oder politisch Gleichgesinnten bis zu Visionären einer besseren Welt.

 

Timm Rautert: Hutterer, 1978, C-Print
© Tim Rautert/Courtesy Parotta Contemporary Art, Stuttgart

 

 

Alec Soth (*1969) und Lucas Foglia (*1983) widmen sich dem amerikanischen Kulturraum: Während Soths Arbeit „Broken Manual“ Portraits anonymer Aussteiger mit Close-Ups aus deren Lebensräumen zu einer sehnsuchtsvollen Bildcollage kombiniert, thematisiert Foglias poetische Serie „A Natural Order“ den Spagat zwischen autarkem, kapitalismuskritischem Selbstversorgertum und einem Leben mit modernen Technologien, von der sich die Protagonisten nicht zur Gänze lösen können. In beiden Serien bleibt der Antrieb der Einzelnen, sich von der breiten Gesellschaft abzuwenden, implizit. Wytske van Keulen (*1982) zeigt in ihrer Dia-Installation „Sous Cloche“, dass der Rückzug in die Einsamkeit oftmals in persönlichen Lebenskrisen, Krankheiten oder Trennungen gründet.

 

Renate Niebler: Ein Leben im Kloster, 1988, Gelatineentwicklungspapier © Renate Niebler

 

 

Während der Arbeit an ihren Projekten haben viele Fotografen und Fotografinnen längere Zeit bei ihren Protagonisten gelebt, gearbeitet und, wie Renate Niebler (*1956) für Ihre Serie über die Nonnen des Sühneklosters „Karmel Heilig Blut“ auf dem KZ-Gedenkgelände Dachau, deren Alltag geteilt.

Das Verhältnis des Fotografierenden zu seinen Sujets ist mitunter nicht nur das eines distanzierten Beobachters, sondern vielmehr das eines involvierten Feldforschers. Tom Hunter (*1965) begab sich mit seinen Freunden selbst auf die Reise und dokumentierte auf einer mehrmonatigen Tour von einem europäischen Musikfestival zum anderen das Aussteiger-und Hippieleben im Doppeldeckerbus.

Nicht zuletzt hinterfragen die in der Ausstellung vorgestellten Arbeiten alternative Lebensentwürfe kritisch: Timm Rauterts (*1941) Werkgruppe über die kanadischen Wiedertäufer „Hutterer“, die streng nach christlichen Regeln leben, zeigt wie auch Joel Sternfelds (*1944) Serie „Sweet Earth“ die Kehrseite auf, die das Leben außerhalb der Mainstreamgesellschaft mit sich bringen kann: Die Utopie einer besseren Welt geht hier zugleich mit Autorität, Züchtigung von Kindern und patriarchalen Strukturen einher.

Wenn schließlich in Südafrika Boutique-Hotels auf Vier-Sterne-Niveau errichtet werden, die Touristen westlichen Luxus hinter scheinbar ärmlichen Wellblechfassaden bieten, wird die temporäre Suche nach einem einfachen Leben zum zynischen Geschäftsmodell, das Roger Eberhard (*1984) in leicht überbelichteten Polaroidaufnahmen in Szene setzt.

Künstlerliste: Carlo Bevilacqua (I), Andrea Büttner (D), Roger Eberhard (CH), Lucas Foglia (USA), Tom Hunter (GB), Pau Montes (E), Renate Niebler (D), Daan Paans (NL), Timm Rautert (D), Alec Soth (USA), Joel Sternfeld (USA), Wytske van Keulen (NL), Constanze Vielgosz (D) und Julia Zimmermann (D).

Zur Ausstellung „Luxus der Einfachheit. Lebensformen jenseits der Norm“ erscheint im Kehrer-Verlag, Heidelberg, ein Katalog mit Texten von Rudolf Scheutle und Rebekka Reinhard, der an der Museumskasse und im Online-Shop des Museums erhältlich ist.

Kurator der Ausstellung: Rudolf Scheutle

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

 

Münchner Stadtmuseum, Sankt Jakobplatz, München

 

 

 

09.10.2014 - 02.02.2015
Ausstellung München . Über den spektakulären Zuwachs an Fotografie für die Münchner Neue Pinakothek durch die Sammlung italienischer Fotografien von Dietmar Siegert haben wir im September berichtet. Jetzt werden in der Ausstellung "Venedig sehen..." venezianische Gemälde des 18. Jahrhunderts aus der Alten Pinakothek mit frühen Venedig-Fotografien aus der Siegert-Sammlung vergleichend gezeigt.
...Klick zum Weiterlesen
Venedig sehen...
Ausstellung München . Über den spektakulären Zuwachs an Fotografie für die Münchner Neue Pinakothek durch die Sammlung italienischer Fotografien von Dietmar Siegert haben wir im September berichtet. Jetzt werden in der Ausstellung "Venedig sehen..." venezianische Gemälde des 18. Jahrhunderts aus der Alten Pinakothek mit frühen Venedig-Fotografien aus der Siegert-Sammlung vergleichend gezeigt.

