Fotoausstellungen

19.10.2014 - 14.06.2015
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014
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Boom She Boom
Ausstellung Frankfurt . Im TaunusTurm der neuen Dependance des MMK Museum für Moderne Kunst zeigt das MMK2 als erste Ausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK", die den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet ist. Bis 14.6.2014

 

Anja Niedringhaus, Amerikanischer Infanterist, 2004
Foto / photo: Axel Schneider © Anja Niedringhaus

 

 

Zum ersten Mal in Deutschland ist ein Museum in ein Bürohochhaus gezogen. Mit der Erweiterung bekommt das Museum rund 2.000 zusätzliche Quadratmeter für die Präsentation seiner umfangreichen Sammlung internationaler Gegenwartskunst. Die Immobilienentwickler Tishman Speyer und die Commerz Real AG stellen dem MMK diese Fläche für 15 Jahre miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung.

Die Eröffnungsausstellung "Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK" ist ausschließlich mit Künstlerinnen bestellt und zeigt einen Schwerpunkt des MMK das von der ersten Stunde an im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet hat.
Insbesondere bei den Ankäufen der letzten Jahre ist auffällig, dass ausgesprochen viele Werke von Künstlerinnen unter den Neuzugängen der MMK Sammlung zu finden sind. Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung.

 

Vija Celmins, Night Sky#15, 2000#2001
Foto/photo: Axel Schneider © Vija Celmins

 


Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgeht, möchte das MMK seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts beginnen. Die Ausstellung umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Fotografie hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung.

 

Isa Genzken, Oil XV & Oil XVI, 2007 Installationsansicht im MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst. Foto/photo: Axel Schneider © Isa Genzken / Galerie Daniel Buchholz



Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den erfolgreichen Doo Wop-Song der Band „The Chords“ aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. War der Song in erster Linie als Liebeserklärung an eine Frau gedacht, bezog sich „Sh-Boom“ – lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe – auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs. Im Kontext der Ausstellung erhält der sinnliche wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutungsebene, die die Forderungen und Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen in der Museumslandschaft nachdrücklich unterstreicht.

 

Sturtevant, The Dark Threat of Absence Fragmented and Sliced, 2002
Foto / photo: Axel Schneider © Sturtevant



Künstlerinnen der Ausstellung:
Jo Baer / Vanessa Beecroft / Shannon Bool / Andrea Buüttner / Vija Celmins / Hanne Darboven / Rineke Dijkstra / Marlene Dumas / Parastou Forouhar / Katharina Fritsch / Isa Genzken / Tamara Grcic / Bethan Huws / Anne Imhof / Barbara Klemm / Eva Kotátková / Franziska Kneidl / Teresa Margolles / Sarah Morris / Cady Noland / Anja Niedringhaus / Christa Näher / Charlotte Posenenske / Jewyo Rhii / Taryn Simon / Sturtevant / Rosemarie Trockel / Adrian Williams

Das MMK 2 wird ermöglicht durch den TaunusTurm – ein Joint Venture von Tishman Speyer und der Commerz Real AG. Gründungspartner sind Stefan Quandt, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die DekaBank Deutsche Girozentrale. Weitere Förderer sind die MMK Stiftung, die Freunde des MMK und die New Contemporaries.

Für die Eröffnungsausstellung „Boom She Boom“ im MMK 2 übernehmen die DekaBank Deutsche Girozentrale und die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen die Schirmherrschaft.

 

MMK 2, Taunus Turm, Taunustor 1, Frankfurt am Main

 

 

18.10.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung Hannover . Mit Ironie und Witz fotografiert Martin Parr Alltagsszenerien mit stets wachen Blick für das Typische der jeweiligen Situation, die seine Bilder weltberühmt gemacht haben. Für die Ausstellung im Sprengel Museum war Martin Parr von Januar 2013 bis Juni 2014 in Niedersachsen mit der Kamera unterwegs um nach Spuren einer möglichen Britishness zu suchen. Bis 22.2.2015
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Martin Parr. We love Britain!
Fotoausstellung Hannover . Mit Ironie und Witz fotografiert Martin Parr Alltagsszenerien mit stets wachen Blick für das Typische der jeweiligen Situation, die seine Bilder weltberühmt gemacht haben. Für die Ausstellung im Sprengel Museum war Martin Parr von Januar 2013 bis Juni 2014 in Niedersachsen mit der Kamera unterwegs um nach Spuren einer möglichen Britishness zu suchen. Bis 22.2.2015

 

Martin Parr: Feier anlässlich des Geburtstags der Königin, Schloss Bredebeck, Bergen-Hohne, 2013 aus "We love Britain!, 2013/2014 Pigment Ink Print, 101,6 x 152,4 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos

 

Die Such von Martin Parr nach dem britischen Spuren in Niedersachsen kam nicht von ungefähr. Immerhin war vor 300 Jahren ein hannoverscher Kurfürst König von Großbritannien geworden, hatte vor 68 Jahren eine britische Militärregierung das heutige Bundesland Niedersachsen gegründet und beendet der Abzug der britischen Truppen gerade eben ein Kapitel deutsch-britischer Geschichte. Die auf Martin Parrs Spurensuche entstandenen Bilder werden nun im Rahmen der insgesamt 380 Arbeiten und acht Serien umfassenden Ausstellung "Martin Parr. We Love Britain!" vorgestellt. Auf 700 qm gibt das Sprengel Museum Hannover damit einen Einblick in verschiedene Schaffensphasen des Fotografen.

 

Martin Parr: New Brighton, Engand aus "The Last Resort", 1983-1985 Pigment Ink Print 2014, 101,6 x 152,4 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos 

 

 

Während Luxury bereits 2011 in der Ausstellung "Photography Calling!" in Hannover zu sehen war, präsentiert "We Love  Britain!" neben der in Niedersachsen entstandenen Arbeit die Serien "Bad Weather" (1975-1982), "The Last Resort" (1983-1986), "The Cost Of Living" (1989), "Common Ssende" (1995-1999), "Autoportraits" (seit 1991), "Scottish Landscapes" (1995-2010) und "Liberation" (2012-13).

 

 Martin Parr: Liberation Day tea party at St Helier Town Hall, Jersey. The Channel Islands, 2013 aus "Liberation", 2013 Pigment Ink Print 2014, 50,8 x 76,2 cm Besitz des Künstlers © Martin Parr / Magnum Photos

 

Martin Parr lebt in Bristol und ist seit 1994 Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum. Neben der eigenen Fotografie widmet Parr sich dem Sammeln von Fotobüchern und Editieren von Publikationen zu Fotobüchern, dem Kuratieren von Fotofestivals und -ausstellungen und vielem mehr.

 

Sprengel Museum, Karl-Schwitter-Platz, Hannover

 

18.10.2014 - 11.01.2015
Fotoausstellung Bregenz Mit Jeff Wall präsentiert das Kunsthaus Bregenz in Kooperation mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk einen der zugleich innovativsten und auch klassischsten Künstler seiner Generation. Bis 11.1.2015
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Jeff Wall - Tableaux Pictures Photographs 1996-2013
Fotoausstellung Bregenz Mit Jeff Wall präsentiert das Kunsthaus Bregenz in Kooperation mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk einen der zugleich innovativsten und auch klassischsten Künstler seiner Generation. Bis 11.1.2015

 

Jeff Wall: Summer Afternoons F 2013



Jeff Wall's Auseinandersetzung mit der Fotografie fing in den späten 1960er Jahren. Seit 1970 präsentiert er großformatige Bilder, häufig als Diapositive in Leuchtkästen, wie sie auch aus der kommerziellen Werbung bekannt sind. Dabei variierte er zwischen den Formaten ebenso wie zwischen Leuchtkästen und regulären Farbabzügen.

 

Jeff Wall: Summer Afternoons M 2013

Seit 1996 fertigt Jeff Wall  übergroße Schwarzweiß-Aufnahmen, die sein Spektrum der Fotografie erweitern und sowohl Bezüge zur klassischen Street Photography als auch zum Film noir herstellen. Die Bregenzer Ausstellung beginnt zeitlich mit den großen Schwarzweiß-Aufnahmen aus der Mitte der 1990er Jahre und reicht bis in die Werkphase der unmittelbaren Gegenwart hinein.

 

Jeff Wall: Invisible Man

 

In den vergangenen zehn Jahren wurde das Werk Jeff Walls in mehreren Retrospektiven gezeigt, die einen Überblick über sein Œuvre seit dem Ende der 1970er Jahre ermöglichten. Mit annähernd vierzig Arbeiten liegt der Fokus der aktuellen, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierten Ausstellung dagegen auf seiner Produktion der letzten zwanzig Jahre, wobei alle wichtigen und wiederkehrenden Themen seiner künstlerischen Arbeit zu sehen sind wie auch eine Auswahl seiner bekannten Leuchtkästen. Die Beschäftigung mit der jeweiligen Ausstellungsarchitektur ist für Wall bei der Erarbeitung einer Präsentation ebenso von Bedeutung wie der Dialog seiner Arbeiten untereinander. So entstehen für Amsterdam, Bregenz und Humlebæk trotz der größtenteils gleichbleibenden Auswahl der Werke Ausstellungen mit jeweils anderen narrative Strängen. Die Ausstellung in Bregenz ist nach über zehn Jahren die erste umfassende Präsentation von Jeff Wall in Österreich.

 

Jeff Wall: Passerby

 

Kunstmuseum Bregenz, Karl-Tizian-Platz, Bregenz

 

18.10.2014 - 11.01.2015
Ausstellung Bregenz Mit ihren Installationen, die in der KUB Arena im Erdgeschoss des Kunsthauses Bregenz zu sehen sind, will Hannah Weinberger die Besucher zur aktiven Teilnahme einladen, sodass die Ausstellung zu einer fortdauernden Veranstaltung wird. Bis 11.1.2015
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Hannah Weinberger
Ausstellung Bregenz Mit ihren Installationen, die in der KUB Arena im Erdgeschoss des Kunsthauses Bregenz zu sehen sind, will Hannah Weinberger die Besucher zur aktiven Teilnahme einladen, sodass die Ausstellung zu einer fortdauernden Veranstaltung wird. Bis 11.1.2015

Hannah Weinberger: Concerto Locale, 2012 Multi-Kanal-Soundinstallation, Dimensionen variabel
Installationsansicht Istituto Svizzero di Roma, Milan, 28 Mai – 24 Juni 2012
Courtesy: die Künstlerin und Freedman Fitzpatrick, Los Angeles

 

Engagement und Partizipation bilden die Basis von Hannah Weinbergers künstlerischen Aktivitäten. Sie setzt das Potenzial der Musik und des Raumes ein, um ihre kollektiven Performances harmonisch abzustimmen und jedem Betrachter eine performative Rolle innerhalb des Werks zuzuschreiben. Als eine der spannendsten Vertreterinnen einer Generation junger Schweizer Künstler durchkreuzt Weinberger in ihren Installationen die Erwartungen des Publikums und eröffnet neue Wege der kollektiven Kunstproduktion. Vor allem mit Audioelementen wird Weinbergers Ausstellung in der KUB Arena das Erdgeschoss des Kunsthaus Bregenz in eine Art akustischen Workshop verwandeln — in einen flexiblen Raum, in dem die Besucher zur aktiven Teilnahme eingeladen sind und sie die Richtung und Form des Projekts selbst bestimmen können. Diese Offenheit ist es, die Weinberger interessiert: »Mir gefällt der Moment, wenn man nicht weiß, wohin etwas führen wird oder was das Ergebnis sein wird.« Statt eine statische Ausstellung mit einer daran anknüpfenden Reihe von Veranstaltungen zu konzipieren, fungiert Hannah Weinbergers Ausstellung in der KUB Arena selbst als eine fortdauernde Veranstaltung. Die Künstlerin lädt Künstler, Musiker und andere Kulturschaffende ein, sich eine Zeit lang in Bregenz aufzuhalten und sich mit ihrer Installation sowie der örtlichen Bevölkerung auseinanderzusetzen — um die Teilnehmer so letztlich in ihren eigenen künstlerischen Denk-und Arbeitsprozess mit einzubeziehen. Ein Teil von Weinbergers Ausstellung in der KUB Arena findet außerhalb des Kunsthaus statt — in Form von Skulpturen, die auf dem Kornmarktplatz aufgestellt werden. Große, schwere, aus der Schweiz stammende Findlinge wurden sorgfältig von Hand bearbeitet und in große Resonanzlautsprecher verwandelt. Aus ihrer ursprünglichen natürlichen Umgebung entfernt, fungieren diese »singenden Steine« als Verstärker für die unterschiedlichsten Sound-Loops und verzichten zugleich auf eine konventionelle Form eines Audiogeräts. Skulptur wird zu Sound und Sound wird zu Skulptur. Hannah Weinbergers Werk wurde international gezeigt und von der Kritik hochgelobt.

 

Hannah Weinberger: Trailer, 2013, Filmstill, Video loop, 3'00''


Der Ausgangspunkt von Hannah Weinbergers Praxis sind die zufälligen Hintergrundgeräusche, die bei gesellschaftlichen Anlässen erzeugt werden. Das atmosphärische Summen und Klirren, das Menschen verursachen, während sie an Tischen sitzen und mit Glas und Metall hantieren. Die Erschütterungen von Leuten, die sich in kleinen Gruppierungen bewegen, mit ihren Füßen auf den Boden stampfen und zu synthetischen Rhythmen in die Hände klatschen. Weinbergers Kompositionen transformieren die Kakofonie unserer Gesellschaft zu minimalistischen Soundtracks, ohne dabei auf dramatische Crescendos, verweisende Tempi oder algorithmische Kraftakte zurückzugreifen. Ungeachtet ihrer technisch hochentwickelten Produktionsmittel und der Dimensionen ihrer Installationen konstruiert sie nichts anderes als uns vertraute ephemere Stimmungen. Wie ihre ortsspezifischen Werke transformieren auch Weinbergers neueste Werke – Findlinge, die in Resonanzlautsprecher verwandelt wurden – die akustische Landschaft eines Innenraums in ein verstärktes Objekt mit der Fähigkeit, das Umfeld mit Leben zu erfüllen. Doch im Unterschied zu ihren großformatigen Installationen bietet Weinberger ihrem Publikum in diesen neuen Werken eine intime Begegnung mit einer autonomen Kapsel, aus der skulptural geformter Sound dringt. Hannah Weinberger (geb. 1988, Filderstadt; mit Schweizer/US-amerikanischer Staatsbürgerschaft) lebt und arbeitet in Basel, Schweiz. Sie machte vor kurzem ihren Abschluss Master Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste. Ihr Werk wurde in internationalen Ausstellungen präsentiert, unter anderem der 2013 Lyon Biennale, Stedelijk Amsterdam, ICA Philadelphia, Kunsthalle Charlottenborg, Kunstverein München sowie Kunsthaus Glarus und wurde in internationalen Kunstmagazinen rezensiert, unter anderem in Afterall, Artforum, Flash Art, Frieze, Frieze d/e und Mousse.

 

Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz, Bregenz

 

17.10.2014 - 30.08.2015
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015
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Transsib - Ein Jahrhundertprojekt auf Schienen
Ausstellung München . Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erzählt eine Sonderausstellung mit interessanten Exponaten,und Fotografien die Geschichte der längsten Eisenbahnstrecke der Welt - der legendären Transsib. Sie zeigt die Menschen, die mit ihr unterwegs sind ebenso wie die vielfältigen Landschaften und Städte durch die ihr Weg führt. Bis 30.8.2015

Bis 2004 wurden im Güterverkehr auf dem chinesischen Teil der Strecke nach Peking noch Dmpfloks eingesetzt.  Foto: Thomas Waidelich

 

 Die Fahrt auf der längsten Eisenbahnstrecke durch das flächenmäßig größte Land der Erde führt durch sieben Zeitzonen und ist eine der legendären Reiseabenteuer unserer Erde. Zahlreiche Hindernisse mussten bei ihrem Bau überwunden werden. Sie lernt man in der Ausstellung ebenso kennen wie Menschen, die mit der Transsib unterwegs sind und in den durchreisten Landstrichen leben. Aufnahmen von den Orten an der Strecke von Moskau bis Wladiwostok oder Peking vermitteln einen Eindruck von der landschaftlichen Vielfalt Sibiriens. 

Die ursprünglichen Streckenabschnitte der Transsibirischen Eisenbahn wurden zwischen 1891 und 1916 angelegt. Tausende Arbeiter errichteten die Bahnstrecke mit einfachen Werkzeugen und Transportmitteln in kaum besiedeltem Gebiet und schwierigem Terrain. Die bis heute längste Bahnlinie der Welt erschloss den Osten Russlands und verband Moskau mit dem Pazifik. Schon bald nach der Jahrhundertwende fuhren auch die ersten Reisezüge von Europa durch Sibirien in den fernen Osten. Nach anfänglichen Rückschlägen durch Bauprobleme und Kriege entwickelte sich die Transsibirische Eisenbahn im 20. Jahrhundert zu einer unverzichtbaren Lebensader des Verkehrs zwischen Europa und Asien, die bis heute immer wieder erneuert und ausgebaut wurde. Sie transportiert Menschen und Güter und durchquert zwei Kontinente. Dabei fährt sie durch sieben Zeitzonen und viele Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Transsibirische Eisenbahn hatte großen Einfluss auf die Erschließung Sibiriens und die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung. Die Anbindung Russlands an den Pazifischen Ozean eröffnete neue Handelswege und Geschäftsbeziehungen. Seit einigen Jahren steigern neue Kommunikationstechnologien und eine Verkürzung der Zollformalitäten beim Überschreiten der Ländergrenzen die Bedeutung der Strecke als „Transeurasische Landbrücke“. Das Land ist auch die Heimat einer großen Zahl unterschiedlichster Ethnien, deren Lebensraum durch den Anstieg der Industrialisierung in den vergangenen hundert Jahren immer weiter eingeschränkt wurde. Die Sonderausstellung erschließt das Thema mit zahlreichen Fotos und Bildern und präsentiert viele landestypische Exponate – von Nahrungsmitteln bis zu regionalen Trachten, von Jagdzubehör bis zu Lok- und Wagenmodellen.

 

Entstanden ist die Ausstellung in einer Kooperation zwischen dem Deutschen Museum in München und dem Industriemuseum Lauf. 

 

 

 

Bis in die 1970er Jahre wurde im damals Nicht elektrifizierten Ostteil der Transsibirischen Eisebahn die berühmte Schnellzuglok P36 mit einer Leistung  von 1840 kW eingesetzt. Foto: Hansjoerg Brutzer

 

Galerie der Halle III im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, Theresienhöhe 15, München

17.10.2014 - 11.01.2015
Fotoausstellung Hamburg Mit der Ausstellung „Fette Beute. Reichtum zeigen“, die in mehrere Kategorien gegliedert ist, widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) der Darstellung von Reichtum und der Selbstdarstellung von Reichen in der Fotografie und den Massenmedien. Während die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, wird Reichtum in den Medien offenbar immer exzessiver vorgezeigt. Bis 11.1.2015
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Fette Beute. Reichtum zeigen
Fotoausstellung Hamburg Mit der Ausstellung „Fette Beute. Reichtum zeigen“, die in mehrere Kategorien gegliedert ist, widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) der Darstellung von Reichtum und der Selbstdarstellung von Reichen in der Fotografie und den Massenmedien. Während die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, wird Reichtum in den Medien offenbar immer exzessiver vorgezeigt. Bis 11.1.2015

Anna Skladmann: Jacob shootin at Ballerinas, Moskau, 2009, aus der Serie Little Adults,  2008-2010
© Anna Skladmann

 

Bisher galt das Interesse in der Fotografie vor allem der Armut. Seit den 1980er Jahren beschäftigen sich aber zunehmend zeitgenössische Fotografen auch mit der Inszenierung von Reichtum in der Fotografie. Jetzt zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in einer umfassenden Ausstellung das Thema mit 150 Werken zu denen künstlerische Arbeiten ebenso gehören wie Reportage-Fotografie, Dokumentarfilme und Videoarbeiten von Tina Barney, Gabriel Mascaro, Martin Parr, Julika Rudelius, Juergen Teller, Paolo Woods u.a. Hinzu kommen Amateuraufnahmen aus dem Fotosharing-Portal Instagram und Ausschnitte aus dem Reality-TV-Format „Rich Kids of Beverly Hills“. Die thematischen Kapitel werden durch 13 historische Pendants aus der Zeit vor der Jahrhundertwende bis zum Bildjournalismus der 1960er Jahre ergänzt. Dazu zählen Aufnahmen von Jacques Henri Lartigue, Lisette Model, Regina Relang, Edward Steichen u.a.