 

Antonio Perini (1830-1879) Rialtobrücke von Süden um 1858
© Bayerische Staatsgemäldesammlung/Sammlung Dietmar Siegert

 

Mit der rund 9500 Fotografien umfassende Italiensammlung von Dietmar Siegert wird in einzigartiger Weise die Entwicklung der Fotografie in Italien von den Anfängen in den 1840er Jahren bis in die Zeit um 1900 dkumentiert. Nicht nur die großen kunst- und kulturhistorischen Zentren wie Venedig, Florenz, Rom und Neapel sind mit einer überwältigenden Vielzahl von Aufnahmen vertreten, sondern auch entlegene Regionen und Orte, von denen es oftmals überhaupt nur sehr wenige Fotografien aus dieser frühen Zeit gibt.

Im Verbund der Münchner Pinakotheken bedeutet die Erwerbung der Italiensammlung von Dietmar Siegert eine weitere Stärkung des Schwerpunkts Fotografie, der bisher allein der Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts in der Pinakothek der Moderne gegolten hat.

 

Domenico Bresolin (1813-1899) Palazzo Agnusdio, um 1851/53
© Bayerische Staatsgemäldesammlung/Sammlung Dietmar Siegert

 

 

Die Ausstellung "Venedig sehen..." ermöglicht vergleichende Perspektiven auf die Serenissima aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Medien und Epochen ermöglicht werden. Die gemalten Veduten und die Fotografien verbinden nicht nur gleiche Motive: Die Camera obscura als technische Vorrichtung, die mittels einer optischen Linse das Bild der Außenwelt auf eine Fläche projiziert, ist sowohl Ahnherrin der Fotografie als auch instrumenteller Ausgangspunkt für die berühmten Stadtansichten Canalettos oder Bellottos. Venedig war unterschiedlich interpretierbar sei es in Gemälden oder in Fotografien und schuf immer Anreize zur Erprobung der künstlerischen Möglichkeiten des jeweiligen visuellen Mediums.

 

Pinakothek der Moderne, Kunstareal, Barer Straße 29, München

19.09.2014 - 08.02.2015
Ausstellung Düsseldorf . Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin Christiane Baumgarten zu immer neuen Werken, die jetzt im Museum Kunstpalast ausgestellt werden. 19.9.2014 bis 8.2. 2015
...Klick zum Weiterlesen
Christiane Baumgarten - White Noise
Ausstellung Düsseldorf . Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin Christiane Baumgarten zu immer neuen Werken, die jetzt im Museum Kunstpalast ausgestellt werden. 19.9.2014 bis 8.2. 2015

 

 

Manhattan Transfer, 2010, Holzschnitt auf Kozo-Papier, Bildformat: 119,5 x 160 cm,
Papierformat: 145 x 185 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin zu immer neuen Werken. Sie interessiert sich für die vom Menschen geschaffene Umgebung, für Autobahnen, Flugzeuge aber auch den deutschen Wald. Für ihre großformatigen Holzschnitte filmt sie ihr Motiv zunächst mit der Videokamera, wählt anschließend einzelne  Bilder aus, die sie am Computer umarbeitet und Linienraster dafür festlegt, die später auf eine Holzplatte übertragen werden. In langwieriger Handarbeit schneidet sie anschließend die einzelnen Linien in den Druckstock. 

Christiane Baumgartners großformatige Bilder sind eine visuelle Aufforderung, unsere vertraute Wahrnehmung von Zeit, Raum und Landschaft zu reflektieren. In der Verbindung widerstreitender Materialien, Medien und Arbeitsweisen gelangt sie zu einer irritierenden wie inspirierenden Bildersprache.

 



Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und französischer Sprache

 

Museum Kunstpalast, Kulturzentrum Ehrenhof, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf

 

 

 

12.09.2014 - 08.02.2015
Ausstellung München . Um das Jahr 1900 war die bayerische Hauptstadt nicht nur Kunststadt sondern auch Zentrum der Frauenbewegung. Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund zeigt die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus allen Bereichen der Kunst. Bis 8.2.2014
...Klick zum Weiterlesen
Ab nach München! Künstlerinnen um 1900
Ausstellung München . Um das Jahr 1900 war die bayerische Hauptstadt nicht nur Kunststadt sondern auch Zentrum der Frauenbewegung. Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund zeigt die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus allen Bereichen der Kunst. Bis 8.2.2014

 In der Münchner Damen-Akademie: Käthe Schmidt (verh. Kollwitz) zwischen Maria Slavona (vorne rechts) und Rosa Pfäffinger (vorne liegend) sitzend, Fotografie, 1889
© Privatbesitz, München

 

„Ab nach München“ schreibt Gabriele Münter 1901 in ihr Tagebuch, nachdem ihre Freundin Margarete Susmann sie auf die Damen-Akademie aufmerksam gemacht hat. Wie viele andere junge Frauen, in der Regel aus dem gehobenen Bürgertum, geht sie nach München, um dort Malerei zu studieren.

München ist um 1900 sowohl Kunststadt als auch ein Zentrum der Frauenbewegung. Prominente Vertreterinnen wie Ellen Amann oder Anita Augspurg leben hier; es werden zahlreiche Vereine gegründet wie beispielsweise die „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“. Neben dem Ziel, Frauen zu staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Rechten zu verhelfen, ist eines der zentralen Ziele der Frauenbewegung die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten. Gefordert wird u.a. der Zugang zu den Universitäten, was in Bayern schließlich ab 1903 möglich ist. Frauen mit dem Berufswunsch, Künstlerin zu werden, kämpfen lange vergeblich um den Zugang zur Königlichen Akademie der Bildenden Künste, der ihnen erst ab 1919 gewährt wird. Zofia Stryjska aus Polen versucht, dieses Verbot zu umgehen und immatrikuliert sich unter dem Namen ihres Bruders. Als Mann verkleidet studiert sie ein Jahr, bevor die Täuschung auffliegt und sie die Akademie verlassen muss. Wer nicht zu solchen Mitteln greifen möchte, hat die Möglichkeit, sich in Privatateliers und -schulen ausbilden zu lassen. In München existieren um die Jahrhundertwende zahlreiche dieser Schulen, die sowohl männliche als auch weibliche Schüler aufnehmen. Hier herrscht jedoch oft ein nur ungenügendes künstlerisches Niveau.

 

En plein air: Unterwegs zum Malen an der Amper, Fotografie, um 1900
© Münchner Stadtmuseum

 

 

Um auch Frauen eine professionelle künstlerische Ausbildung zu ermöglichen, ergreifen diese 1882 mit der Gründung des Künstlerinnen-Vereins selbst die Initiative. Zwei Jahre später eröffnen sie die Münchner Damen-Akademie, die nach dem Vorbild der Königlichen Akademie der bildenden Künste organisiert ist. Hier schreibt sich, wie schon erwähnt, Gabriele Münter ein, aber auch Käthe Kollwitz, damals noch unter ihrem Mädchennamen Käthe Schmidt. Die Institution ist bald weithin bekannt und zieht zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland an.

Bereits etwas früher wird Frauen eine Ausbildung im kunstgewerblichen und kunstpädagogischen Bereich zugestanden und staatlich gefördert. So ist die Ausbildung zur Zeichenlehrerin ab 1872 in der „Weiblichen Abteilung“ der Königlichen Kunstgewerbeschule möglich. 1902 werden in München die „Lehr- und Versuchsateliers für Angewandte und Freie Kunst“, kurz „Debschitz-Schule“, gegründet. Der Besuch dieser reformorientierten Institution ist Frauen von Anfang an erlaubt und der Zulauf entsprechend hoch. Fünf Jahre nach Gründung der „Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“ können Frauen ab 1905 diese Ausbildungsstätte besuchen und erzielen hier mit ihren Arbeiten rasch Erfolge.

 

Die Schweizer Malerin und Grafikerin Martha Cunz während ihrer Ausbildung in München, Fotografie, 1898
© Eugen Cunz, Ostermunden

 

Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund vermittelt die Ausstellung auf 750 m² erstmals einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Möbelkunst, Schmuck, Glas, Keramik, Porzellan, Textilien und Fotografie.

Vorgestellt werden u.a. im Bereich Grafik und Gemälde
Maria Filser (verh. Caspar-Filser, 1878 Riedlingen a. d. Donau – 1968 Brannenburg), Martha Cunz (1876 St. Gallen – 1961 St. Gallen), Elena Makowsky (verh. Luksch-Makowsky, 1878 Sankt Petersburg – 1967 Hamburg), Olga Meerson (1879 Moskau – 1930 Berlin), Gabriele Münter (1877 Berlin – 1962 Murnau), Käthe Schmidt (verh. Kollwitz, 1867 Königsberg – 1945 Moritzburg), Maria Slavona (1865 Lübeck – 1931 Berlin) und Zofia Luba?ska-Grzyma?a (verh. Stryje?ska, 1891 Krakau – 1976 Genf).

Im Bereich Kunsthandwerk
Wera von Bartels (1886 München – 1922 München), Dora Polster (verh. Brandenburg-Polster, 1884 Magdeburg – 1958 Böbing), Margarethe von Abercron (verh. von Brauchitsch, 1865 Frankenthal – 1957 München), Sofie Hartmann (verh. Burger-Hartmann, 1868 München – 1940 München), Emmy von Egidy (1872 Pirna – 1946 Weimar), Minnie Goossens (1878 Aachen – 1968 Attel bei Wasserburg), Gertrud Kleinhempel (1875 Schönefeld bei Leipzig – 1948 Althagen an der Ostsee), Lotte Pritzel (1887 Breslau – 1952 Berlin) und Gertraud von Schnellenbühel (1878 Jena – 1959 Jena).

Die Fotografie ist u.a. mit Anita Augspurg (1957 Verden – 1943 Zürich) und Sophia Goudstikker (1865 Rotterdam – 1924 München) sowie der Kunstfotografin Wanda von Kunowski (verh. von Debschitz-Kunowski,1870 Gut bei Czarnikau – 1986 Lausanne) vertreten.

Stadtmuseum, Sankt Jakob Platz, München

 

 

Nutzungsbedingungen / AGB's   |   Presse   |   Impressum   |   Datenschutzerklärung   |   Haftungsausschluss