Die Ausstellung geht auch der Frage nach, welche Rolle die Fotografie für die Selbstinszenierung spielt, wie sie als Medium den Blick auf den Reichtum lenkt und inwiefern sich die Darstellungen im Laufe der Zeit gewandelt haben. Der Zurschaustellung steht die Unsichtbarkeit der wirklich Reichen gegenüber, die sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückziehen und von denen nur selten Bilder zirkulieren. Doch geht es nicht um ein Mehr an Bildern. Die Ausstellung will nicht ungesehene, neue Bilder von Reichtum zeigen, sondern das Phänomen und insbesondere die Funktionen der Fotografie kritisch beleuchten.

 

Paolo Woods: Mr. Wood, Lagos, Nigeria aus der Serie Chinafrica, 2007 © Paolo Woods / Institute


Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1, Hamburg


 

„Niemand hat, soweit ich weiß, das soziale Phänomen des Reichtums fotografiert“, äußerte 1964 die Fotografin Dorothea Lange, die ihr Leben der Dokumentation von Armut gewidmet hat. Tatsächlich ist Reichtum im Verhältnis zu Armut sehr viel seltener Thema kritischer Auseinandersetzung gewesen. Dies liegt zum Teil daran, dass sich die privilegierte Schicht den forschenden Blicken der Fotografen entzieht und bewusster die Bildproduktion steuert. Inzwischen interessieren sich auch zahlreiche Fotografen für das Thema; oftmals stammen sie selbst aus gehobenen Verhältnissen.

 

Lamia Maria Abillama: Evelina, 2006 aus der Serie Ladies of Rio, 2006-2007
 Courtesy Galerie Tanit, München © Lamia Maria Abillama

 

Zeitgenössische Künstler: Lamia Maria Abillama (LB), Tina Barney (US), Giacomo Bianchetti (IT), Jim Dow (US), Francesco Giusti (IT), Jim Goldberg (US), Lauren Greenfield (US), Christian Jankowski (DE), Louise Lawler (US), Gabriel Mascaro (BR), Martin Parr (GB), Julika Rudelius (NL), Anna Skladmann (US), Otto Snoek (NL), Juergen Teller (DE), Sébastien Valiela (FR), Muntu Vilakazi (ZA), Paolo Woods (NL), ausgewählte Aufnahmen unterschiedlicher Amateure aus dem Blog „Rich Kids of Instagram“ (US), ausgewählte Ausschnitte aus dem TV-Format „Rich Kids of Beverly Hills“ (US) | Historische Positionen: Slim Aarons (US), Bill Brandt (UK), Thomas Hoepker (DE), Jacques Henri Lartigue (FR), Robert Lebeck (DE), Lisette Model (US), Regina Relang (DE), Julius Shulman (US), Edward Steichen (US), Max Scheler (DE), Jakob Tuggener (CH), Emil Puls (DE), Hermann Rückwardt (DE), Weegee (US)

 

 

 

 

17.10.2014 - 28.12.2014
Fotoausstellung Braunschweig . An zwei Ausstellungsorten zeigt das Museum für Photographie die Aufnahmen des amerikanischen Fotografen Camilo José Vergara der seit über 40 Jahren die Spannung in den von Armut gekennzeichneten Metropolen dokumentiert. Bis 11.12. bzw, 28.12.2014
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Camilo José Vergara: Tracking Time – Documenting America’s Post-Industrial Cities
Fotoausstellung Braunschweig . An zwei Ausstellungsorten zeigt das Museum für Photographie die Aufnahmen des amerikanischen Fotografen Camilo José Vergara der seit über 40 Jahren die Spannung in den von Armut gekennzeichneten Metropolen dokumentiert. Bis 11.12. bzw, 28.12.2014

Camilo J. Vergara: Towne Ave. between 5th and 6th, Skid Row, L. A., 2003

 

 

Camilo J. Vergara berichtet mit seiner Kamera von den Symptomen sozialer Konflikte. Er macht das Auseinanderdriften der amerikanischen Gesellschaft in seinen kontinuierlichen Langzeitstudien für die er über Jahrzente immer wieder die selben Orte fotografier hat, den Betrachter erfahrbar. Wie wohl keinem zweiten zeitgenössischen Fotografen ist es Vergara hierbei gelungen, die Transformationsprozesse des städtischen Wandels sichtbar zu machen. Als visueller Spurenleser, fotografischer Soziologe, Ethnograf und Stadtforscher hat er ein einzigartiges Archiv amerikanischer (Stadt-)Geschichte geschaffen, welches die Veränderung und Auflösung von Stadtteilgemeinschaften belegt.

 

Camilo J. Vergara, 5th St. between Towne Ave and Crocker St. Skid Row, 1994

 

 

Seit den frühen 1970er Jahren untersucht Vergara Prozesse der Ghettoisierung und Gentrifizierung in Harlem, der Bronx und Brooklyn, aber auch den Verfall und die Verslumung ganzer Städte wie Detroit. Seine Fotografien betrachten hierbei systematisch einzelne Bereiche des Einflusses und der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, Rassendiskriminierung und sozialer Perspektivlosigkeit. “I prowl the entire city in search of local forms of the elements that define the new ghetto: caretaking institutions, NIMBYs, ruins, graphic expressions, fortification, and enclaves.”

In seinem Bildband American Ghetto (1995)führt Vergara seine fotografische Herangehensweise und Intension vertiefend aus: “I developed a methodology to capture a monumental urban transformation underways.“

 

Camilo J. Vergara: MLK Jr. Mural at AAA Party Store, E. Warren Ave. at Lenox, Detroit, 2009,
painted by Bennie White in 1993

 

Im Juli 2013 wurde Vergara für seine Verdienste mit der National Humanity Medal gewürdigt, eine Auszeichnung, die der amerikanische Präsident erstmalig an einen Fotografen verlieh. Im September 2014 erwarb die Library of Congress Arbeiten Vergaras, um sie für das nationale Gedächtnis der Nation zu bewahren.

Die Einzelausstellung »Tracking Time – Documenting America’s Post-Industrial Cities« des 1944 in Chile geborenen, seit den 1970er Jahren in New York lebenden Fotografens stellt dessen außergewöhnliches fotografisches Werk erstmalig in einer institutionellen Einzelausstellung in Deutschland vor. Mit 180 Abzügen wird die Ausstellung Einblicke in die faszinierenden Stadtbetrachtungen und in die Geschichte amerikanischer Stadtentwicklungsdebatten bieten. Die Bildauswahl greift hierbei unterschiedliche Schwerpunkte seines Oeuvres im Sinne eines „best of Vergara“ auf.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag mit Texten von Dr. Gisela Parak (Museum für Photographie Braunschweig), Camilo José Vergara und Helena Zinkham (Library of Congress, Washington D.C.).

 

 

Museum für Photographie

Torhäuser: 17.10. bis 28.12.2014

Ausstellungshalle Hamburger Straße 267: 17.10. - 11.12.2014

 

 

 

 

16.10.2014 - 15.01.2015
Fotoausstellung Berlin Eine Hommage an seine Heimatstadt Istanbuls sind die Aufnahmen des türkischen Fotografen, die der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zeigt. Seit den fünfziger Jahren hat der 1928 geborene Ara Güler die Stadtansichten mit seiner Leica aufgenommen. Bis 15.1.2015
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Ara Güler: Das Auge Istanbuls - Retrospektive von 1950 bis 2005
Fotoausstellung Berlin Eine Hommage an seine Heimatstadt Istanbuls sind die Aufnahmen des türkischen Fotografen, die der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zeigt. Seit den fünfziger Jahren hat der 1928 geborene Ara Güler die Stadtansichten mit seiner Leica aufgenommen. Bis 15.1.2015

© Ara Güler, Galatabrücke, Istanbul, 1954

 


Wie kein anderer hat Ara Güler das Straßenleben, den Trubel der Großstadt und das Alltagsleben der Bewohner festgehalten. Seine Bilder sind angefüllt mit Impressionen der verwunschenen Villen und verwilderten Gärten, den melancholischen Gassen, den Läden und dem Gewirr der Straßen, vom Verkehr der Pferdewagen, den Bussen und Taxis. Er beschreibt atmosphärisch dicht die Symphonie einer Stadt aus Häusern, Brücken, Schiffen und Wolken, die aus der Enge der Straßen auch den Blick in die Ferne lenken.

 

© Ara Güler, Straßenszene, Istanbul, 1958

 


Ara Güler begann als Autodidakt, war aber schnell international als Fotograf gefragt. Mitte der fünfziger Jahre lernte er über Marc Riboud auch Henri Cartier-Bresson in Paris kennen und gelangte in den Kreis der Fotografenagentur Magnum. Als Nahost-Korrespondent war er für internationale Magazine wie Time-Life, Paris Match und Stern unterwegs. Er proträtierte auch die Prominenz, darunter Brigitte Bardot, Maria Callas, Winston Churchill, Indira Gandhi, Alfred Hitchcock, Pablo Picasso.
Im Laufe eines halben Jahrhunderts hat Ara Güler zahlreiche Preise und Ehrungen erhalten. Für das Museum of Modern Art in New York gehörte er bereits 1968 zu den „zehn Meistern der Farbfotografie“. Er wurde geehrt als Fotograf des Jahrhunderts, Dokumentar des Wahren, Visueller Historiker, doch am besten charakterisiert ihn die Auszeichnung, er sei Das Auge Istanbuls.

 

@ Ara Güler, Istanbul, 1958

 

Die Ausstellung wird anlässlich des 25. Jubiläums der Städte-Partnerschaft zwischen Istanbul und Berlin im Willy-Brandt-Haus gezeigt.

 

Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. Stresemannstraße 28, Berlin

16.10.2014 - 30.10.2014
Fotoausstellung Berlin . In der Bar Babette werden anlässlich des Monats der Fotografie die Arbeiten des holländischen Starfotografen Erwin Olaf gezeigt, der seine Themen mit gekonnter Ästhetik verschleiert, um den Betrachter in Unbehagen zu versetzen und zu irritieren. Bis 30.10.2014
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Erwin Olaf: Fall
Fotoausstellung Berlin . In der Bar Babette werden anlässlich des Monats der Fotografie die Arbeiten des holländischen Starfotografen Erwin Olaf gezeigt, der seine Themen mit gekonnter Ästhetik verschleiert, um den Betrachter in Unbehagen zu versetzen und zu irritieren. Bis 30.10.2014

 

Erwin Olaf, Fall - Nikola, 2008 © Erwin Olaf courtesy Wagner + Partner Berlin

 

 

In den stilisierten und geschickt zitierten Bildwelten  behandelt Erwin Olaf zumeist Tabus, soziale Konflikte und bürgerliche Enge. Im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie präsentiert seine Berliner Galerie WAGNER + PARTNER in der Bar Kosmetiksalon Babette Fotos aus der Serie Fall (2008) sowie den Film Le Dernier Cri (2006). Der ehemalige Kosmetiksalon auf der Karl-Marx-Allee spiegelt den Geist der 50er Jahre ebenso wieder wie Olafs Serie Fall.

 

 Erwin Olaf, Fall - Still Life 2, 2008 © Erwin Olaf courtesy Wagner + Partner Berlin

 

Fall reiht Portraits von Adoleszenten aneinander, unterbrochen von spartanisch komponierten Stillleben in blass goldfarbenen Interieurs. Vor Vorhängen und Tapeten, die an Wohnzimmer der Nachkriegsgeneration erinnern, wirken die Jugendlichen deplatziert. Als fühlten sie sich unbeobachtet, konfrontieren sie den Betrachter mit einem Bündel sich widersprechender Gefühle sowie einer noch nicht fest definierten Körperlichkeit, wie sie der adoleszenten Phase eigen ist: Coolness und Verletzlichkeit, Laszivität und Teilnahmslosigkeit zeigen sich ebenso wie Introvertiertheit und körperliche Kraft. Eine subtile und unkontrollierte Erotik strahlt aus ihren allzu perfekten jungen Körpern. Die Interpretationen von Olafs Fotografien fällt ebenso verwirrend aus, wie sich für Jugendliche die Pubertät selbst ausnimmt.

Der Film Le Dernier Cri steigert sich in einer ähnlichen Atmosphäre langsam auf den unbehaglichen Höhepunkt, der zeigt, welche Schrecken unter dem schönen Schleier der Bürgerlichkeit verborgen liegt.

 

Erwin Olaf, Berlin Porträt 9th of July, 2013 © Erwin Olaf courtesy Wagner + Partner Berlin

 

In der zentralen Ausstellung des Monats der Fotografie im Martin-Gropius-Bau werden zeitgleich Olafs Carbon Prints aus der Serie BERLIN (2013) in einer Gruppenausstellung mit dem Titel Memory Lab: The Sentimental Turn / Photography Challenges History gezeigt. Anlässlich der Berliner Doppelausstellung erscheint ein neuer Katalog

Erwin Olaf: Volume II; Editor: Lesley A. Martin; 112 Pages, Year: 2014, Price: $65.00 / £40.00, Publishing House: Aperture

 

 

 

 

13.10.2014 - 29.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Berlins neuester Concept Store für Art & Design No Wódka zeigt vor dem offiziellen Start des diesjährigen Monats der Fotografie eine Einzelausstellung mit 19 Werken der polnischen Fotografin Sonia Szóstak. Bis 29. November 2014
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Longboards, tattoos and a journey to Mars
Fotoausstellung Berlin . Berlins neuester Concept Store für Art & Design No Wódka zeigt vor dem offiziellen Start des diesjährigen Monats der Fotografie eine Einzelausstellung mit 19 Werken der polnischen Fotografin Sonia Szóstak. Bis 29. November 2014



 

Sonia Szóstak, Silent 2011,  © Sonia Szóstak, courtesy the artist + No Wódla

 

In der Ausstellung "Longboards, tattoos and a journey to Mars" werden 19 fotografische Werke der letzten 4 Jahre der Fotografin gezeigt. Die Motive spielen zwischen Portrait, Mode und Akt und sind jeweils Teil einer erzählerischen Fotoserie. Mitl perfekt inszenierten Szenerien begibt sich Sonia Szóstak in die Tradition etablierter Editorial-Fotografen.

 

Sonia Szóstak, Tattoo Project, Szymon, 2012,  © Sonia Szóstak, courtesy the artist + No Wódla

 

Bereits im Sommer 2013 wurde die 1990 in Stettin geborene Fotografin von Carla Sozzani ins renommierte Corso Como in Mailand eingeladen, um dort im Rahmen von 'A Glimpse at Photo Vogue' auszustellen. Seitdem ist die Fotografin ein gefragtes Mitglied der neuen  Fotografenszene Europas und hat u.a. im OZON Magazine, Blink Magazine, K Mag, Vain Magazine sowie in der PhotoVogue Italia und in This is Paper veröffentlicht. Sonia Szóstak arbeitet unter anderem für Le Book, H&M, The Random House Publishing und Levis.

 

 

Sonia Szóstak, Life on Mars 2010,  © Sonia Szóstak, courtesy the artist + No Wódla

 

No Wódka, Design & Kunst, Made in Polen offeriert von Bekleidung und Schmuck bis hin zu Wohnaccessoires und Mobiliar eine kleine aber feine Auswahl an außergewöhnlichen Designobjekten. So zählen bekannte Designermarken wie z.B. Oskar Zieta, TABANDA, Malafor sowie Modedesigner wie Mariusz Przybylski, Justyna Chrabelska und Natasha Dziewit zum Portfolio. Außerdem werden in dem Laden regelmäßig Werke polnischer Künstler ausgestellt; die Show von Sonia Szóstak bildet hierbei den Auftakt der Fotopräsentationen.

 

 

No Wódka, Pappelallee 10, Berlin

 

 

11.10.2014 - 28.11.2014
Fotoausstellung Berlin Die Ausstellung in der Galerie Hilaneh von Kories "I am a lucky man - Wolf Suschitzky London, since,1934" stellt 40 Bilder auf Baryt-Papier, darunter einige Vintage Prints des 102-jährigen Fotografen vor. Bis 28. November 2014
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Wolf Suschitzky - I am a lucky man
Fotoausstellung Berlin Die Ausstellung in der Galerie Hilaneh von Kories "I am a lucky man - Wolf Suschitzky London, since,1934" stellt 40 Bilder auf Baryt-Papier, darunter einige Vintage Prints des 102-jährigen Fotografen vor. Bis 28. November 2014

 

 Wolf Suschitzky, Hyde Park, London 1937

 

Erst kürzlich ist die Galerie Hilaneh von Kories von Hamburg nach Berlin-Schöneberg umgezogen und präsentiert dort als erste Ausstellung: „I am a lucky Man“ mit Bildern des Fotografen Wolf Suschitzky.

Der in London lebende Fotograf und Kameramann, der aus einer berühmten jüdischen Famieli stammt, wurde am 29.August 1912 in Wien geboren. Suschitzky machte eine Fotografen-Ausbildung an der Wiener Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt. Inspiriert dazu wurde er von seiner älteren Schwester Edith Tudor-Hart, die am Bauhaus Fotografie studiert und später nach Großbritannien geheiratet hatte. Als die Austrofaschisten 1934 in seinem Heimatland die Macht übernahmen, floh Suschitzky zunächst in die Niederlande, später nach London.

 

Wolf Suschitzky, Embankment, London 1933

 

 

Anfangs hatte Suschitzky Mühe, in seinem Beruf Fuß zu fassen, und assistierte gelegentlich seiner bereits etablierten Schwester. Er machte sich dann im Laufe der Zeit einen Namen als Fotoreporter für Zeitschriften wie Illustrated oder Picture Post und arbeitete zunächst als Kamera-Assistent und später als Director of Photography für den renommierten Dokumentarfilmer Paul Rotha.  Suschitzky wirkte an mehr als 200 Filmen mit – darunter an The Bespoke Overcoat, einem Kurzfilm, der 1956 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Seine berühmtesten Werke sind Get Carter (Deutscher Titel: Jack rechnet ab) aus dem Jahre 1971, in dem Michael Caine die Hauptrolle spielt, und die Filmversion des James-Joyce-Buches Ulysses (1967), der den British Academy for Film and Television Arts Award erhielt.

 

Wolf Suschitzky, Lyons Corner House, London 1934

 

An den Drehorten und in seiner Freizeit ging Suschitzky seiner Passion als Fotograf nach. Mit seiner Hasselbladentstanden mehr als 10.000 Bilder von Strassenmotiven, Portraits bis zu Tierbilder. Zu den Schwarzweiß-Exponaten der Ausstellung gehören auch Bilder einer spannenden Fotoserie aus den 1930er Jahren über die Charing Cross Road, in der sich damals die bedeutendsten Buchhandlungen der britischen Metropole befanden. Zu Suschitzkys eindrucksvollsten Porträts gehören Aufnahmen von berühmten Persönlichkeiten wie dem indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru und dem Wissenschaftler und Nobelpreisträger Robert Fleming. Einen besonderen Ruf erwarb sich Suschitzky dessen Lebensmotto "I am a lucky man"ist, auch als Tierfotograf.

 

Wolf Suschitzky, Victoria Bus Station, London 1939

 

 

Das fotografische Lebenswerk des 102-Jährigen wurde in Deutschland erst vor wenigen Jahren von der Galeristin Hilaneh von Kories entdeckt. Die Ausstellung ”I am a lucky Man.“ ist nach der Premiere in Hamburg 2009 nun in Berlin zu sehen. Wolf Suschitzky ist einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen und Protagonisten des deutschsprachigen Exils in Großbritannien.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von ca. 40 hochwertigen Silbergelatine auf Baryt, 19 x 23,3 cm Handabzügen auf Baryt-Papier, darunter einige Vintage Prints. Unter dem Titel wolf suschitzky photos ist ein umfangreicher Fotoband im Verlag SYNEMA-Publikationen Wien erschienen, der in der Galerie erhältlich ist.

 

Galerie Hilaneh von Kories, Belziger Straße 25, Berlin

 

10.10.2014 - 22.02.2015
Fotoausstellung München . Mit Foto- und Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler zeigt das Münchner Stadtmuseum in einer interessanten Ausstellung alternative Lebensweisen von Menschen, die bewusst aus der Normalität ausbrechen. Bis 22. Februar 2015
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Luxus der Einfachheit. Lebensformen jenseits der Norm
Fotoausstellung München . Mit Foto- und Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler zeigt das Münchner Stadtmuseum in einer interessanten Ausstellung alternative Lebensweisen von Menschen, die bewusst aus der Normalität ausbrechen. Bis 22. Februar 2015

Alec Soth: 2008 Archival pigment print © Alec Soth/Courtesy of Loock Galerie Berlin

 

Auch in unserer Zeit entscheiden sich viele Menschen für alternative Lebensweisen. Ob ökologisch orientierter Selbstversorger, Hippie, Einsiedler oder Pilger - es gibt viele Gründe auszubrechen und sich für eine neue Lebensweise zu entscheiden oder sich Grupperiungen anzuschließen bei denen andere Lebensformen oder Ideale gelten als die der Allgemeinheit. Die bewusste Entscheidung sich unserer Leistungs-und Überflussgesellschaft zu versagen bringt vielen "Aussteigern" Werthaltigkeit, Sinnhaftigkeit und Glück.

 

Julia Zimmermann: Vom Winde ("Steh auf und Geh!" Bilder vom Jakobsweg) 2007, C-Print
© Julia Zimmermann

 

 

Die Gruppenausstellung "Luxus der Einfachheit" versammelt internationale Foto-und Videoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern, die sich mit unterschiedlichen Formen von Gegenkulturen auseinandersetzen. Anstatt die Erwartungen einer globalisierten und digitalisierten Welt zu erfüllen, verkörpern die Protagonisten der gezeigten Arbeiten Werte wie Selbstbestimmung, Spiritualität, Einfachheit und innere Freiheit. Die Ausstellung zeigt die mannigfaltigen Beweggründe und unterschiedlichen Formen des Rückzugs aus der Mainstreamgesellschaft auf. Die Spannbreite der vorgestellten Lebensformen reicht von temporären Aussteigern und kontemplativen Eremiten über Gemeinschaften von spirituell oder politisch Gleichgesinnten bis zu Visionären einer besseren Welt.

 

Timm Rautert: Hutterer, 1978, C-Print
© Tim Rautert/Courtesy Parotta Contemporary Art, Stuttgart

 

 

Alec Soth (*1969) und Lucas Foglia (*1983) widmen sich dem amerikanischen Kulturraum: Während Soths Arbeit „Broken Manual“ Portraits anonymer Aussteiger mit Close-Ups aus deren Lebensräumen zu einer sehnsuchtsvollen Bildcollage kombiniert, thematisiert Foglias poetische Serie „A Natural Order“ den Spagat zwischen autarkem, kapitalismuskritischem Selbstversorgertum und einem Leben mit modernen Technologien, von der sich die Protagonisten nicht zur Gänze lösen können. In beiden Serien bleibt der Antrieb der Einzelnen, sich von der breiten Gesellschaft abzuwenden, implizit. Wytske van Keulen (*1982) zeigt in ihrer Dia-Installation „Sous Cloche“, dass der Rückzug in die Einsamkeit oftmals in persönlichen Lebenskrisen, Krankheiten oder Trennungen gründet.

 

Renate Niebler: Ein Leben im Kloster, 1988, Gelatineentwicklungspapier © Renate Niebler

 

 

Während der Arbeit an ihren Projekten haben viele Fotografen und Fotografinnen längere Zeit bei ihren Protagonisten gelebt, gearbeitet und, wie Renate Niebler (*1956) für Ihre Serie über die Nonnen des Sühneklosters „Karmel Heilig Blut“ auf dem KZ-Gedenkgelände Dachau, deren Alltag geteilt.

Das Verhältnis des Fotografierenden zu seinen Sujets ist mitunter nicht nur das eines distanzierten Beobachters, sondern vielmehr das eines involvierten Feldforschers. Tom Hunter (*1965) begab sich mit seinen Freunden selbst auf die Reise und dokumentierte auf einer mehrmonatigen Tour von einem europäischen Musikfestival zum anderen das Aussteiger-und Hippieleben im Doppeldeckerbus.

Nicht zuletzt hinterfragen die in der Ausstellung vorgestellten Arbeiten alternative Lebensentwürfe kritisch: Timm Rauterts (*1941) Werkgruppe über die kanadischen Wiedertäufer „Hutterer“, die streng nach christlichen Regeln leben, zeigt wie auch Joel Sternfelds (*1944) Serie „Sweet Earth“ die Kehrseite auf, die das Leben außerhalb der Mainstreamgesellschaft mit sich bringen kann: Die Utopie einer besseren Welt geht hier zugleich mit Autorität, Züchtigung von Kindern und patriarchalen Strukturen einher.

Wenn schließlich in Südafrika Boutique-Hotels auf Vier-Sterne-Niveau errichtet werden, die Touristen westlichen Luxus hinter scheinbar ärmlichen Wellblechfassaden bieten, wird die temporäre Suche nach einem einfachen Leben zum zynischen Geschäftsmodell, das Roger Eberhard (*1984) in leicht überbelichteten Polaroidaufnahmen in Szene setzt.

Künstlerliste: Carlo Bevilacqua (I), Andrea Büttner (D), Roger Eberhard (CH), Lucas Foglia (USA), Tom Hunter (GB), Pau Montes (E), Renate Niebler (D), Daan Paans (NL), Timm Rautert (D), Alec Soth (USA), Joel Sternfeld (USA), Wytske van Keulen (NL), Constanze Vielgosz (D) und Julia Zimmermann (D).

Zur Ausstellung „Luxus der Einfachheit. Lebensformen jenseits der Norm“ erscheint im Kehrer-Verlag, Heidelberg, ein Katalog mit Texten von Rudolf Scheutle und Rebekka Reinhard, der an der Museumskasse und im Online-Shop des Museums erhältlich ist.

Kurator der Ausstellung: Rudolf Scheutle

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

 

Münchner Stadtmuseum, Sankt Jakobplatz, München

 

 

 

09.10.2014 - 02.02.2015
Ausstellung München . Über den spektakulären Zuwachs an Fotografie für die Münchner Neue Pinakothek durch die Sammlung italienischer Fotografien von Dietmar Siegert haben wir im September berichtet. Jetzt werden in der Ausstellung "Venedig sehen..." venezianische Gemälde des 18. Jahrhunderts aus der Alten Pinakothek mit frühen Venedig-Fotografien aus der Siegert-Sammlung vergleichend gezeigt.
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Venedig sehen...
Ausstellung München . Über den spektakulären Zuwachs an Fotografie für die Münchner Neue Pinakothek durch die Sammlung italienischer Fotografien von Dietmar Siegert haben wir im September berichtet. Jetzt werden in der Ausstellung "Venedig sehen..." venezianische Gemälde des 18. Jahrhunderts aus der Alten Pinakothek mit frühen Venedig-Fotografien aus der Siegert-Sammlung vergleichend gezeigt.

 

Antonio Perini (1830-1879) Rialtobrücke von Süden um 1858
© Bayerische Staatsgemäldesammlung/Sammlung Dietmar Siegert

 

Mit der rund 9500 Fotografien umfassende Italiensammlung von Dietmar Siegert wird in einzigartiger Weise die Entwicklung der Fotografie in Italien von den Anfängen in den 1840er Jahren bis in die Zeit um 1900 dkumentiert. Nicht nur die großen kunst- und kulturhistorischen Zentren wie Venedig, Florenz, Rom und Neapel sind mit einer überwältigenden Vielzahl von Aufnahmen vertreten, sondern auch entlegene Regionen und Orte, von denen es oftmals überhaupt nur sehr wenige Fotografien aus dieser frühen Zeit gibt.

Im Verbund der Münchner Pinakotheken bedeutet die Erwerbung der Italiensammlung von Dietmar Siegert eine weitere Stärkung des Schwerpunkts Fotografie, der bisher allein der Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts in der Pinakothek der Moderne gegolten hat.

 

Domenico Bresolin (1813-1899) Palazzo Agnusdio, um 1851/53
© Bayerische Staatsgemäldesammlung/Sammlung Dietmar Siegert

 

 

Die Ausstellung "Venedig sehen..." ermöglicht vergleichende Perspektiven auf die Serenissima aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Medien und Epochen ermöglicht werden. Die gemalten Veduten und die Fotografien verbinden nicht nur gleiche Motive: Die Camera obscura als technische Vorrichtung, die mittels einer optischen Linse das Bild der Außenwelt auf eine Fläche projiziert, ist sowohl Ahnherrin der Fotografie als auch instrumenteller Ausgangspunkt für die berühmten Stadtansichten Canalettos oder Bellottos. Venedig war unterschiedlich interpretierbar sei es in Gemälden oder in Fotografien und schuf immer Anreize zur Erprobung der künstlerischen Möglichkeiten des jeweiligen visuellen Mediums.

 

Pinakothek der Moderne, Kunstareal, Barer Straße 29, München

04.10.2014 - 26.11.2014
Ausstellung Wien . Von der Zwei- in die Dreidimensionalität zwischen Fotografie und Skulptur - mit teils eigen für diesen Platz konzipierten Werken beschäftigt sich die Ausstellung in der Galerie OstLicht und lässt das Medium Fotografie aus dem Rahmen und in den Raum treten. 4.10. bis 26.11.2014
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2D23D photography as sculpture / sculpture as photography
Ausstellung Wien . Von der Zwei- in die Dreidimensionalität zwischen Fotografie und Skulptur - mit teils eigen für diesen Platz konzipierten Werken beschäftigt sich die Ausstellung in der Galerie OstLicht und lässt das Medium Fotografie aus dem Rahmen und in den Raum treten. 4.10. bis 26.11.2014

 

Birgit Jürgenssen, Interieur 7, 1998/2003 © Estate Birgit Jürgenssen/ Bildrecht, Wien

 

In der Ausstellung "2D23D photography as sculpture / sculpture as photography" treffen Klassiker der Foto- und Medienkunst auf neue, teils eigens für die Ausstellung konzipierte Werke. Mit einem speziellen Fokus auf Wien präsentiert 2D23D. photography as sculpture / sculpture as photography künstlerische Positionen von den späten 1960er-Jahren bis heute, die das Fotografische im Zusammenspiel mit skulpturalen und räumlichen Facetten verhandeln.

Bei aller Differenz, thematisch wie ästhetisch höchst eigen und prominent, eint sie eine Reflexion der menschlichen Wahrnehmung und ihrer medialen Vermittlung, die sie ausloten, übertreiben, durchkreuzen und unterlaufen. Ob als konzeptuelle Medienanalyse, performative Selbstinszenierung, fotografische Geste oder komplexe Raumverschränkung – die ausgewählten Foto-Objekte, Video-Skulpturen und Raum-Installationen stellen den Prozess des Bildwerdens aus und eröffnen eine Perspektive, die sich als neue, als dreidimensionale Collage fassen lässt.

 

Valie Export, Nachfügung, 1974 © Valie Export / Bildrecht Wien

 

Michael Höpfner, Outpost of Progress, 2011 Courtesy Galerie Hubert Winter © Michael Höpfner

 


Die Medienkünstlerin Valie Export ist mit vier Fotografien ihrer Körperkonfigurationen vertreten: Auflegung (1972), Einschluss (1972), Nachfügung (1974) und Verletzungen (1972) zeigen den Körper der Medienkünstlerin in spezifischen Anpassungen an seinen Umgebungsraum und sind zu Klassikern feministisch-aktionistischer Kritik an normierten Körperbildern avanciert.
Outpost of Progress (2011) ist das Ergebnis einer achtwöchigen Wanderung Michael Höpfners über das Hochplateau des Chang Tang im westlichen Tibet. Die Installation aus Leuchtkästen, Dias und angedeuteten Zeltkonstruktionen als Ausdruck individueller Freiheit und kultureller Analyse widerspricht Logiken des Kapitalismus ebenso wie Idealisierungen von Natur.
Mit der fotografischen Serie der Interieurs (1996-98) widmet sich die 2003 verstorbene Brigit Jürgenssen dem Verhältnis von Sexualität/Geschlecht und Raum. Ihre Bearbeitung von Architekturentwürfen aus einem „Schöner Wohnen“-Magazin mittels Lichtreflexen und Montage sorgt für irritierende Brüche in gängigen Etikettierungen der „Haus-Frau“.

 

Christian Mayer, Threshold and Inertia, 2014 © Christian Mayer / Bildrecht Wien

 

Alfons Schilling, Chicago, 1969 © Alfons Schilling / Bildrecht, Wien

 

 

In Referenz zu den legendären Polaroid-Filmtests von Anselm Adams hat Christian Mayer die Installation Threshold and Inertia (2014) entwickelt. Sieben Sofortbildern des Typs 55 an der Ausstellungswand sind ihre Negative im Raum gegenübergestellt, fixiert an Bananenpflanzen, auf deren Blättern sich mittels Fotosynthese die Motive realisieren.

Der Linsenrasterarbeit Chicago 1968 (1969) liegen Aufnahmen zugrunde, die Alfons Schilling bei den Straßenunruhen anlässlich des Parteikonvents der Demokraten Ende August fotografierte. Fragen der Perspektive und Weltanschauung, die der Künstler mit seinen Raumbildverfahren und Sehmaschinen untersuchte, sind hier also auch inhaltlich virulent.
Nora Schultz (*1975) kehrt den Ausstellungtitel um und bannt eine Wackelbild-Postkarte in fotografische Flächigkeit: 3-d Parrots (2009) zeigt den Kippmoment zwischen zwei Bildern farbenprächtiger Papageienpaare, der einer konsequenten Auseinandersetzung der Künstlerin mit Aspekten von Raum, Reproduktion und Sprache entspringt.

 

Peter Weibel, Diese Last ist schwerer als ich halten kann, 1975 © Peter Weibel

 


Diese Last ist schwerer als ich halten kann (1975), ein Schlüsselwerk der Konzeptkunst von Peter Weibel (*1944), führt in der Kombination zweier großformatiger Schwarzweiß-Fotografien und einem „Stein-stab“ als „Maß-stab“ vor Augen, dass Fotografien bedeutungsoffen, Wahrheitsgehalte kontextabhängig und selbst Aussagen über die Schwerkraft relativ sind.
Heimo Zobernig (*1958) hat ohne Titel, 1986/2014 (2014) speziell für die Ausstellung als Variation einer früheren Arbeit realisiert, die von einer Haltestellenarchitektur an der Wiener Staatsoper inspiriert war. Die mit fotografischen Abzügen und schwarzem Kunstlack versehene Kartonskulptur reflektiert auch das mögliche Scheitern der Beziehung von Fotografie und Skulptur.

Mit Arbeiten von Will Benedict, Clegg & Guttmann, Kerstin Cmelka, VALIE EXPORT, Michael Hakimi, Michael Höpfner, Birgit Jürgenssen, Sonia Leimer, Christian Mayer, Friederike Pezold, Alfons Schilling, Nora Schultz, Nadim Vardag, Peter Weibel und Heimo Zobernig

 

Kuratiert von Martin Guttmann und Rebekka Reuter

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag für moderne Kunst.

 

OstLicht Galerie für Fotografie, Absberggasse 27, Wien

 

 


 

 

 

03.10.2014 - 17.01.2015
Fotoausstellung Wien / Salzburg . Franz Hubmann, einer der Großen der österreichischen Fotografie, der am 2. Oktober 2014 100 Jahre alt geworden wäre, wird von den Leica Galerien in Wien und Salzburg mit einer Ausstellung geehrt. Schwerpunkt der Ausstellungen ist neben Impressionen Wiener Lebens, die zahlreichen Porträts, die er von Louis Armstrong bis Herbert von Karajan bei ihren Besuchen in der Donaumetropole fotografiert hat. Bis 28,12.2014 bzw. 17.1.2015
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Sound of Vienna - 100 Jahre Franz Hubmann
Fotoausstellung Wien / Salzburg . Franz Hubmann, einer der Großen der österreichischen Fotografie, der am 2. Oktober 2014 100 Jahre alt geworden wäre, wird von den Leica Galerien in Wien und Salzburg mit einer Ausstellung geehrt. Schwerpunkt der Ausstellungen ist neben Impressionen Wiener Lebens, die zahlreichen Porträts, die er von Louis Armstrong bis Herbert von Karajan bei ihren Besuchen in der Donaumetropole fotografiert hat. Bis 28,12.2014 bzw. 17.1.2015

Franz Hubmann Selbstporträt mit Leica, um 1960 © Franz Hubmann / Archiv Franz Hubmann / Imagno

 

Wie kein anderer hat Franz Hubmann, der Zeit seines Lebens mit der Leica fotografierte, es verstanden, den Klang der Straße aufzunehmen, das Wiener Leben mit seinen Kaffeehäusern, Bohémiens, Fiakern und Tandlern in seinen Bildern einzufangen. In der Ausstellung begegnet man ihnen wieder: dem legendären Ober Ali aus dem Café Hawelka, der mittlerweile mindestens genauso bekannt ist, wie seine literarischen Gäste, dem frierenden Blumen­händler am Stadtpark oder der Frau, die ihren Gummibaum im Kinderwagen durch Döbling spazieren fährt. Hubmanns untrügliches Gespür für den Augenblick brachte ihm den Ehren­titel „Henri Cartier-Bresson Österreichs“ ein, aber natürlich war er ein Meister der Fotografie aus eigenem Recht, der „unbestechliche Chronist des Wesentlichen und vermeintlich Unwesentlichen“, wie André Heller ihn einmal nannte. Hubmann widmete sich beidem mit gleichermaßen scharfem Auge: dem flüchtigen Lichtreflex auf nassem Kopfsteinpflaster wie den Protagonisten der hiesigen Kulturlandschaft. Dabei war es ihm gleich, ob es sich bereits um arrivierte Kräfte oder um damals noch vielversprechende Nachwuchskünstler wie Josef Mikl,Arnulf Rainer,Wolfgang Hutter und Anton Lehmden handelte, die in Hubmanns „Der Jahrgang 1929“ betitelter Aufnahme wie eine Beat-Band posieren.

 

 

 Franz Hubmann: Herbert von Karajan probt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, 1966
© Franz Hubmann / Archiv Franz Hubmann / Imagno

 

 

 

 Franz Hubmann: Oscar Peterson,  Wiener Konzerthaus 1962 © Franz Hubmann / Archiv Franz Hubmann / Imagno

 

Als passionierter Musikliebhaber war nicht nur der Klang der Stadt Hubmanns Metier, auch die internationalen Größen der Musik, die in den Nachkriegsjahrzehnten Wien besuchten, ver­sammelte er vor seiner Kamera: Der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin, Pianist Friedrich Gulda bei einem seiner ersten Konzerte in der Hauptstadt, Herbert von Karajan bei den Proben im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Neben der Klassik waren es die Jazz-Konzerte, die Hubmann in den 1950er und 60er Jahren anzogen. Joachim Lieben brachte mit seiner Agentur die „Jazz at the Philharmonic“-Reihe, kurz JATP genannt, nach Wien, und damit die erste Gar­de der internationalen Jazz-Szene. In Hubmanns Fotografien überträgt sich die Leidenschaft, der Drive und die Coolness der Auftritte so begnadeter Musiker wie Louis Armstrong, Miles Davis oder Nat King Cole und man kann sich leicht vorstellen, wie der Jazz in die österreichi­sche Tristesse der damaligen Zeit einschlug

 

Literarisches Pendant zu den Improvisationen der Jazz-Solisten waren die anarchischen Soireen der Wiener Gruppe um H.C.Artmann, Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener. Mit ihren an Dadaismus und Surrealismus geschulten Perfomances forderten sie den konservativen Geist der Nachkriegskultur heraus, und selbstverständlich war Hubmann dabei, um die inzwischen legendären Aufführungen mit seiner Leica zu dokumentieren.

Franz Hubmann wurde am 2. Oktober 1914 im niederösterreichischen Ebreichsdorf geboren. Nach einer Ausbildung als Textiltechniker arbeitete er für einige Jahre in einer Hutfabrik, bevor er 1938 zum Wehrdienst eingezogen wurde. Bereits seine erste Kamera, die er als Zwölfjähriger erhielt, machte ihn zum leidenschaftlichen Amateurfotografen – mit dem Studium der Foto­grafie an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt nach dem Krieg wurde seine Passion zum Beruf. Hubmann übernahm zunächst das Amt des Bildstellenleiters der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung, 1954 schloss er sich der Redaktion der gerade von Karl Pawek ge­gründeten Kulturzeitschrift „magnum“ an. Die Arbeit als deren Bildredakteur und Cheffotograf und die dezidiert moderne bis avantgardistische Ausrichtung der Zeitschrift prägten nachhal­tig seine Fotografie. Mit der Einstellung von „magnum“ 1966 konzentrierte sich Hubmann auf seine Tätigkeit als freier Fotograf und Buchautor – an die 80 Titel gingen bis zu seinem Tod daraus hervor – in den 1980er Jahren lehrte er als Gastprofessor an der damaligen Hochschule für Angewandte Kunst. Am 9. Juni 2007 starb Franz Hubmann in Wien.

 

Franz Hubmann: Miles Davis, Wiener Stadthalle, 1960 © Franz Hubmann / Archiv Franz Hubmann / Imagno

 

Die Fotografien der Ausstellung stehen zum Verkauf. Preise auf Anfrage.

Zur Ausstallung und aus Anlass des 100. Geburtstags von Franz Hubmann erscheint im Christian Brandstätter Verlag das Buch FRANZ HUBMANN. SOUNDS OF VIENNA mit Texten von Karlheinz Roschitz, Christian Brandstätter,Axel Hubmann und Gerald Piffl. Das Buch wird am Abend der Ausstellungseröffnung präsentiert. Preis: 19,90 Euro

 

Die Ausstellung in Salzburg endet am 28.12.2014, in Wien am 17.1.2015

 

Leica Galerie Wien Leica Store Wien, Walfischgasse 1/ Ecke Kärntner Strasse, Wien

Leica Galerie Salzburg, Mirabellplatz 2, Salzburg

 

 

 

 

 

 

02.10.2014 - 15.11.2014
Stille romantische Motive der Stadt an der Seine kann man bis zum 15. November 2014 in der Münchner Galerie Bernheimer Fine Art Photography bewundern. Der Fotokünstler Christopher Thomas hat Bilder geschaffen, die ein Paris zeigen, das menschenleer einen Zauber entwickelt, wie er vielleicht im 19. Jahrhundert gewesen sein mag. Das Außergewöhnliche seiner Fotografien unterstreicht Christopher Thomas durch die Besonderheit des Papiers und der Rahmung in der die Motive präsentiert.
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Paris im Licht Photographien von Christopher Thomas
Stille romantische Motive der Stadt an der Seine kann man bis zum 15. November 2014 in der Münchner Galerie Bernheimer Fine Art Photography bewundern. Der Fotokünstler Christopher Thomas hat Bilder geschaffen, die ein Paris zeigen, das menschenleer einen Zauber entwickelt, wie er vielleicht im 19. Jahrhundert gewesen sein mag. Das Außergewöhnliche seiner Fotografien unterstreicht Christopher Thomas durch die Besonderheit des Papiers und der Rahmung in der die Motive präsentiert.

Christopher Thomas Le Louvre II, 2013.
103 x 135 cm, Edition von 7. 56 x 76 cm, Edition von 25. Archival Pigment
Print on Arches Cold Pressed Rag Paper © Christopher Thomas / Courtesy of Bernheimer Fine Art Photography

 

 

Sicherlich werden Sie an den Bildern, die wir Ihnen hier von Christopher Thomas Serie wunderschöner Paris Motive zeigen, Gefallen finden. Allerdings gehören diese Bilder zu denen, die man in einer Ausstellung sehen muss, um ihren besonderen Reiz und ihre vollkommene Qualität genießen zu können. Denn Christopher Thomas belässt es nicht dabei seine Städtemotive mit der Großformatkamera zu gestalten und auf Polaroidfilm aufzunehmen, bei diesem Fotokünstler hört die Schaffung eines Werks mit der Aufnahme nicht auf, sondern es gehört auch die sorgfältige Wahl des Papiers und die passende Rahmung dazu.

"Die Suche nach der Seele" einer Stadt, ist es die Christopher Thomas zu seinen Porträts von München (2005), von New York (2001-2009) von Venedig (2011 und 2012) und nun von Paris treibt. Inspiriert zu seinen stillen Bildern haben ihn Stadtansichten aus dem 19. Jahrhundert inspiriert. Um Stadtansichten zu realisieren aus denen das Getriebe von Menschen und Autos verbannt ist, braucht es Zeit und Geduld. Da Christopher Thomas mit der Großbildkamera arbeitet, die zusammen mit Stative, Filmmaterial und Filtern ein ansehnliches Gewicht hat, sucht er seine Motive erst einmal ohne Ausrüstung. Sein Filmmaterial ist der Polaroid Typ 55 Schwarzweißfilm. Später werden die Bilder auf auf feinstem Büttenpapiert geprintet.

 

Christopher Thomas Notre Dame V, 2014. 103 x 135 cm, Edition von 7. 56 x 76 cm, Edition von 25.
Archival Pigment Print on Arches Cold Pressed Rag Paper
© Christopher Thomas / Courtesy of Bernheimer Fine Art Photography

 

Christopher Thomas Pont Alexandre III, Grand Palais II, 2014. 103 x 135 cm, Edition von 7.
56 x 76 cm, Edition von 25. Archival Pigment Print on Arches Cold Pressed Rag Paper
© Christopher Thomas / Courtesy of Bernheimer Fine Art Photography



Als Künstler ist Christopher Thomas, der beruflich schon mit seiner Werbefotografie Erfolg hatte,  durch seine Städtebilder bekannt geworden. Seine Bildserien von Städten wurden schon in zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien gezeigt.

Bernheimer Fine Art Photography in München hat schon mehrmals Arbeiten von Christopher Thomas ausgestellt. zeitgleich zur Ausstellung in München präsentiert die Galerie Bernheimer Fine Art unter dem Titel "City Portraits" in der Schweizer Niederlassung in Luzern Bilder aus allen vier Städteporträts (noch bis 8. November 2014)

 

Christopher Thomas Arc de Triomphe I. 2013, 103 x 135 cm, Edition von 7. 56 x 76 cm, Edition von 25.
Archival Pigment Print on Arches Cold Pressed Rag Paper
© Christopher Thomas / Courtesy of Bernheimer Fine Art Photography

 

"Paris im Licht" ist auch als Buch herausgegeben von Ira Stehmann beim Prestel Verlag erschienen. Die 84 Abbildungen werden begleitet von einem Vorwort von Valerie Giscard d'Estaing, einem Essay von Ira Stehmann und einem Nachwort von Christopher Thomas. Euro 39,95

 

Bernheimer Fine Art Photography, Brienner Straße 7, München

 

 

29.09.2014 - 02.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Die 7 Stufen Galerie Art werden die Bilder von Holger Biermann ausgestellt, Momentaufnahmen, die vom Zufall diktiert sind. Entstanden sind die Motive in den Straßen von Berlin. 29. September bis 2. November 2014
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Holger Biermann - Streetphotography
Fotoausstellung Berlin . Die 7 Stufen Galerie Art werden die Bilder von Holger Biermann ausgestellt, Momentaufnahmen, die vom Zufall diktiert sind. Entstanden sind die Motive in den Straßen von Berlin. 29. September bis 2. November 2014

 

 

Der 1973 in Bremen geborene Fotograf Holger Biermann und lernte am New York International Center of Photography und bei der Bildagentur Magnum das Metier des Bildermachens. Seit 2003 arbeitet er als Fotograf in Berlin. An der Spree findet er das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen und nützt den Zufall und die Augenblicke, in denen das herrschende Chaos zu visuellen Einheiten verschmilzt. Dieses Konzept erlaub dem Fotografen die Befreiung von formalen und inhaltlichen Zwängen. Holger Biermann will das Leben mit der Kamera erkunden und festhalten.

 

 

 

7 Stufen Galerie Art, Krausnickstraße 16, Berlin

 

 

28.09.2014 - 25.01.2015
Fotoausstellung Mannheim . Ob Liebhaber klassischer Schwarzweiß-Fotografie oder Rockmusik-Fans - in der Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen werden bei den Künstlerporträts von Norman Seeff beide auf ihre Kosten kommen. Bis 25. Januar 2015
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Norman Seeff - The Look of Sound
Fotoausstellung Mannheim . Ob Liebhaber klassischer Schwarzweiß-Fotografie oder Rockmusik-Fans - in der Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen werden bei den Künstlerporträts von Norman Seeff beide auf ihre Kosten kommen. Bis 25. Januar 2015

 

Ray Charles 1985 @ Norman Seeff

 

Im ZEPHYR – Raum für Fotografie der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen wird weltweit erstmals eine umfangreiche Präsentation mit Werken von Norman Seeff gezeigt. Hauptsponsor der Schau ist die BASF SE. Seef zählt seit mehreren Jahrzehnten zu den berühmtesten Porträtfotografen der USA und lichtete viele Größen des Showbusiness in seiner unnachahmlichen Weise ab.  

Die Ausstellung „The Look of Sound“ vereint mehr als 150 Künstlerporträts, darunter größtenteils originale Vintage Prints. Die Besucher stehen dem Who is Who der Musikszene in den 1960er bis 1980er Jahren gegenüber. Neben Musiklegenden wie Patti Smith, Tina Turner, Michael Jackson, den Rolling Stones, Johnny Cash, Ray Charles, Miles Davis und Frank Zappa setzte Seeff zudem Persönlichkeiten wie den Pop-Art-Künstler Andy Warhol, Apple-Mitgründer Steve Jobs und den Dirigenten Zubin Mehta in Szene. Seeffs Porträts bestechen durch ihre spontane Lebendigkeit und schenken dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Bildästhetik und Musikkultur einer Ära. 

Norman Seeff wurde 1939 in Südafrika geboren. Er trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete mehrere Jahre als Arzt. Ohne eine künstlerische Ausbildung wanderte Seeff Ende der 1960er Jahre in die USA aus und versuchte sich dort als Fotograf durchzuschlagen. Bereits mit seinem ersten Auftrag schaffte er den Durchbruch: Seine Arbeit für das Album „Stage Fright“ von „The Band“ wurde als Poster produziert und war bald ein begehrtes Sammlerstück. Rasch stieg er zu einem Star der Fotografenszene auf und wurde schließlich Artdirector von United Artists und dem Jazzlabel Blue Note.

 

Frank Zappa, 1976 @ Norman Seeff

 

 

Ike & Tina Turner, 1975 @ Norman Seeff

 

 

Seeff setzt auf Spontanität. Es gelingt ihm, dass die Porträtierten die Kamera vergessen. Er baut eine persönliche Beziehung zu seinem Gegenüber auf, die sich auf seine Fotografien überträgt. Er unterhält sich mit ihnen, lässt sie tanzen und singen. In seinen Bildern ist die unmittelbare und ungezwungene Nähe spürbar.

Seeff ließ die Fotoshootings häufig filmen und fragte die Porträtierten, was ihnen Kreativität bedeutet. Ganz darauf konzentriert, fotografiert zu werden, antworteten sie unbefangen, spontan und frei. Die Mitschnitte gewähren einen überraschenden Blick in die Seele der Künstler und lassen den Betrachter an der Arbeit des Fotografen mit seinen Modellen teilhaben. Aus diesen Gesprächen entstand auf zahllosen Filmrollen ein einzigartiges Dokument. In der Ausstellung sind auf 20 Monitoren Auszüge zu sehen. Teilweise wurden die Filme erst jetzt entwickelt. Viele der Interviews wurden noch nie zuvor gezeigt.

Der Katalog zu „The Look of Sound“ erscheint im Kehrer Verlag.

 

 

Patti Smith & Robert Mapplethorpe, 1969

 

Zephyr - Raum für Fotografie, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Museum Bassermannhaus C4,9 Mannheim

 

27.09.2014 - 04.01.2015
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Erstmals in Deutschland wird die neueste Werke der bekannten Fotografin Dayanita Singh gezeigt. Das Museum für Moderne Kunst präsentiert die von der Künstlerin selbst entworfenen Displays, die sie „Photo-Architectures“ nennt und die jeweils mit bis zu 150 thematisch geordnete Schwarz-Weiß-Fotografien aus den letzten 25 Jahren, bestückt sind.
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Dayanita Singh. Go Away Closer
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Erstmals in Deutschland wird die neueste Werke der bekannten Fotografin Dayanita Singh gezeigt. Das Museum für Moderne Kunst präsentiert die von der Künstlerin selbst entworfenen Displays, die sie „Photo-Architectures“ nennt und die jeweils mit bis zu 150 thematisch geordnete Schwarz-Weiß-Fotografien aus den letzten 25 Jahren, bestückt sind.

 

Dayanita Singh, Image from Museum of Chance, 2013
Courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London. © Dayanita Singh

 

Mit einer konzentrierten monografischen Ausstellung zeigt das Museum die neueste Werkgruppe der international renommierten Fotografin Dayanita Singh (*1961). Wie überdimensionale Bücher stehen diese Displays aufgeklappt im Ausstellungsraum und die Besucher sind eingeladen sich selbst einen Weg durch die Foto-Architektur zu bahnen.
Dayanita Singh ist vor allem durch ihre sorgfältig gestalteten Künstlerbücher bekannt geworden, die sie von Anbeginn als tragbare „Museen“ konzipiert hat. Die neue raumgreifende Präsentationsform ist eine konsequente Fortführung dieser Buchform. Jedes „Museum“ erzählt eine eigene Geschichte zu unterschiedlichen Themen wie beispielsweise „Museum of Little Ladies“, „Museum of Embraces“ oder „Museum of Furniture“. Die hölzernen, vielfach veränderbaren Archivstrukturen beinhalten eine Reihe von 70 bis 140 Schwarzweißfotografien, die von der Künstlerin sorgfältig ediert und in Sequenzen zusammengestellt wurden und schier endlos immer wieder neu geordnet und ergänzt werden können.

 

Dayanita Singh, Image from File Room, 2013
Courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London. © Dayanita Singh

 

Dayantia Singh, Image from Museum of Chance, 2013
Courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London. © Dayanita Singh



Dayanita Singhs Bildwelt ist von einer Lebensform geprägt, in der klassische indische Gesellschafts- und Familientraditionen mit dem modernen Dasein aufeinanderstoßen. Die Balance von eindringlicher Empathie und Distanz kennzeichnet ihre technisch und handwerklich sehr genau gearbeiteten Fotografien, überwiegend in Schwarzweiß. Die Bilder transportieren soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge ihres Heimatlands Indien und finden einfache Übersetzungen für komplexe Konstellationen und Gefühlslagen. Wie in einem traumähnlichen Zustand verschmelzen in ihren fotografischen Essays unzählige Bilder ihrer indischen Vergangenheit mit ihren Wahrnehmungen der Gegenwart. Europäische Musik und Literatur sowie amerikanische Filmgeschichte fließen in ihre Arbeit ebenso ein wie die Menschen, Strukturen und Orte ihres Umfelds in Neu-Delhi. Die Melancholie des Weggehens anstelle des Verweilens zieht sich dabei wie eine Grundstimmung durch alle ihre Bilder.
Ergänzt wird die Ausstellung durch das filmische Portrait „Mona and Myself“, das für den Deutschen Beitrag im Französischen Pavillon der 55. Biennale in Venedig entstanden ist und Singhs erstes filmisches Werk ist. Zudem wird es ein von der Künstlerin gestaltetes Künstlerbuch geben, das in enger Zusammenarbeit mit Steidl, Göttingen entstanden ist.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Hayward Gallery in London organisiert und wird im Anschluss an die Präsentation im MMK 3 im Multimedia Art Museum in Moskau gezeigt. Es erscheint ein Künstlerbuch im Steidl Verlag. 

 

Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, Frankfurt am Main

 

 

 

27.09.2014 - 27.10.2014
Fotoausstellung Graz Am 27. September um 11 Uhr ist es wieder soweit! Die Menschenbilder 2014 werden in Graz am Mariahilferplatz eröffnet. Es sind emotionale, ausdrucksstarke Porträts, auf die man in der Open-Air Ausstellung „Menschenbilder 2014" trifft. 27. September bis 27. Oktober 2014
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Menschenbilder 2014
Fotoausstellung Graz Am 27. September um 11 Uhr ist es wieder soweit! Die Menschenbilder 2014 werden in Graz am Mariahilferplatz eröffnet. Es sind emotionale, ausdrucksstarke Porträts, auf die man in der Open-Air Ausstellung „Menschenbilder 2014" trifft. 27. September bis 27. Oktober 2014

 

menschenbilder-graz.at/Bernd Sieber

 

Diese jährliche Gemeinschaftsfotoausstellung der steirischen Berufsfotografen gibt es seit 2012, initiiert wurde das Projekt von Christian Jungwirth mit Unterstützung der Landesinnung der steirischen Fotografen.  Kurator dieser Ausstellungsreihe ist Horst Stasny. Nach der Ausstellung in Graz wandern die Bilder in weitere steirische Gemeinden. 

 

 

menschenbilder-graz.at/Werner Kmetisch

 

 

 


 

27.09.2014 - 18.01.2015
Fotoausstellung Hamburg . Lis Oppenheims Auseinandersetzung mit der Fotografie ist konzeptuell: Ihre Arbeiten gehen vom Material aus, von den Techniken des Mediums und befragen die Bedingungen der Bildproduktion. Sie analysiert die n Eigenschaften der Fotografie und die Art und Weise, in der ihre technischen Vorrichtungen in spezifischen kulturellen und historischen Kontexten verwurzelt sind. In der Ausstellung im Kunstverein nutzt Oppenheim neue Materialien wie Textilien und Keramik als Trägermedien und erweitert damit ihre Untersuchung der fotografischen Repräsentationsmöglichkeiten. Bis 18.1.2015
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Lisa Oppenheim - Forever is Composed of Nows
Fotoausstellung Hamburg . Lis Oppenheims Auseinandersetzung mit der Fotografie ist konzeptuell: Ihre Arbeiten gehen vom Material aus, von den Techniken des Mediums und befragen die Bedingungen der Bildproduktion. Sie analysiert die n Eigenschaften der Fotografie und die Art und Weise, in der ihre technischen Vorrichtungen in spezifischen kulturellen und historischen Kontexten verwurzelt sind. In der Ausstellung im Kunstverein nutzt Oppenheim neue Materialien wie Textilien und Keramik als Trägermedien und erweitert damit ihre Untersuchung der fotografischen Repräsentationsmöglichkeiten. Bis 18.1.2015

Lisa Oppenheim "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014
Foto: Fred Dott

 

In den letzten zehn Jahren hat die Künstlerin Lisa Oppenheim kontinuierlich einen einzigartigen Werkkomplex entwickelt, der den Gebrauch und die Transformation von präexistenten Bildern untersucht. Die Ausstellung Forever is Composed of Nows zeigt ihre aktuellsten Arbeiten.
Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat von Emily Dickinson und verweist auf eine Vorstellung von Geschichte, die Oppenheims gesamte künstlerische Praxis durchzieht. Während sie die Bildsprache einer jüngeren oder ferneren Vergangenheit aufgreift, ist es stets die Gegenwart, in der Oppenheim die Erfahrung des Produzierens und Rezipierens verortet. In La Quema (2014) erzeugt die Künstlerin Fotografien, die den Rauch eines Brennofens, aufgenommen vom wegweisenden mexikanischen Fotografen Manuel Álvarez Bravo, zeigen, und belichtet sie in einem performativen Akt durch den Lichtschein eines Feuers. Diese Serie wird von Keramikfliesen komplettiert, deren Tonerde aus den verschiedenen mexikanischen Regionen stammt. Die Jacquard Weaves (2014) sind speziell gewebte Textilien, die mit digitalen Bildern der Textilsammlung Seth Siegelaubs erstellt wurden. In diesem Projekt verbindet die Künstlerin mit fotografischen Mitteln das Erbe konzeptueller Methoden mit den frühen Computertechnologien, deren Störungen und Interferenzen unser digitales Zeitalter bestimmen.

 

Lisa Oppenheim "Forever is Composed of Nows", Ausstellungsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2014
Foto: Fred Dott



Repräsentation und künstlerischer Prozess sind in Oppenheims Praxis konsistent. Ihre Bilder werden im Lichte einer buchstäblichen wie metaphorischen Gegenwart neu formuliert: Ein Licht in der Dunkelkammer erzeugt das Bild eines anderen Rauches aus einer anderen Zeit, dessen Ursprung nur noch in Spuren zum Vorschein kommt. Was zählt ist, was sich verändert hat.

Nature is a haunted house--but Art--is a house that tries to be haunted.
(Emily Dickinson)


Zur Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Grazer Kunstverein und FRAC Champagne-Ardenne Oppenheims erste monografische Publikation herausgegeben, die bei Sternberg Press erschienen ist.

 

Kunstverein Hamburg, Klosterwall 23, Hamburg

 

25.09.2014 - 19.12.2014
Fotoausstellung Wien . "Wohin" ist ein Bilderzyklus von Claudia Henzler, der sich anhand von 20 Schwarzweißfotos mit den Fragen des Lebens beschäftigt - was zählt? wo liegt mein Fokus? Worauf Menschlichkeit und Würde?.... Im Quo Vadis vom 25.9. bis 19.12.2014
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Claudia Henzler - Wohin
Fotoausstellung Wien . "Wohin" ist ein Bilderzyklus von Claudia Henzler, der sich anhand von 20 Schwarzweißfotos mit den Fragen des Lebens beschäftigt - was zählt? wo liegt mein Fokus? Worauf Menschlichkeit und Würde?.... Im Quo Vadis vom 25.9. bis 19.12.2014

 

 

Anhand von 20 bewusst in schwarz-weiß präsentierten Bildern ermöglicht die Künstlerin dem Betrachter mit einer der Triebfedern des Lebens in Resonanz zu gehen. Es geht ums Essenzielle...

WOHIN zeigt einen Bilderzyklus, der den Betrachter im eigenen Leben abholt und fragen lässt: „Wohin geht der Weg? Wozu bin ich da? Wie lebe ich meine Träume? Was zählt? Setze ich aufs richtige Pferd? Wo bin ich ganz und gar Mensch? Was tue ich mit meiner Zeit? Wo erlebe ich Zusammengehörigkeit? Was ist essentiell? Wo liegt mein Fokus? Worauf gründet Menschlichkeit und Würde? Wieviele Atemzüge habe ich und was mache ich damit? Wie bin ich im Hier und Jetzt gegenwärtig?

 

 


Diese und weitere Fragen klingen in den Bildern an. Die Motive stammen aus verschiedenen Kontinenten, zeigen einerseits Momente aus Krisengebieten, fremden Kulturen als auch aus dem nächsten Umfeld. Egal ob es der alte bärtige Mann ist, der auf die Uhr schaut, oder die beiden Menschen, die die gewundene Straße Richtung Horizont entlang wandeln... Immer wieder holen uns die ausdruckstarken Bilder an einem anderen Ort ab und geben neue Einblicke in die Welt in und um uns herum.


WOHIN ist nicht nur eine Fotoausstellung, die auf künstlerisch-dokumentarische Weise von den Realitäten erzählt, die Claudia Henzler rund um die Welt erlebte. WOHIN läd Sie als Betrachter ein, die Bildeindrücke wirken zu lassen. Sich mit den darauf folgenden ganz eigenen Assoziationen auseinanderzusetzen. Die individuellen Wirklichkeitsräume wahrzunehmen und weiter zu ertasten. Über deren Relevanz fürs eigene Leben nachzuspüren... und möglicherweise mit einem neu inspirierten Blick die besonderen Momente des Alltags zu entdecken und zu erleben.

 

 

Quo Vadis, Stephansplatz 6, Wien

 

 

20.09.2014 - 11.01.2015
Fotoausstellung Düsseldorf . In mehreren Fotoserien stellt die Kunsthalle Düsseldorf das Werk des berühmten Fotokünstlers Thomas Ruff vor. Vorgestellt wird "Interieurs", einzelne Ausschnitte eines Raumes, "Nächte" aufgenommen mit einer Kamera mit Restlichtverstärker, "Sterne" Aufnahmen nächtlicher Sternenhimmel und "Negative" einer Serie in der Ruff auf die historischen Ursprünge des Mediums Fotografie zurückgreift. Bis 11.1.2015
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Thomas Ruff - Lichten
Fotoausstellung Düsseldorf . In mehreren Fotoserien stellt die Kunsthalle Düsseldorf das Werk des berühmten Fotokünstlers Thomas Ruff vor. Vorgestellt wird "Interieurs", einzelne Ausschnitte eines Raumes, "Nächte" aufgenommen mit einer Kamera mit Restlichtverstärker, "Sterne" Aufnahmen nächtlicher Sternenhimmel und "Negative" einer Serie in der Ruff auf die historischen Ursprünge des Mediums Fotografie zurückgreift. Bis 11.1.2015

 

Thomas Ruff Interieur 5E, 1983 Aus der Serie Interieurs C-Print © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

Thomas Ruffs früheste Serie, „Interieurs“ (1979-1983), zeigt auf die denkbar einfachste und distanzierteste Art einen einzelnen Ausschnitt eines Raumes. Der natürliche Lichteinfall ist indirekt – Fenster erscheinen in einem Spiegel oder lassen sich hinter geschlossenen Vorhängen erahnen. Das Licht wirkt wie durch die Linse einer Camera obscura gesehen und erhellt mittels ausgeprägter psychologischer Konnotationen im Nachkriegsdeutschland gültige Lebensentwürfe und Vorstellungen von Gemütlichkeit. Daneben liegt ein besonderer Fokus auf den glatten, zweidimensionalen Oberflächen wie Tapeten, Teppichen und Spiegeln, womit wiederum jene Funktion der Fotografie hervorgehoben wird, die darin besteht, eine Wirklichkeit zweiter Ordnung – nämlich die Wirklichkeit hinter der Kamera – wiederzugeben. Durch den Einsatz von Farbe in der Fotokunst anstelle der zur Entstehungszeit der Serie gebräuchlichen Schwarzweißtechnik distanziert sich Ruff in derselben Weise von seinen Lehrern und den Dogmen der dokumentarischen Fotografie wie beispielsweise die Amerikaner William Eggleston und Stephen Shore.

 

Nächte


Thomas Ruff Nacht 4 III, 1992 Aus der Serie Nächte C-Print © VG Bild-Kunst, Bonn 2014



Eine weitere zentralen Serie mit dem Titel „Nächte“ (1992-1996) setzt sich mit der aktuellen politischen Debatte rund um das Thema Überwachungstechnologie auseinander. Die Motive wurden bei Nacht mit Hilfe einer Kamera mit Restlichtverstärker aufgenommen und zeigen nächtliche Vorortszenarien. Für diese Arbeiten nutzte Ruff das virtuelle Vokabular mit hoher Brennweite aufgenommener Nachtsicht-Überwachungsfotos, wobei der Restlichtverstärker jenes für die Serie charakteristische grüne Leuchten erzeugt. Dieses Verfahren fand insbesondere während des Zweiten Golfkriegs als Mittel der Zielerkennung Verwendung. Mit Hilfe vergleichbarer Nachtsichtgeräte, welche die vorhandenen Lichtelektronen verstärken, vermag das menschliche Auge auch Objekte in völliger Dunkelheit auszumachen. Die Aufnahmen offenbaren somit, was dem Auge unter normalen Umständen verborgen bliebe. Ruff schildert urbane Räume, deren Wesen sich aufgrund einer unmittelbar nach dem Golfkrieg entwickelten Bildsprache ins Gegenteil umkehrt: Die (scheinbare) Normalität wird zum mutmaßlichen Schauplatz des Grauens. Die „Nächte“-Serie entstand Mitte der 1990er Jahre, also kurz vor dem Siegeszug des Internets, das in der Folgezeit völlig neue Formen medialer Überwachung ermöglichen sollte. „Nächte“ war die letzte Serie Ruffs, für die er natürliches Licht nutzte, bevor er sich ganz der digitalen Bildbearbeitung widmete und seinen Platz hinter der Kamera zeitweilig verließ.

 

Sterne


Thomas Ruff 16h 3m/-50°, 1989 Aus der Serie Stern C-Print © VG Bild-Kunst, Bonn 2014



In der „Sterne“-Werkgruppe (1989-1992) trifft Ruffs Interesse für Astronomie auf seine Vorliebe für Archive beziehungsweise das künstlerische Verfahren der Appropriation – die Wiederverwendung bereits bestehenden Bildmaterials. Seine Aufnahmen nächtlicher Sternenhimmel basieren auf mit einem Spezial-Teleskopobjektiv aufgenommenen Archivfotos, die Ruff vom European Southern Observatory in Chile erwarb. Aus den 29 x 29 cm großen Negativen wählte er anschließend nach einem von ihm selbst entwickelten Klassifizierungssystem bestimmte Bildausschnitte aus, vergrößerte diese auf ein festgelegtes Format und verwendete die entsprechenden Sternkoordinaten als Bildtitel. In den Sternenbildern kommt es zur Verbindung eines vorgeblich wissenschaftlich-objektiven Verfahrens und einer ästhetisch-subjektiven Vorgehensweise. Die Sterne befinden sich entweder im Vorder-oder Hintergrund, oder der Fokus liegt auf interstellaren Objekten beziehungsweise auf der Milchstraße. Es ist offensichtlich, worum es sich bei den weißen Punkten auf schwarzem Grund handelt, doch was auf diesen Bildern tatsächlich zu sehen ist, ist lediglich das Licht von Sternen, von denen einige vermutlich längst erloschen sind – wenn auch ihr Licht zum Zeitpunkt der Aufnahme auf das Objektiv der Kamera traf. Im Grunde genommen bilden diese Arbeiten Licht und Zeit, d. h. die Grundlagen der Fotografie, ab. Somit führt Ruff die Strategie der künstlerischen Aneignung existierender Bilder, wie wir sie von Künstlern wie Marcel Duchamp, Sherrie Levine and Andy Warhol kennen, auf einen medialen Nullpunkt zurück.

 

Negative


Thomas Ruff beg india_01, 1992 Aus der Serie Negative Negatives Chromogenic print © VG Bild-Kunst, Bonn 2014



In einer weiteren Fotoserie mit dem Titel „Negative“ (ab 2014) greift Ruff schließlich auf die historischen Ursprünge des Mediums Fotografie zurück. Ähnlich wie in seinen Fotogrammen nutzt Ruff diese Technik zur Transformation bereits bestehender Arbeiten, indem er mit Hilfe von Licht Schatten erzeugt, wobei er hier als Ausgangsmaterial sepiafarbenene Fotografien, insbesondere aus der Zeit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Am Computer invertiert Ruff die Farben dieser Fotografien, was ihnen das Aussehen von „Cyanotypien“ verleiht, einem im Englischen auch unter der Bezeichnung „Blueprint“ bekannten fotografischen Verfahren, das in der Hauptsache für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt wurde. Die Cyanotypie entstand als Antwort auf die Daguerrotypie und die Talbotypie in einer Phase, als das Reproduktionsverfahren der Fotografie auch außerhalb der Bildenden Kunst seinen Siegeszug antrat: damals erreichte die Zirkulation von Bildern, die neue Einblicke nicht nur in die eigene Wirklichkeit, sondern auch in die Wirklichkeit „des Anderen“ erlaubten, ungeahnte Ausmaße, was Schnelligkeit und Verbreitung betraf. Die Blaufärbung sämtlicher Motive lässt sich auch als Kommentar im Hinblick darauf lesen, dass das damals neue Medium Fotografie letztlich zu einer Nivellierung der Wahrnehmung von Wirklichkeit führte. Ruff präsentiert durch seine Motivwahl verschiedene Gebiete, auf denen sich die Fotografie als effizient erwies: die repräsentative Fotografie der Kolonialzeit sowie die Bereiche Kunst und Kunstgeschichte. In fotografischen Darstellungen von Malerateliers aus der Mitte des 19. Jahrhunderts geht Ruff noch einen Schritt weiter, indem er Veränderungen bezüglich der Rolle des Künstlers und der Bedeutung des Medium seit jener Zeit hinterfragt: Nach Einführung der Fotografie wurde die Malerei nunmehr als etwas wahrgenommen, das man „ansieht“, nicht mehr als ein Rahmen, durch den man „hindurchsieht“.

 

Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, Düsseldorf

 

 

20.09.2014 - 15.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Eine exklusive Auswahl von über 30 Werken des schwedischen Künstlers Jacob Felländer stellt die CWC Gallery aus. Es sind Arbeiten mit denen er die Grenzen der Fotografie verschiebt und mit konventionellen Definitionen des Fotografiebegriffs bricht. Bis 5.11.2014
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Jacob Felländer - Sticking to my Guns
Fotoausstellung Berlin . Eine exklusive Auswahl von über 30 Werken des schwedischen Künstlers Jacob Felländer stellt die CWC Gallery aus. Es sind Arbeiten mit denen er die Grenzen der Fotografie verschiebt und mit konventionellen Definitionen des Fotografiebegriffs bricht. Bis 5.11.2014

 

Die Arbeiten von Jacob Felländers zeigen noch nie zuvor gezeigte Unikate die Ergebnis seiner Reisen in verschiedene Weltstädte, mit stetigem Fokus auf Architektur, Kontur und Form markanter Gebäude, sind. In der angewandten Technik verschmelzen die in der Realität existierenden Objekte zu teilweise abstrakten Gebilden und bieten dem Betrachter neue Perspektiven und faszinierende Ansichten. Daraus entsteht der Eindruck eines ungeordneten wie wirren Stadtbildes. Zudem beweist der Felländer in »Sticking to my Guns« die akzentuierende Wirkung der immer wieder auftauchenden Schrift und Malereien in seinen Arbeiten. Mit dieser Vorgehensweise und Verbindung der Kunstgattungen verschiebt Jacob Felländer die Grenzen der Fotografie und bricht mit konventionellen Definitionen des Fotografiebegriffs. Jacob Felländer setzt sich darauf aufbauend intensiv mit dem Sujet und der Frage auseinander, wie sich Fotografie entwickeln wird. Vor allem digitale Bilder erfahren eine stetig wachsende Beschleunigung in den Massenmedien. Felländer will aus dieser Entwicklung hervortreten, der rapiden Entwicklung der Popularisation entgegenwirken und demzufolge nicht mit digitalen Kameras arbeiten – er erschafft analoge Unikate, mit denen er trotzdem die Grenzen der traditionellen Fotografie neu legt. Somit betritt er mit traditioneller Technologie künstlerisches Neuland.

Als 1917 Alfred Stieglitz ein herkömmliches Urinal mit »R. Mutt« versah und ausstellte, bekamen diverse Kunstgattungen nicht nur zahlreiche Bedeutungen, sondern es ist seitdem Künstlern überlassen, diese auf jegliche Art und Weise zu verbinden. Von da an wurden viele Werke als Kunst diskutiert: von Ölmalereien bis zu Aktionskunst, in der beispielsweise Menschen nackt in Kirchen tanzen. Die Intention der Fotografie hat sich in seiner Geschichte jedoch kaum verändert. Fotografie ist nach wie vor damit beschäftigt, mit Hilfe von Licht einen Moment aus nur einer Perspektive und an einem Ort zu dokumentieren, was Jacob Felländer nur als Ausgangspunkt für seine Werke erscheint:

»Es handelt sich um Konzepte, Regeln und Definitionen, die ich als Basis nehme und breche oder erweitere.«

 

 

Die Besonderheit an Jacob Felländers Werken sind die eindeutig sichtbaren visuellen Tiefen, welche durch besondere Vorgehensweisen dreidimensionale Effekte evozieren. Felländer benutzt für seine Arbeiten Mehrfachbelichtungen, um verschiedene Ebenen zu schaffen, vor Ort und auf dem Negativ. Somit entstehen Bilder mit verschiedenen Bewegungen von mehreren Standorten und Perspektiven. Er bezeichnet diese Werke als »Still films«. Der enorme räumliche Effekt wird durch die Nutzung von Farben und Kohle verstärkt. So kreiert er neue Formen und lässt verschiedene Ebenen mit unterschiedlicher Präsenz entstehen. Wiederholt lässt sich in den Werken die Intention des Künstlers erkennen, den Fotografiebegriff und dessen Grenzen zu hinterfragen. Seine Fragen nehmen über die Maße zu:

»Wo ist die Grenze von Photographie und Malerei? Was geschieht genau auf dem Rand der Grenzen zwischen Photographie und bewegten Bildern? Zeigt eine Photographie, die wie ein Gemälde wirkt, andere dynamische Züge als ein photorealistisches Bild auf?«

 

Jacob Felländer, geboren 1974 in Stockholm, studierte künstlerische Fotografie und Grafikdesign am Flagler College in St. Augustine in Florida sowie im Anschluss an der San Diego State University. In den späten 1990ern begann Felländer mit Landschaftsfotografie zu experimentieren, bis er 2004 die Verwendung von antiken Kameras perfektionierte, so dass er diverse Mehrfachbelichtungen in einem Bild vereinen konnte. 2011 stellte er im Museum Fotografiska in Stockholm seine Serie »I Want To Live Closer To You« aus. Felländer reiste dafür binnen zwölf Tage in die am dichtesten besiedelten Städte mit dem Vorhaben, »die ganze Welt« in einem Negativ abzubilden. 2012 begann Felländer sich der Einführung von Malerei und Zeichnungen zu nähern – mit der Herausforderung, diese mit Photographie zu verbinden. Felländers Werke befinden sich in hochgeschätzten Sammlungen, darunter in der von Bill Clinton und der schwedischen Königfamilie. Seine Arbeiten werden in zahlreichen internationalen Einzel-und Gruppenausstellungen ausgestellt.

CWC Gallery, Auguststraße 11-13, München

 

19.09.2014 - 08.02.2015
Ausstellung Düsseldorf . Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin Christiane Baumgarten zu immer neuen Werken, die jetzt im Museum Kunstpalast ausgestellt werden. 19.9.2014 bis 8.2. 2015
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Christiane Baumgarten - White Noise
Ausstellung Düsseldorf . Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin Christiane Baumgarten zu immer neuen Werken, die jetzt im Museum Kunstpalast ausgestellt werden. 19.9.2014 bis 8.2. 2015

 

 

Manhattan Transfer, 2010, Holzschnitt auf Kozo-Papier, Bildformat: 119,5 x 160 cm,
Papierformat: 145 x 185 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2014

 

Maschinen und Landschaften, Geschwindigkeit und Stillstand, diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe inspirieren die 1967 in Leipzig geborene Künstlerin zu immer neuen Werken. Sie interessiert sich für die vom Menschen geschaffene Umgebung, für Autobahnen, Flugzeuge aber auch den deutschen Wald. Für ihre großformatigen Holzschnitte filmt sie ihr Motiv zunächst mit der Videokamera, wählt anschließend einzelne  Bilder aus, die sie am Computer umarbeitet und Linienraster dafür festlegt, die später auf eine Holzplatte übertragen werden. In langwieriger Handarbeit schneidet sie anschließend die einzelnen Linien in den Druckstock. 

Christiane Baumgartners großformatige Bilder sind eine visuelle Aufforderung, unsere vertraute Wahrnehmung von Zeit, Raum und Landschaft zu reflektieren. In der Verbindung widerstreitender Materialien, Medien und Arbeitsweisen gelangt sie zu einer irritierenden wie inspirierenden Bildersprache.

 



Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und französischer Sprache

 

Museum Kunstpalast, Kulturzentrum Ehrenhof, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf

 

 

 

19.09.2014 - 29.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Weltweit erstmals wird die in London entstanden Porträtserie der bekannten Fotokünstlerin Bettina Rheims in der Galerie Camera Work vorgestellt. Polarisierend und elektrisierend sind die aufregenden Bilder der jungen Frauen, die in verschiedenen Darstellungsmustern von erotischer Spielarten und Selbstfindungen von Weiblichkeit gezeigt werden. 19.9. bis 29.11. 2014
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Bettina Rheims: Bonkers - A Fortnight in London
Fotoausstellung Berlin . Weltweit erstmals wird die in London entstanden Porträtserie der bekannten Fotokünstlerin Bettina Rheims in der Galerie Camera Work vorgestellt. Polarisierend und elektrisierend sind die aufregenden Bilder der jungen Frauen, die in verschiedenen Darstellungsmustern von erotischer Spielarten und Selbstfindungen von Weiblichkeit gezeigt werden. 19.9. bis 29.11. 2014

© Bettina Rheims, Bonkers – A fortnight in London Amber le Bon has lost her Car Keys

 

Sich ihrem künstlerischen Leitthema der Weiblichkeit, Selbstdarstellung und Sexualität widmend, erschuf die Künstlerin Bettina Rheims 2013 in London für die Ausstellung eine ergreifende Porträtserie mit 23 Frauen, die aufgrund ihres Erscheinungs- und Persönlichkeitsbildes sowie ihrer medialen Verortung in der öffentlichen Wahrnehmung polarisieren.

Nach Shanghai und Paris – Großstädte, in denen bereits international hoch geachtete Serien der Künstlerin entstanden sind – begab sich Bettina Rheims für »Bonkers – A Fortnight in London« nun in die britische Hauptstadt. Auf der Suche nach elektrisierenden Stimmungen und polarisierenden Frauen der Society der Weltmetropole, fand sich Rheims inmitten von Models, Schauspielerinnen und Frauen der britischen Partyszene wieder. Die Künstlerin begibt sich mit den Protagonistinnen in eine surreale und trübe Welt verschiedener Darstellungsmuster, erotischer Spielarten und Selbstfindungen von Weiblichkeit. Die großformatigen Porträts und Akte zeigen unter anderem Frauen, deren gesellschaftliche als auch mediale Wahrnehmung und Reputation sich auf die Titulierung »It-Girl« begrenzt. Die Darstellung der Frauen spielt mit Stereotypisierungen, überspitzt bewusst Klischees und hinterfragt die Differenz zwischen den öffentlich rezipierten Bildern der Frauen und deren individueller Persönlichkeit. Die Arbeiten sind charakteristisch geprägt von einer spürbaren Intimität und Nähe der Künstlerin zu den Models, wodurch es ihr gelingt, Weiblichkeit neu zu entdecken und aus einer besonderen Perspektive geradlinig darzustellen.

 

© Bettina Rheims, Bonkers – A fortnight in London Dioni Tabbers Miss Wilde

 

Das inhaltlich komplexe Schaffenswerk fügt sich aus der künstlerischen Kreativität von Bettina Rheims, den Fertigkeiten des Stylisten Sascha Lilic, der Mode von Vivienne Westwood und der Frivolität einer Gruppe von jungen Frauen in London wie Amber Le Bon, Harriet Vernet, Mary Charteris, Portia Freeman und Morwenna Lytton Cobbold zusammen.

Zur Ausstellung erscheint im Steidl Verlag der Photoband »Bonkers! A Fortnight in London« (38,-Euro). Die Ausstellung findet parallel zum Europäischen Monat der Fotografie Berlin statt.

 

© Bettina Rheims, Bonkers – A fortnight in London Georgie Bee wearing her own amazing shoes

 

Bettina Rheims wurde 1952 in Neuilly-sur-Seine bei Paris geboren. Ihre fotografische Karriere begann Ende der 1970er-Jahre nach einer kurzen Tätigkeit als Model, wobei ihr Interesse fortan der Weiblichkeit in all ihren erotischen und voyeuristischen Facetten galt. Neben der Zusammenarbeit mit angesehenen Modemagazinen und Werbeagenturen – für die sie Models wie Kate Moss, Naomi Campbell oder Claudia Schiffer fotografierte – publizierte Bettina Rheims diverse Photobände, darunter »Female Trouble« (1991) und »Chambre Close« (1992). Das imposante Schaffenswerk von Bettina Rheims wird in internationalen Ausstellungen präsentiert, darunter unter anderem in Helsinki, Moskau, Hongkong, London und Berlin. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Paris.

 

 

Camera Work, Kantstraße 149, Berlin

 

 
 

19.09.2014 - 16.11.2014
Fotoausstellung Schleswig . Im Stadtmuseum Schleswig zeigt der bekannt deutsche Fotograf Christian von Alvensleben 35 Schwarzweißfotografien die unter dem Motto Urformen des Lebens gesammelte Objekte mit einer Plattenkamera fotografiert zeigen. Bis 16. November 2014
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Christian von Alvensleben - Archaik
Fotoausstellung Schleswig . Im Stadtmuseum Schleswig zeigt der bekannt deutsche Fotograf Christian von Alvensleben 35 Schwarzweißfotografien die unter dem Motto Urformen des Lebens gesammelte Objekte mit einer Plattenkamera fotografiert zeigen. Bis 16. November 2014

 

 

 

Christian von Alvensleben lebt in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Unter dem Titel "Archaik" zeigt das Stadtmuseum 35 Schwarz-Weiß-Fotografien von ursprünglichen Objekten, die Christian und Helga von Alvensleben an globalen Orten sammelten und mit einer Plattenkamera analog fotografierten. Die Werkgruppe nimmt sich der Darstellung der Urformen des Lebens an und konfrontiert den Betrachter mit der Vergänglichkeit alles Menschlichen. Eine Serie widmet sich in eindrucksvollen Porträts den Teilnehmern eines archaisch anmutenden, auf uralten Bräuchen beruhenden, griechischen Frühlingsfestes. Andere bringen dem Betrachter in unverfälschten, schnörkellosen Nahaufnahmen die Wahrhaftigkeit in urzeitlichen Objekten wie Muscheln, Steinen, Knochen und Kakteen nahe. Ergänzt werden diese analog entstandenen Aufnahmen durch eine Bildfolge, die erst im letzten Jahr an der Küste von Finistère in der Bretagne produziert wurde: “Am Ende der Welt – Finistère”. Dieser digital fotografierte Zyklus setzt sich in 23 Aufnahmen mit den etwa 540 Millionen Jahre alten Granitfelsen des Armorikanischen Massivs mit seinen magischen Formen und Strukturen auseinander.

 

 

 

Zur Ausstellung wird es einen Katalog geben

Stadtmuseum Schleswig, Friedrichstraße 9-11, Schleswig

 

 

18.09.2014 - 24.10.2014
Das bayerische Kloster Weltenburg ist ein bedeutendes Kunstdenkmal. Verena Mueller und Manfred Gaida waren von der spirituellen Ausstrahlung des Ortes fasziniert und porträtierten die Räumlichkeiten des Klosters in feinfühligen Schwarzweißbildern. Dies Fotodokumentation wird in der f 75 Fotogalerie vorgestellt, 18.9. bis 24.10. 2014
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Mueller . gaida - Orte der Einkehr
Das bayerische Kloster Weltenburg ist ein bedeutendes Kunstdenkmal. Verena Mueller und Manfred Gaida waren von der spirituellen Ausstrahlung des Ortes fasziniert und porträtierten die Räumlichkeiten des Klosters in feinfühligen Schwarzweißbildern. Dies Fotodokumentation wird in der f 75 Fotogalerie vorgestellt, 18.9. bis 24.10. 2014

 

 

Das Kloster Wettenhausen liegt im Landkreis Günzburg und wurde im 12. Jahrhundert ge­gründet. Es ist ein bedeutendes Bau-und Kunstdenkmal. Die Decken der innenräume sind mit einzigartigen Stuckarbeiten aus unterschiedlichen Kunstepochen verziert. Seit 1865 leben Dominikanerinnen im Kloster Wettenhausen. Sie sind sich der kulturellen Bedeu­tung des Klosters bewusst und möchten die Klosteranlage auch für nachfolgende Genera­tionen erhalten. Hierfür suchen sie ein nachhaltiges und umsetzbares Nutzungskonzept, damit das Kloster mit sinnvoller und sozialer Verantwortung auch zukünftig bestehen kann. Unterstützt werden sie vom freundeskreis Kloster Wettenhausen e. V., der durch ehrenamtliche Arbeit, Beratung und finanzielle Unterstützung das kulturelle und religiöse leben im Kloster fördert. Seit ihrem ersten Besuch im Kloster Wettenhausen sind Verena Mueller und Manfred gaida von der Spiritualität des außergewöhnlichen Ortes fasziniert. In zahlreichen Gesprä­chen mit den Ordensschwestern erfuhren sie vieles über die Geschichte und Geschichten des Klosters. Sie erhielten Zugang zu allen Räumen und hatten damit die Möglichkeit, ein Kloster, das sich wegen mangelnden »Nachwuchses« am Wendepunkt befindet, in einer umfassenden, feinfühligen Schwarz-Weiß-Dokumentation zu porträtieren.

 

 

Verena Mueller und Manfred gaida (Bff, DgPh) arbeiten seit mehr als zwanzig Jahren als professionelle Kommunikationsdesigner. Neben der Gestaltung von Printmedien liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit im Bereich der konzeptionellen Ftografie. Sie arbeiten mit Vorliebe Schwarzweiß – sowohl mit digitalen als auch analogen Systemen.

 

13.09.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Die Schönen, Reichen und Berühmten hat der amerikanische Fotograf Greg Gorman porträtiert. Die galerie hiltawsky zeigt die Bilder der Hollywoodstars von Sharon Stone über Johnny Depp bis zu Michael Jackson bis zu Kim Basinger. Bis 9.11.2014
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Greg Gorman - Portraits
Fotoausstellung Berlin . Die Schönen, Reichen und Berühmten hat der amerikanische Fotograf Greg Gorman porträtiert. Die galerie hiltawsky zeigt die Bilder der Hollywoodstars von Sharon Stone über Johnny Depp bis zu Michael Jackson bis zu Kim Basinger. Bis 9.11.2014

Greg Gorman, Kim Basinger, Los Angeles, 1986, @ Greg Gorman courtesy galerie hiltawsky

 

 

Über 30 Porträts des amerikanischen Fotografen Greg Gorman stellt die galerie hiltawsky vor. Zu den porträtierten Persönlichkeiten zählen Hollywoodstars wie Sharon Stone, Sophia Loren, Robert De Niro, Leonardo de Caprio, Marlon Brando, Johnny Depp, Jeff Bridges sowie auch Musiklegenden wie David Bowie, Jim Morrison, Tom Waits, Michael Jackson, Frank Zappa, Philip Glass, Pop-Kunst Ikone Andy Warhol u.a..

 

Greg Gorman, Winona Ryder, Los Angeles, 1989 @ Greg Gorman courtesy galerie hiltawsky

 

Greg Gorman, Michael Jackson, Los Angeles, 1987, @ Greg Gorman courtesy galerie hiltawsky

 



Greg Gorman (*1949, Kansas City, Missouri, USA) wollte ursprünglich Fotojournalist werden. Als er jedoch im Jahr 1968 Jimi Hendrix bei dessen Konzert in Kansas City fotografierte, wurde dies zum Auftakt seiner nunmehr 40-jährigen Karriere.

Nach seinem Abschluss (1968, Master of Fine Arts) blieb Gorman dem Show Business treu und fotografierte, neben zahlreichen Werbeaufträgen, in der Folge vor allem Schauspieler und Musiker. Einige dieser ikonischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zierten Filmplakate, andere schmückten die Cover von CDs oder von Magazinen wie LIFE und Newsweek, VOGUE und Rolling Stone. Allein 20mal zierte ein Gorman-Motiv Warhols INTERVIEW Magazin.

Parallel zur Porträtfotografie weist Gorman ein beachtliches Œevre im Bereich Aktfotografie auf. Durch seinen unverkennbaren Stil mit starken Kontrasten, extremen Licht und Schattenspielen konzentriert er sich auf die Grafik von Gesicht und Körper und erschafft eine klassische Ästhetik, die die zeitlose Schönheit der menschlichen Natur mit erotischer Ausstrahlung verbindet. Seine Aufnahmen von Bowies Ehefrau Iman aber auch die tänzerischen Posen, in denen er die männlichen Starmodelle Tony Ward und Mickey Hardt inszenierte, sind legendär.

 

 Greg Gorman, Johnny Depp @ Greg Gorman courtesy galerie hiltawsky

 

 

galerie hiltawsky, Tucholskystraße 41, Berlin

 

13.09.2014 - 23.11.2014
Fotoausstellung Winterthur Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie ist die erste Ausstellung in der die Beziehungen zwischen der Fotografie und dem Manifest untersucht werden. In den 56 Stellungnahmen von Fotografen aus der gesamten Geschichte der Fotografie, von 1840 bis heute, sind alle versammelt, die Zwingendes und Dringliches über das Medium zu sagen haben. Daraus resultiert eine wilde Sammlung aus vielen programmatischen, manchmal wütenden, aber stets hoffnungsfrohen Stimmen. Ausgestellt im Fotomuseum Winterthur bis 23.11.2014
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Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie
Fotoausstellung Winterthur Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie ist die erste Ausstellung in der die Beziehungen zwischen der Fotografie und dem Manifest untersucht werden. In den 56 Stellungnahmen von Fotografen aus der gesamten Geschichte der Fotografie, von 1840 bis heute, sind alle versammelt, die Zwingendes und Dringliches über das Medium zu sagen haben. Daraus resultiert eine wilde Sammlung aus vielen programmatischen, manchmal wütenden, aber stets hoffnungsfrohen Stimmen. Ausgestellt im Fotomuseum Winterthur bis 23.11.2014

Nobuyoshi Araki
"Nihm Bijutsu" (engl. The Photo Apparatus Between Man and Woman)
erstmals veröffentlicht in: Nihm Bijutsu - periodical geijutsu seikatsu, Tokyo, Nov. 1976, S. 116–123.
Cover des 1978 in Buchform veröffentlichten Textes
© Nobuyoshi Araki

 

 

 

Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie ist die erste Ausstellung überhaupt, in der die Beziehungen zwischen der Fotografie und dem Manifest untersucht werden. In den 56 Stellungnahmen von Fotografen aus der gesamten Geschichte der Fotografie, von 1840 bis heute, sind alle versammelt, die Zwingendes und Dringliches über das Medium zu sagen haben. Daraus resultiert eine wilde Sammlung aus vielen programmatischen, manchmal wütenden, aber stets hoffnungsfrohen Stimmen.

Das Manifest ist ein modernistisches Genre par excellence. In ihm vereinen sich die Aufbruchsstrategien der Avantgarde mit den gestalterischen und typografischen Innovationen, die für die Revolution der künstlerischen Produktion in der Moderne so entscheidend waren. Während der 1920er und 30er Jahre haben sich insbesondere auch Fotografen der Manifestform zugewandt, sie verkündeten einen Bruch mit der Vergangenheit und betonten gleichzeitig die Bedeutsamkeit des Mediums für soziale und künstlerische Veränderungen. Für die Futuristen, für Paul Strand oder László Moholy-Nagy, bot sich die Fotografie nachgerade an, um die traditionellen Künste umzustürzen und Sichtweisen nachhaltig zu verändern. Für Alexander Rodtschenko, Edwin Hoernle and John Heartfield sollte die ästhetische Sprengkraft der Fotografie dabei helfen, die Gesellschaft als Ganzes zu verändern. Die Manifeste der Zwischenkriegszeit haben ihre ganz eigene Dringlichkeit, wenn die Fotografen die Bedeutung des Mediums für die grösseren Kämpfe ausrufen.

 

Martin Kippenberger "6) Photographiert ruhig weiter, aber verletzt euch nicht dabei", in: Martin Kippenberger, Sand in der Vaseline, Brasilien: s. n. 1986. © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

 

Die modernistischen Manifeste sind das Herz der Ausstellung, aber die fotografischen Manifeste haben auch eine Vorgeschichte im 19. Jahrhundert – und ein bedeutsames Nachleben in der Nachkriegszeit. Von Anfang an haben Fotografen (W. H. F. Talbot, L. J. M. Daguerre) polemisch und programmatisch die Wichtigkeit der Fotografie für die visuelle Kunst betont oder trotzig denen Ratschläge erteilt, welche die Eigenarten der fotografischen Praxis (Peter Henry Emerson, Maurice Vidal Portman, Alfred Stieglitz) bis jetzt ignoriert hatten. In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, nahm das fotografische Manifest eine subjektive Wende, als Fotografen (Otto Steinert, Minor White) die Grundlagen des von der Kriegspropaganda verseuchten Mediums neu zu definieren suchten. Nach 1968 fand das Manifest aber mit der Situationistischen Internationalen, mit Martha Rosler und Daido Moriyama seine politische Stimme wieder. Vor dem Hintergrund der Revolution von 1968 wurde auch für die Fotografie eine neue Zeit proklamiert.

Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Palette von wortstarken zeitgenössischen Manifesten (Ai Weiwei, Thomas Hirschhorn, Hito Steyerl, Hossam el-Hamalawy), die ein Revival der Manifestform markieren. Diese neueren Manifeste lassen sich zum Teil als Antwort auf die wachsende Bedeutung der Social Media lesen. Sie signalisieren einmal mehr eine Umbruchszeit für die Fotografie im Zeichen der gewaltigen algorithmischen Macht der digitalen Bilder sowie der Rolle, die die Fotografie bei aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen spielt. Zweifellos ist das Manifest immer noch ein wichtiger Katalysator für politischen und ästhetischen Wandel.

Nicht zuletzt geht es in Manifeste! mit einer innovativen visuellen Inszenierung um die Form des Manifests selbst. Die Perspektiven werden im Unterschied zu einer normalen Ausstellung vertauscht: Die Fotografien sind visuelle Fussnoten zu den schriftlichen Stellungnahmen. Die Installationen sollen uns daran erinnern, dass ein Manifest nie bloss ein Text, sondern ein eigenständig gestaltetes Objekt ist, in dem Wort und Bild oft eine neue Einheit finden. Als Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart schreibt Manifeste! nicht zuletzt eine neue Geschichte der Fotografie. Sie macht sichtbar, wie sich das Medium auf vielfältige Weise neu erfindet, indem immer wieder eine andere Zukunft ausgerufen wird.

Fotografen: L. J. M. Daguerre, W. H. F. Talbot, Oliver Wendell Holmes, Francis Frith, Oscar K?ifka, Peter Henry Emerson, Maurice Vidal Portman, Alfred Stieglitz, Louis Darget, Lewis W. Hine, Paul Strand, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Alexander Rodtschenko, Johannes Molzahn, Man Ray, Edwin Hoernle, F. T. Marinetti and Tato, Germaine Krull, Karel Teige, August Sander, John Heartfield, Raoul Hausmann, Group F. 64, Heiner Kurzbein, Dorothea Lange, Raoul Ubac, Henri Cartier-Bresson, Otto Steinert, Johan van der Keuken, Minor White, Chris Marker, Mel Bochner, the Situationist International, Daido Moriyama, Keith Arnatt, Nobuyoshi Araki, Jo Spence und Terry Dennett, Victor Burgin, Luigi Ghirri, Allan Sekula, Jerzy Lewczy?ski, Rudolf Herz, Eugenio Dittborn, Sherry Levine, Peter McKenzie, Martha Rosler, Martin Kippenberger, Joachim Schmid, Ai Weiwei, Shahidul Alam, Hossam el-Hamalawy, Renzo Martens, Thomas Hirschhorn, Hito Steyerl, BöhmKobayashi, Alfredo Jaar.

Deutscher Katalog: Museum Folkwang und Fotomuseum Winterthur, Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie, Steidl, 2014, 256 Seiten

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzensstrasse 44+ 45, Winterthur

 

 

 

 

 

12.09.2014 - 08.02.2015
Ausstellung München . Um das Jahr 1900 war die bayerische Hauptstadt nicht nur Kunststadt sondern auch Zentrum der Frauenbewegung. Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund zeigt die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus allen Bereichen der Kunst. Bis 8.2.2014
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Ab nach München! Künstlerinnen um 1900
Ausstellung München . Um das Jahr 1900 war die bayerische Hauptstadt nicht nur Kunststadt sondern auch Zentrum der Frauenbewegung. Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund zeigt die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus allen Bereichen der Kunst. Bis 8.2.2014

 In der Münchner Damen-Akademie: Käthe Schmidt (verh. Kollwitz) zwischen Maria Slavona (vorne rechts) und Rosa Pfäffinger (vorne liegend) sitzend, Fotografie, 1889
© Privatbesitz, München

 

„Ab nach München“ schreibt Gabriele Münter 1901 in ihr Tagebuch, nachdem ihre Freundin Margarete Susmann sie auf die Damen-Akademie aufmerksam gemacht hat. Wie viele andere junge Frauen, in der Regel aus dem gehobenen Bürgertum, geht sie nach München, um dort Malerei zu studieren.

München ist um 1900 sowohl Kunststadt als auch ein Zentrum der Frauenbewegung. Prominente Vertreterinnen wie Ellen Amann oder Anita Augspurg leben hier; es werden zahlreiche Vereine gegründet wie beispielsweise die „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“. Neben dem Ziel, Frauen zu staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Rechten zu verhelfen, ist eines der zentralen Ziele der Frauenbewegung die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten. Gefordert wird u.a. der Zugang zu den Universitäten, was in Bayern schließlich ab 1903 möglich ist. Frauen mit dem Berufswunsch, Künstlerin zu werden, kämpfen lange vergeblich um den Zugang zur Königlichen Akademie der Bildenden Künste, der ihnen erst ab 1919 gewährt wird. Zofia Stryjska aus Polen versucht, dieses Verbot zu umgehen und immatrikuliert sich unter dem Namen ihres Bruders. Als Mann verkleidet studiert sie ein Jahr, bevor die Täuschung auffliegt und sie die Akademie verlassen muss. Wer nicht zu solchen Mitteln greifen möchte, hat die Möglichkeit, sich in Privatateliers und -schulen ausbilden zu lassen. In München existieren um die Jahrhundertwende zahlreiche dieser Schulen, die sowohl männliche als auch weibliche Schüler aufnehmen. Hier herrscht jedoch oft ein nur ungenügendes künstlerisches Niveau.

 

En plein air: Unterwegs zum Malen an der Amper, Fotografie, um 1900
© Münchner Stadtmuseum

 

 

Um auch Frauen eine professionelle künstlerische Ausbildung zu ermöglichen, ergreifen diese 1882 mit der Gründung des Künstlerinnen-Vereins selbst die Initiative. Zwei Jahre später eröffnen sie die Münchner Damen-Akademie, die nach dem Vorbild der Königlichen Akademie der bildenden Künste organisiert ist. Hier schreibt sich, wie schon erwähnt, Gabriele Münter ein, aber auch Käthe Kollwitz, damals noch unter ihrem Mädchennamen Käthe Schmidt. Die Institution ist bald weithin bekannt und zieht zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland an.

Bereits etwas früher wird Frauen eine Ausbildung im kunstgewerblichen und kunstpädagogischen Bereich zugestanden und staatlich gefördert. So ist die Ausbildung zur Zeichenlehrerin ab 1872 in der „Weiblichen Abteilung“ der Königlichen Kunstgewerbeschule möglich. 1902 werden in München die „Lehr- und Versuchsateliers für Angewandte und Freie Kunst“, kurz „Debschitz-Schule“, gegründet. Der Besuch dieser reformorientierten Institution ist Frauen von Anfang an erlaubt und der Zulauf entsprechend hoch. Fünf Jahre nach Gründung der „Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“ können Frauen ab 1905 diese Ausbildungsstätte besuchen und erzielen hier mit ihren Arbeiten rasch Erfolge.

 

Die Schweizer Malerin und Grafikerin Martha Cunz während ihrer Ausbildung in München, Fotografie, 1898
© Eugen Cunz, Ostermunden

 

Vor diesem zeitgenössischen Hintergrund vermittelt die Ausstellung auf 750 m² erstmals einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Möbelkunst, Schmuck, Glas, Keramik, Porzellan, Textilien und Fotografie.

Vorgestellt werden u.a. im Bereich Grafik und Gemälde
Maria Filser (verh. Caspar-Filser, 1878 Riedlingen a. d. Donau – 1968 Brannenburg), Martha Cunz (1876 St. Gallen – 1961 St. Gallen), Elena Makowsky (verh. Luksch-Makowsky, 1878 Sankt Petersburg – 1967 Hamburg), Olga Meerson (1879 Moskau – 1930 Berlin), Gabriele Münter (1877 Berlin – 1962 Murnau), Käthe Schmidt (verh. Kollwitz, 1867 Königsberg – 1945 Moritzburg), Maria Slavona (1865 Lübeck – 1931 Berlin) und Zofia Luba?ska-Grzyma?a (verh. Stryje?ska, 1891 Krakau – 1976 Genf).

Im Bereich Kunsthandwerk
Wera von Bartels (1886 München – 1922 München), Dora Polster (verh. Brandenburg-Polster, 1884 Magdeburg – 1958 Böbing), Margarethe von Abercron (verh. von Brauchitsch, 1865 Frankenthal – 1957 München), Sofie Hartmann (verh. Burger-Hartmann, 1868 München – 1940 München), Emmy von Egidy (1872 Pirna – 1946 Weimar), Minnie Goossens (1878 Aachen – 1968 Attel bei Wasserburg), Gertrud Kleinhempel (1875 Schönefeld bei Leipzig – 1948 Althagen an der Ostsee), Lotte Pritzel (1887 Breslau – 1952 Berlin) und Gertraud von Schnellenbühel (1878 Jena – 1959 Jena).

Die Fotografie ist u.a. mit Anita Augspurg (1957 Verden – 1943 Zürich) und Sophia Goudstikker (1865 Rotterdam – 1924 München) sowie der Kunstfotografin Wanda von Kunowski (verh. von Debschitz-Kunowski,1870 Gut bei Czarnikau – 1986 Lausanne) vertreten.

Stadtmuseum, Sankt Jakob Platz, München

 

 

11.09.2014 - 05.01.2015
Fotoausstellung Berlin . „Pasolini Roma “ zeigt die Beziehung des italienischen Schriftstellers und Filmemachers Pier Paolo Pasolini zu Rom. Pasolini in Rom - da es geht um Poesie, Politik, um Begeisterung für das Großstadtleben und um Sex, Freundschaft und Kino, vorgestellt im Martin-Gropius-Bau. Bis 5. Januar 2015
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Pasolini Roma
Fotoausstellung Berlin . „Pasolini Roma “ zeigt die Beziehung des italienischen Schriftstellers und Filmemachers Pier Paolo Pasolini zu Rom. Pasolini in Rom - da es geht um Poesie, Politik, um Begeisterung für das Großstadtleben und um Sex, Freundschaft und Kino, vorgestellt im Martin-Gropius-Bau. Bis 5. Januar 2015

 

 

Silvana Mangano in "Teorema" 1968 © Reporters Associato - Roma

 

 

Pier Paolo Pasolini ist eine der herausragenden und schillerndsten Persönlichkeiten der Filmwelt der Nachkriegszeit. Als Lyriker in der Sprache seiner friaulischen Heimat, als Autor von Romanen und kulturkritisch-politischen Essays und Kolumnen, als Regisseur polarisierender Filme, aber auch als Zeichner und Maler richtete sich sein Blick in erster Linie auf zeitlose, archaische Themen: das Schicksal des Menschen, das bäuerliche Leben, die Religion, die Sexualität, der Tod. Dabei bewegte er sich stets außerhalb gängiger Normen, fand Bilder von außergewöhnlicher Klarheit und Schärfe und wurde dabei zum größten Provokateur der italienischen Gesellschaft.

 

Enrique Irazoqui und Pasolini vor den Felshängen von Matera, 1964 © Associazione Pasolini Matera
Foto: Archivio Notarangelo

 

Durch die mediale Präsenz der letzten Lebensjahre und erst recht nach seinen gewaltsamen Tod ist Pasolini längst zu einer Ikone der Postmoderne geworden. Autobiografie und Selbstdarstellung sind bei weitem nicht das einzige, aber doch ein wesentliches Thema der Werke, die wie Satelliten um das Ich ihres Autors, seine Widersprüche und seinen Platz in einer sich verändernden Welt kreisen. Nicht zuletzt war es Pasolini selbst, der durch eine Flut von Prätexten, Selbstkommentaren und medialen Inszenierungen die Grenzen zwischen Leben und Werk verwischte.

Nahezu 40 Jahre nach seinem Tod wird die Frage, wer Pasolini denn war, erneut aufgeworfen. Dabei bedarf es des Blicks auf den „ganzen“ Pasolini, das heißt: das Leben und das Werk, den stilistischen Reichtum und die mediale Vielfalt, aber auch auf die gesellschaftspolitische Hellsichtigkeit und die exzessive Provokation dieses hochkomplexen Künstlers, der in letzter Zeit eine jüngere Generation wieder beschäftigt, gerade durch die Relevanz seiner konsum- und sozialkritischen Botschaft unter den veränderten Vorzeichen der globalisierten Gesellschaft.

Die Ausstellung ist nach zeitlichen, künstlerischen und toponymischen Aspekten gegliedert. Mit Hilfe Multimedia fließen die Topoi Kunst, Literatur, Architektur, Film und Leben zusammen. Pasolini gilt als bedeutendster Dichter Roms der Nachkriegszeit. Er hat mit seinen Gedanken, Schriften und Filmen jüngere KollegInnen maßgeblich beeinflusst und bedeutsame Zeitabschnitte der italienischen Geschichte künstlerisch verarbeitet.

Die Schau besteht aus sechs chronologischen Sektionen, die den sechs Phasen im Leben und Schaffen Pasolinis entsprechen. Sie beginnt mit seiner Ankunft in Rom am 28. Januar 1950 und schließt mit dem 2. November 1975, als sein lebloser Körper in der Nähe von Ostia aufgefunden wurde.

 

 Totò und Ninetto Davoli auf dem Set von "Uccellacci e uccellini" 1965 ©
ph. Divo Cavicchioli / Centro Cinema Città die Cesena

 

Pasolini wurde unter anderem mit Filmen wie „Accattone“ (1961), „Mamma Roma“ (1962), „Evangelium nach Matthäus“ (1964) und „Teorema“ (1968) bekannt. 1969 verfilmte er „Medea“ nach Euripides mit Maria Callas. Auf der Berlinale wurde der 1970 gedrehte Film „Decamerone“ gezeigt. Als Schriftsteller trat er vor allem mit seinen Romanen „Ragazzi di vita“ (1955) und „Una vita violenta“ (1959) und später vor allem als Essayist und Lyriker hervor.

 

Martin-Gropius-Bau,Niederkirchner Straße 7, Berlin

 

 

 

09.09.2014 - 26.10.2014
Fotoausstellung Köln . Die Galerie in focus zeigt Arbeiten der in Schwarz-Weiß aufgenommenen Fotoserie „Heartland – An American Road Trip in 1963“, der Fotoserie „Champ“ von 1966 über Muhammad Ali sowie farbige Aufnahmen aus New York. Bis 26.10.2014
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Thomas Hoepker „In Amerika -1963–2013“
Fotoausstellung Köln . Die Galerie in focus zeigt Arbeiten der in Schwarz-Weiß aufgenommenen Fotoserie „Heartland – An American Road Trip in 1963“, der Fotoserie „Champ“ von 1966 über Muhammad Ali sowie farbige Aufnahmen aus New York. Bis 26.10.2014

 

Thomas Hoepker: Boxer Muhammad Ali, Chicago 1966, in focus Galerie

 


Mit der Ausstellung von Arbeiten des international erfolgreichen Fotografen Thomas Hoepker setzt setzt die in focus Galerie -Burkhard Arnold ihre erfolgreiche Reihe berühmter Magnum Fotografen nach Bruce Davidson, Elliott Erwitt, Stuart Franklin, Marc Riboud und Susan Meiselas fort.
Im ersten Teil der Ausstellung zeigt die Galerie eine Auswahl beeindruckender Fotografien über den Boxer Muhammad Ali. Hoepker begleitete Ali 1966 einige Tage für eine Story im Stern Magazin. Das Buch „Champ“ erschien 2011.

Thomas Hoepker: „Heartland“, 1963, in focus Galerie

1963 fuhren der 27-jährige Thomas Hoepker und der Journalist Rolf Winter im Auftrag einer Hamburger Illustrierten mehr als 25 000 Kilometer quer durch Amerika. Dabei sahen sie hinter die schillernden Fassaden der Wolkenkratzer von Manhattan und dokumentierten abseits vom Postkarten-Amerika Wahrheiten, die den legendären „American way of life“ nicht mehr ganz so glänzend aussehen ließen. Die Bilder wurden 2013 in dem Buch „Heartland“ veröffentlicht.
Ausgewählte Arbeiten hierzu sind in der Galerie zu sehen.

 

Thomas Hoepker, Manhatten, 1983, in fokus Galerie

 


Die New-York-Fotografien im dritten Teil der Ausstellung reichen von den frühen 1960erJahren über den 11. September 2001 bis hin zu den aktuellen Nachwirkungen des Hurrikans „Sandy“. Sie dokumentieren mit einem wachen Auge für entscheidende Details das „wahre“ New York und wurden 2013 in einem opulenten Bildband „New York“ veröffentlicht.

Thomas Hoepker, 1936 in München geboren, lebt seit 1976 in New York City.  Als Student der Kunstgeschichte und Archäologie errang Hoepker erste Auszeichnungen beim Wettbewerb „Jugend fotografiert“ auf der Photokina. So war die Laufbahn vorgezeichnet und er begann nach dem Studium in München regelmäßig für Zeitschriften zu arbeiten. Von 1964 an war Hoepker als Fotoreporter u. a. für den „Stern“ tätig. Seit 1989 ist er Vollmitglied der legendären Agentur Magnum Photos, von 2003 bis 2007 war er ihr Präsident. Hoepkers Bilder, engagiert und der Wahrheit verpflichtet, aber nie voyeuristisch oder verletzend, stehen für ungeschönte Dokumentarfotografie.


+ Sonderöffnungszeiten während der Internationalen Photoszene Köln vom 16.09. -21.09.
Event zur Photokina am Freitag, den 19.09.2014 um 18 Uhr:
Thomas Hoepker führt durch seine Ausstellung und signiert die Bücher „Champ“,
„Heartland“ und „New York“.

 


09.09.2014 - 30.10.2014
Fotoausstellung Hamburg . Berührende und beeindruckende Reportagen sind es, die auf dem erfolgrichen Lumix Festival in Hannover gezeigt werden. In diesem Jahr hat die finnische Fotografin Meeri Koutaniemi mit ihre bewegenden Reportage über die traditionellen Bräuche der Beschneidung der Massai in Kenya den Freelens Award auf dem Lumix Festival in Hannover gewonnen. Bis 30.10.2014
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Meeri Koutaniemi – Taken.
Fotoausstellung Hamburg . Berührende und beeindruckende Reportagen sind es, die auf dem erfolgrichen Lumix Festival in Hannover gezeigt werden. In diesem Jahr hat die finnische Fotografin Meeri Koutaniemi mit ihre bewegenden Reportage über die traditionellen Bräuche der Beschneidung der Massai in Kenya den Freelens Award auf dem Lumix Festival in Hannover gewonnen. Bis 30.10.2014


 
 
In Taken berichtet die Finnin Meeri Koutaniemi von den Stiefschwestern Nasirian und Isima, die in einer Massai-Gemeinschaft leben und  sich den traditionellen Bräuchen der Beschneidung beugen müssen 
Die Beschneidung ist ein fester Bestandteil in Kenias, eine Tradition, die trotz eines offiziellen Verbots der dortigen Regierung weiterhin praktiziert wird. Der Vorgang der Genitalverstümmelung wird im Selbstverständnis vieler Familien als feierlicher Initiationsritus begriffen. Nasirian und Isima sind 14 Jahre alt, als sie sich dem schmerzhaften Ritual der Genitalbeschneidung fügen müssen, die gravierende körperliche und psychische Folgen für die Frauen nach sich ziehen kann. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind zwischen 100 und 140 Mio. Frauen weltweit davon betroffen. Viele der 6000 Mädchen, die täglich Opfer von Verstümmelungen werden, sterben daran.

 


 

 

 


Meeri Koutaniemi hat sich des schwierigen und immer noch tabuisierten Themas angenommen und findet eine fotografische Sprache, die der Radikalität des Stoffs gerecht wird. Ihre sensibel umgesetzte Schwarzweißserie ist eine Anklage gegen das archaische und grausame Verstümmelungs-Ritual, das sich weiter standhaft hält. Taken ist der Auftakt zu einer groß angelegten Serie der Fotografin, die am Ende Geschichten aus mindestens 10 Ländern umfassen und ein Beitrag zur Aufklärung in Sachen Menschenrechte darstellen soll.
 
Meeri Koutaniemi, 1987 in Kuusamo/Finnland geboren, hat schon viele  Preise gewonnen wie, u.a. „Press Photographer of the Year“ in Finnland und den „Tim Hetherington Memorial Award“. Koutaniemi ist Gründungsmitglied der italienischen Agentur Echo und des finnischen Kollektivs Group 11.  Derzeit lebt und arbeitet sie in Brasilien.

 

 

Freeelens, Betreiber der Galerie,  wurde 1995 von 128 Fotojournalisten gegründet, um den fortschreitenden Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen von Fotografen entgegenzuwirken. Heute hat der Berufsverband über 2400 Mitglieder und ist damit die größte Organisation für Fotojournalisten und Fotografen in Deutschland.
 
 
 
 
Freelens Galerie, Steinhöft 5, 20459 Hamburg

 

06.09.2014 - 31.10.2014
Fotoausstellung Köln . Amüsant, witzig, unterhaltsam - die Bilder der Ausstellung in der Galerie Kunstwerk Nippes zeigen nackte Tatsachen aus der Vergangenheit und Gegenwart, Fotografien im reizvollen Wechsel zwischen Zeigen und Verhüllen. Vom 6.9. bis 31.10.2014
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Schau hin, wie schön ich bin! – Aktfotografie im Wandel der Zeit
Fotoausstellung Köln . Amüsant, witzig, unterhaltsam - die Bilder der Ausstellung in der Galerie Kunstwerk Nippes zeigen nackte Tatsachen aus der Vergangenheit und Gegenwart, Fotografien im reizvollen Wechsel zwischen Zeigen und Verhüllen. Vom 6.9. bis 31.10.2014

 

Lubo Stacho, Machen Kleider Leute?, 1986 © Lubo Stacho

 

In der künstlerischen Fotografie ist der Akt ein klassisches Motiv. Die Lust sich nackt zu präsentieren, steht in enger Symbiose mit dem lustvollen Blick des Fotografen auf sein Modell. Ein reizvoller Wechsel zwischen Zeigen und Verhüllen, zwischen Scham und Schaulust. „Schau hin wie schön ich bin!“ zeigt in perspektivischer Vielfalt das Bild des entblößten Körpers mit Fotografien aus Vergangenheit und Gegenwart, die uns zu den kulturellen und visuellen Ursprüngen zurückführt. Nackte Tatsachen in ihrer poetischen, provokanten, inszenierten und deformierten Form machen die Bilderflut in ihrer sinnlichen Intensität zu einem wahren Seh-Vergnügen.??Frühe Positionen der Aktfotografie wie z.B. die Akademien aus der Jahrhundertwende mischen sich mit klassischen Aktfotografien der 20er - 50er-Jahren. Pin-ups räkeln sich neben Schnappschüssen aus dem privaten Fundus einer unbekannten Frau aus Budapest.

 

 

 Akt unbekannter Fotograf ca. 1930, Belgien © Galerie Kunstwerk Nippes

 

Itzak Ben-Arieh, the Bed, 1996 ©  Itzak Ben-Arieh

 

Jürgen Wassmuth, Ruhrbad, 2008 © Jürgen Wassmuth

 

Der schonungslose Einblick in Miron Zownirs Schattenwelten steht dem alltäglichen Zauber der Ruhrbadenden von Jürgen Wassmuth gegenüber. Während der nackte Körper in den fantastischen Fotografien des israelischen Fotografen Itzak Ben-Arieh zu surrealen Traumwelten verschmilzt, zeigen Valentin Samarins „Sanki" Bilder die Metarealität in denen er Bewegung und Energie visualisiert. Hans Petri schichtet Bilder und deren Inhalte übereinander und verknüpft sie somit zu neuen Kontexten. Die unbekleideten Mädchen gehen eine Verbindung mit Zeit und Raum ein. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper als emotionale Reflektion findet sich in Bildern von Bogi Bell und bei Botondwieder. In der Selbstinszenierung des „Laokoon“ verbindet der Künstler Botond das klassische Motiv mit seiner eigenen Biografie. Fotografen wie Alan, Carter, Henle, Karsten, Klein, Olaf oderPurtell zeigen Aktfotografie in ihrer vollen Bandbreite ästhetisch, klassisch und subtil, während Achim Duchow sein Modell in viele kleine Teile zerlegt und zu einem neuen Körper zusammen setzt. Der menschliche Körper ist und bleibt ein spannendes Motiv für die Kunst in der Suche nach unserem Sein.?? 

 

Bogi Bell, Parada, 2013 © Bogi Bell

 

Künstler:

Bogi Bell, Itzak Ben-Arieh, Botond, Joseph Cayet, William Carter, Achim Duchow, Joe Gantz, Fritz Henle, Martin Hruška, Feny? János, Thomas Karsten, Udo P. Klein, Zden?k Lhoták, Charlotte March, Orlan, Hans Petri,  Sergio Purtell, Valentin Samarin, Lubo Stacho, Tono Stano, Christian Staub, Alfred Särchinger, Stanislav T?ma, Vasil Stanko, Jürgen Wassmuth, Miron Zownir, u.v.a.

 

 Galerie Kunstwerk Nippes, Baudristraße 5, Köln

 

05.09.2014 - 02.12.2014
Fotoausstellung Darmstadt . Büsche und Sträucher erobern munitionsverseuchten Boden, ein raumschiffartiges Gebäude steht in einer wüstenähnlichen Szenerie – die Umnutzung ehemaliger Militärgelände formt unwirkliche Landschaften in Deutschland. Isabel Kiesewetter zeigt sie in spannenden Fotografien im Schauraum der Sarmstädter Tage der Fotografie. 05.09. - 02.12.2014
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Isabel Kiesewetter -„Konversion“
Fotoausstellung Darmstadt . Büsche und Sträucher erobern munitionsverseuchten Boden, ein raumschiffartiges Gebäude steht in einer wüstenähnlichen Szenerie – die Umnutzung ehemaliger Militärgelände formt unwirkliche Landschaften in Deutschland. Isabel Kiesewetter zeigt sie in spannenden Fotografien im Schauraum der Sarmstädter Tage der Fotografie. 05.09. - 02.12.2014

Freizeitpark Tropical Islands, Krausnick, Ehemaliger Flugplatz Brand-Briesen, größter Militärflugplatz der DDR. 1938 – 1945: Fliegerhorst der Luftwaffe der Wehrmacht. 1950 – 1992: Strategischer Stützpunkt der sowjetischen Luftwaffe.

 

Fast 20 Jahre nach dem Abzug der Alliierten ist die Konversion einiger Areale bereits abgeschlossen, an anderen hat sie noch nicht einmal begonnen. Hier ergreift die Natur Besitz vom militärischen Nachlass. Die Betrachtung der derzeitigen Beschaffenheit und Nutzung dieser Gebiete ermöglicht einen differenzierten Blick auf den langwierigen Konversionsprozess in Deutschland.

 

Traberstall, Kevelaer-Twisteden. Ehemaliges NAT O–Gelände. 1985 – 1992: NAT O-Munitionsdepot.

 

Isabel Kiesewetter wurde 1974 in Lübeck geboren. Nach ihrem Studium der Gebärdensprache, Psychologie und Erziehungswissenschaften in Hamburg, studierte sie 2008-2012 an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin bei Prof. Ute Mahler. Seit 2011 ist sie Mitglied der Produzentengalerie exp12 in Berlin. Isabel Kiesewetter lebt und arbeitet als freie Fotografin in Berlin und Hamburg.
 
 
Beelitzer Heilstätten, Ehemaliges Militärsanatorium. 1914 – 1918 und 1939 – 1945: Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten. 1945 – 1994: Größtes Militärhospital der sowjetischenArmee außerhalb der Sowjetunion


Schauraum im Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3, Darmstadt
 
05.09.2014 - 22.11.2014
Fotoausstellung Frankfurt . Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Macht in der Fotografie ist das Thema der Ausstellung "Spuren der Macht". Gezeigt werden im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung rund 90 Werke von international renommierten Künstlern wie Robert Longo, Thomas Ruff oder Andreas Mühe. 5.9. bis 22.11.2014
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DZ Bank Kunstsammlung - Spuren der Macht
Fotoausstellung Frankfurt . Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Macht in der Fotografie ist das Thema der Ausstellung "Spuren der Macht". Gezeigt werden im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung rund 90 Werke von international renommierten Künstlern wie Robert Longo, Thomas Ruff oder Andreas Mühe. 5.9. bis 22.11.2014

Magdalena Jetelová: Atlantic Wall, 1995

 

Einem interessanten Thema hat sich die angesehene DZ Bank Kunstsammlung in Frankfurt am Main angenommen. Die Ausstellung "Spuren der Macht"  zeigt die Folgen dieser Machtausübung. Darin setzen sich verschiedene Künstler mit unterschiedlichen Herangehensweisen mit sozial-politischen Ereignissen, Strukturen und Systemen auseinander, die in Konflikte, Krieg und Gewalt münden. Die Darstellung von Gewalt ist nicht deren gleichzeitige Bejahung, sondern vielmehr ist es gerade das Entsetzen gegenüber gewalttätigen Vorgängen in der Gesellschaft, das die Künstler dazu veranlasst, Gewalt zu thematisieren. Es sind Bilder, die den Betrachter erschrecken und beunruhigen, ihn aber auch durch Erinnerungsbilder täuschen können. Der Soziologe Max Weber definiert Macht als „Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“

 

Santiago Sierra engagierte für seine Arbeit „250 cm line tattooed on 6 paid people“ sechs junge, kubanische Männer, die sich für den Lohn von 30 Dollar eine durchgehende Linie auf den Rücken tätowieren ließen.

 

Robert Longo, Untitled (Ulysses), 2010 aus der Serie Yingxiong (Heroes)

 

Andreas Mühe Unbekannt 43 I, 2012 aus der Serie Obersalzberg. Mühe „entmachtet“ uniformierte Männer in Nazi-Posen. In seiner Serie „Obersalzberg“ lässt er sein Objektiv „von oben herab“ auf seine Protagonisten herabblicken.

 

Vertreten sind in der Ausstellung Arbeiten von Christian Boltanski, René Burri, Magdalena Jetelová, Barbara Kruger, Marie-Jo Lafontaine, Edgar Lissel, Robert Longo, Teresa Margolles, Paulo Nozolino, Paul Pfarr, Thomas Ruff, Andres Serrano, Santiago Sierra, Taryn Simon und Manit Sriwanichpoom sowie die neu für die Ausstellung erworbenen Werke von Richard Mosse, Andreas Mühe und Joscha Steffens.


Art Foyer der DZ Bank, Platz der Republik, Frankfurt am Main

 

 

 

05.09.2014 - 02.11.2014
Fotoausstellung Wien . Die zweite Ausgabe der Ausstellung ‘Handmade’ zeigt Arbeiten, die Handwerk und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinweg setzen Ausgestellt in der Wiener Galerie Anzenberger 5. September – 2. November 2014
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Handmade II
Fotoausstellung Wien . Die zweite Ausgabe der Ausstellung ‘Handmade’ zeigt Arbeiten, die Handwerk und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinweg setzen Ausgestellt in der Wiener Galerie Anzenberger 5. September – 2. November 2014

 

 

Stella Bach: Agapanthus praecox 

 

Die zweite Ausgabe der Ausstellung ‘Handmade’ zeigt Arbeiten, die Handwerk und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinweg setzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, handgearbeitete und fühlbare Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen, virtuellen und digitalen Fotografie bilden. So arbeitet Sissi Farassat zum Beispiel mit Swarovski Kristallen auf Fotografie, Diane Meyer stickt auf Bilder der Berliner Mauer, Christopher Mavric entwickelt Fotos analog auf Schallplatten und Heather Wetzel auf Dosendeckel …. 

 

Regina Anzenberger Extended 2012

 

Sissi Farassat Costina IV

 

 

Cristina DeMiddel The Afronauts

 

Künstler: Stella Bach, Zachary Burns, Simone Casetta, Cristina DeMiddel, Sissi Farassat, Letitia Huckaby, Christopher Mavric, Rob McDonald, Diane Meyer, Regina Anzenberger, Minyó Szert, Heather F. Wetzel, Sergiy Lebedynsky, Eldar Zeytullaev, Vlad Krasnoshchok, Gerhard Trumler, Birgit Zartl u.a.

 

Birgit Zartl The Naughty Apple 

 

 

4. Oktober 2014 um 20 Uhr anlässlich von ORF-Lange Nacht der Museen: 

Der ungarische Künstler Minyó Szert verwandelt bei seiner “Light-Bike” Performance den Galerieraum in eine Dunkelkammer. Dem Publikum wird dabei ein Einblick in das Entwickeln einer Fotografie auf denkbar außergewöhnliche Weise gewährt. Live Musik: Tibor Szemz?


Öffnungszeiten: Mi-So 12-18 Uhr

Führungen durch die Ausstellung zur Erklärung der verschiedenen Techniken am 13. und 21. September 2014 um jeweils 15.00 Uhr und auf Anfrage für Gruppen ab 6 Personen!

 

AnzenbergerGallery, Absberggasse 27, Wien

 

29.08.2014 - 30.10.2014
CEWE und die Volkshochschule der Stadt Bielefeld präsentieren zwei Ausstellungen zum 800-jährigen Stadtmuseum unter dem Titel "Bielefeld im Blick". Die eine wird in der Ravensburger Spinnerei/VHS, die andere im alten Rathaus Bielefeld gezeigt. Vom 29.8. bis 30.10.2014
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Bielefeld im Blick
CEWE und die Volkshochschule der Stadt Bielefeld präsentieren zwei Ausstellungen zum 800-jährigen Stadtmuseum unter dem Titel "Bielefeld im Blick". Die eine wird in der Ravensburger Spinnerei/VHS, die andere im alten Rathaus Bielefeld gezeigt. Vom 29.8. bis 30.10.2014

Bielefeld im Blick Anne Lücking

CEWE und die VHS der Stadt Bielefeld zeigen in der Ravensberger Spinnerei und im alten Rathaus Bielefeld zwei Ausstellungen unter dem Titel „Mit der Kamera die Stadt entdecken“. Hier stellen Fotografinnen und Fotografen der VHS-Fotogruppe über 60 Bilder vor, die unter der Leitung von VHS-Dozentin Richarda Buchholz in den letzten zwei Jahren entstanden sind.

 

Bielefeld im Blick Detlev Hamann Japanischer Garten

 

Die Leitidee

Der Fokus der Bilder liegt darauf, das Alltägliche in außergewöhnlichen Perspektiven festzuhalten. Dazu wurden in Bielefeld besonders öffentliche Orte wie die Altstadt, die Kunsthalle, das Bahnhofsviertel, der Tierpark und der Botanische Garten eindrucksvoll in Szene gesetzt. Darüber hinaus kann der Betrachter auf den Fotos auch unbekannte Orte entdecken, wie zum Beispiel verborgene Ecken der Industriestadt Bielefeld.

 

Bielefeld im Blick, Gabriele Schmidt, Stadthalle

 

 

 

01.08.2014 - 02.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Bislang fast vergessene Farbfotografien und Filme, die der französische Bankier Albert Kahn in Auftrag gegeben hat und die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden sind, zeigt der Martin-Gropius-Bau. 1. August bis 2. November 2014
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Die Welt um 1914 Farbfotografie vor dem Großen Krieg
Fotoausstellung Berlin . Bislang fast vergessene Farbfotografien und Filme, die der französische Bankier Albert Kahn in Auftrag gegeben hat und die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden sind, zeigt der Martin-Gropius-Bau. 1. August bis 2. November 2014

 

 

Albert Kahn, Les Archives de la planète: Stephane Passet
Marokko, Fes, Portrait eines senegalesischen Scharfschützen, Januar 1913
© Musée Albert-Kahn, Departement des Hauts-de-Seine

 

Begeistert vom farbfotografischen Verfahren der Gebrüder Lumière beauftragte der französische Bankier Albert Kahn in einer Zeit, als die Nationen Europas bereits zum Großen Krieg rüsteten, Fotografinnen und Fotografen, um mit Farbbildern aus aller Welt die Archives de la planète aufzubauen. In diesem Bildarchiv haben sich über 70.000 Farbbildaufnahmen erhalten. Sie stellen einen immensen ethnografischen Schatz dar und sollten zugleich eine Friedensmission erfüllen: Die Fremde in die Nähe zu holen. Seine Aktivitäten sollten den langst brüchig gewordenen Frieden sichern helfen. Die Ausstellung bringt den Bilderschatz einer längst versunkenen Welt ans Licht.

 

 

Albert Kahn, Les Archives de la planète: Stephane Passet
Mongolei, nahe Ulaanbaatar, wahrscheinlich Damdinbazar, die achte Inkarnation
des mongolischen Jalkhanz Kuthugtu, 17. Juli 1913

© Musée Albert-Kahn, Departement des Hauts-de-Seine

 

 

Albert Kahn, Les Archives de la planète: Stephane Passet
China, Peking, Yiheyuan, Garten der Harmonie, Marmornes Schiff Quinyanfang (Schiff der Heiterkeit), 29. Juni 1912
© Musée Albert-Kahn, Departement des Hauts-de-Seine



Albert Kahn (1860-1940) sah die Kenntnis von Völkern und Lebensweisen, von Landschaften und Bauten in einem direkten Zusammenhang für die Friedfertigkeit der Menschen untereinander. Wer sich kennt, respektiert sich und muss keinen Krieg führen. Fotografiert wurden lokale Szenen, Menschen in typischer Kleidung und Monumente der Kulturgschichte.

Für die Ausstellung wurden rund 200 Motive ausgewählt. Im Mittelpunkt stehen die Autochrome es dem Archiv von Albert Kahn. Weiterhin zeigt die Ausstellung Aufnahmen und Projektionen von Adolf Miethe (1862-1927) und Sergej M. Prokudin-Gorskii (1863-1944).

 

 

Albert Kahn, Les Archives de la planète: Stephane Passet'Frankreich, Paris,
Eine Familie in der Rue du Pot de fer, 24. Juni 1914

© Musée Albert-Kahn, Departement des Hauts-de-Seine

 

Adolf Miethe, Erfinder einer panchromatischen Filmbeschichtung und damit Urheber des Dreifarbendrucks, hatte einen bedeutenden Anteil an der Fortentwicklung der Farbfotografie. Seine Vorführung im Kaiserhaus erbrachte den Auftrag zur farbigen Dokumentation deutscher Landschaften für die Weltausstellung in St. Louis. Auch als Sammelbilder in Schokoladentafeln erfreuten sie sich großer Beliebtheit. So entstand auch der erste fotografische Farbbildband Deutschlands – das „Stollwerck­Album“.

Das Miethe’sche Verfahren inspirierte zudem den russischen Fotografen Sergei Mikhailovich Prokudin­Gorskii. Seine Arbeiten sind mit etwa 25 Fotoabzügen und 50 projizierten Aufnahmen präsent. Eine besondere Leihgabe kommt aus dem Deutschen Museum in München: der originale Projektor, mit dem Sergei Prokudin­Gorskii dem letzten Zaren Nikolaus II. seine Arbeiten vorgeführt hat. Infolge dieser Präsentation erhielt er 1909 den Auftrag, das Russische Reich in 10.000 Aufnahmen festzuhalten. Zwischen 1909 und 1915 schuf Gorskii mehrere Tausend Fotografien von großer Brillanz. Er dokumentierte die kulturelle Vielfalt des Zarenreiches von der Krim bis Sibirien.

 

Albert Kahn, Les Archives de la planète: Stephane Passet
Indien, Bombay, Brahmanen und Sadhus, 17. Dezember 1913
© Musée Albert-Kahn, Departement des Hauts-de-Seine

 

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

01.08.2014 - 18.01.2015
Fotoausstellung Hamburg . Goldene Zeiten erlebte die Reportagefotografie in den 1950er und 1960er Jahren als viele Aufträge von neu gegründeten Zeitschriften wie Kristall, Revue, Quick oder Stern kamen. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe „Das engagierte Bild. Die Sammlung Fotografie im Kontext“ zeigt den Bildjournalismus der Nachkriegszeit. 1.8.2014 bis 18.1.2015
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Das engagierte Bild
Fotoausstellung Hamburg . Goldene Zeiten erlebte die Reportagefotografie in den 1950er und 1960er Jahren als viele Aufträge von neu gegründeten Zeitschriften wie Kristall, Revue, Quick oder Stern kamen. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe „Das engagierte Bild. Die Sammlung Fotografie im Kontext“ zeigt den Bildjournalismus der Nachkriegszeit. 1.8.2014 bis 18.1.2015

 

Max Scheler, Slums in der Industriestadt Birmingham, Alabama 1964, Silbergelatine, 30,3 x 48,9 cm,
© Max Scheler Estate, Hamburg

 

 Es war die Blütezeit der Reportagefotografie: In den 1950er und 1960er Jahren waren viele neue Zeitschriften wie Kristall, Revue, Quick oder Stern gegündet worden, die für eine gute Auftragslage für die Fotografen sorgten. Inspiriert von der Idee, dass Fotografie eine universell verständliche Weltsprache sei, sehen viele Bildjournalisten ihre Arbeit als Ausdruck von sozialem Engagement und politischer Verantwortung. Sie verstehen ihre Fotografien als authentische Dokumente, die den Betrachter mit Missständen, Leid und Gewalt konfrontieren und über ihren Informationswert hinaus an Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein appellieren. Die Ausstellung „Das engagierte Bild“ richtet den Blick auf den Bildjournalismus der Nachkriegszeit. Sie stellt darüber hinaus einen Schwerpunkt der Sammlung Fotografie und neue Medien des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) vor, der mit ersten Ankäufen schon in den 1960er Jahren begründet wurde.

 

Marc Riboud, Frauen nach der Hinrichtung ihrer Männer, Bangladesch 1971, Silbergelatine, 29,6 x 20,8 cm,
© Marc Riboud

 

 

Die Rolle der Zeitschriften wird von verschiedenen Fotografen von Beginn an kritisch gesehen. Schon 1947 wird in Paris die Foto-Agentur Magnum gegründet, die es ihnen ermöglichen soll, unabhängig von Magazin-Aufträgen zu arbeiten. Viele Bildjournalisten veröffentlichen ihre Arbeit darüber hinaus in Büchern, bei deren Gestaltung sie freie Hand haben. Neben Jürgen Heinemanns Bildern aus Südamerika entstehen etwa Sebastião Salgados Fotografien aus der Sahelzone im eigenen Auftrag. 1986 gibt er diese Serie in Zusammenarbeit mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen als Buch heraus.

 

Jürgen Heinemann, Brotverteilung in Salvador da Bahia, Brasilien 1962, Silbergelatine, 26,8 x 23,9 cm,
© Jürgen Heinemann


Wegen ihrer ästhetisierenden Aufnahmen von Elend und Gewalt wird die Arbeit der Bildjournalisten immer wieder kritisiert. Ihnen wird vorgeworfen, das Leid der Gezeigten für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. An dieser Stelle setzt auch die zeitgenössisches Kritik der sozialdokumentarischen Fotografie an: Die klischeehaften Bilder von Opfern humanitärer Katastrophen seien ungeeignet, etwas zu verändern, da sie die jeweiligen Ursachen außer Acht lassen. Als Reaktion hierauf haben etwa die Akteure des arabischen Frühlings 2011 in Kairo die Dokumentation ihres Kampfes gegen die Mubarak-Herrschaft selbst übernommen. Bilder des ägyptischen Fotografen Aly Hazza’a von einer Demonstration von Frauen gegen Polizeigewalt zählen zu den jüngsten Ankäufen des MKG. Ein frühes Beispiel für fotografisches Engagement im eigenen Land findet sich auch in den Arbeiten des Fotografen Peter Magubane, der als schwarzer Südafrikaner selbst von den Auswirkungen des Apartheid-Regimes betroffen war. Magubane zeigt in seinen Bildern die Gegenwehr gegen das bestehende System und betreibt so „Politik mit der Kamera“.

Gezeigt werden über 40 Arbeiten von Jürgen Heinemann, Ryuichi Hirokawa, Thomas Hoepker, Kaku Kurita, Robert Lebeck, Peter Magubane, Marc Riboud, Sebastião Salgado und Max Scheler, die die Entwicklungen und ästhetische Strategien des Genres seit den 1960er Jahren aufzeigen. Die Ausstellungsreihe „Die Sammlung Fotografie im Kontext“ begleitet die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung und stellt unterschiedliche Gebrauchsweisen der Fotografie vor.

 

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Hamburg

25.07.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Berühmt wurde der amerikanische Fotograf Walker Evans durch seine Dokumentation der Armut in den USA während der Depression in den 30er Jahren. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt mit über 200 Originalabzügen aus den Jahren 1928 bis 1974 sowohl berühmte als auch unbekannte Bilder des Fotografen. Vom 25. Juli bis 9. November 2014
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Walker Evans - Ein Lebenswerk
Fotoausstellung Berlin . Berühmt wurde der amerikanische Fotograf Walker Evans durch seine Dokumentation der Armut in den USA während der Depression in den 30er Jahren. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt mit über 200 Originalabzügen aus den Jahren 1928 bis 1974 sowohl berühmte als auch unbekannte Bilder des Fotografen. Vom 25. Juli bis 9. November 2014

Pabst Blue Ribbon Sign, Chicago, Illinois, 1946, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

Walker Evans (1903–1975) gehört zu den großen Persönlichkeiten der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Weit über die Grenzen der USA wurde seine Dokumentation der Armut im Amerika in den Zeiten der Großen Depression, die am 29. Oktober 1929 mit dem Schwarzen Freitag begann und die 1930er Jahre dominierte, bekannt. Walker Evans Werk steht maßgeblich für eine Fotografierichtung, die als „dokumentarischer Stil“ bezeichnet wird. Das umfangreiche fotografische Werk von Walker Evans hat damit Vorbildcharakter erreicht. Mit den Bildern der Ausstellung folgt man zum einen der Biographie Evans aber auch dem sich wandelnden Zeitbild Amerikas, von der großen Wirtschaftskrise bis hin zu sich stabilisierenden Zeiten.

 

Robert Frank, Nova Scotia, 1969-71, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art


Abwechslungsreich lernt man mit seinen Bildern die Wohngegenden in New York kennen, Architekturen des 19. Jahrhunderts, Tahiti und Kuba, afrikanische Skulpturen und Masken, oder den ländlichen Süden der USA, der im Kontrast zum Lebensstil der Großstädter und Passanten etwa New Yorks steht. Viele der Arbeiten stammen aus der Privatsammlung von Clark und Joan Worswick, sie werden begleitet von einigen Werkgruppen deutscher Sammlungsprovenienz.

 

Natürlich dürfen in der Ausstellung nicht die Ikonen der Fotografiegeschichte fehlen: Portraits von Farmerfamilien, verlassene Häuser, leerstehende Fabrikgebäude.  Evans wird 1935 von der amerikanischen Farm Security Administration (FSA) beauftragt, das Leben der Landarbeiter zu dokumentieren, die von der Großen Depression betroffen waren. Entstanden sind Fotografien, die Not und Anmut gleichermaßen zeigen und Evans berühmt gemacht haben.

 

Interior View of Heliker/Lahotan House, Walpole, Maine, 1062, Collection of Clark and Joan Worswick
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

 

Neben Straßenansichten, amerikanischen Denkmälern, Schaufensterauslagen fern des ,Big Business’, sind Beispiele seiner wichtigen Subway-Fotografien zu sehen, aufgenommen mit verdeckter Kamera. Des Weiteren erzählen Interieurs mit ihren bescheidenen Arrangements über das Leben ihrer Bewohner, Bilder, die unwillkürlich an Evans’ Bemerkung „I do like to suggest people by absence“ erinnern. Aus Evans Vorliebe für Typographie, Werbung und Massenprodukte erwachsen magische-fesselnde Aufnahmen, die als eine Vorschau auf die sich bald entwickelnde Pop Art und ihre Assemblagen gesehen werden können.

 

 

Frenchquarter, New Orleans, Februar März 1935
@ Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

 

Im letzten fotografischen Kapitel sind farbige Polaroids verdichteter Teilansichten, seien es Fahrbahnmarkierungen oder Hausbeschilderungen, konkret wie abstrakt zusehen. Sie waren richtungsweisend für eine Art von Farbfotografie, wie sie Evans bereits während seiner Tätigkeit für Fortune angewandt hat und die er zeitweilig kritisch sah.  Die neue Form des Umgangs mit Farbe findet Fortsetzung in vielen Werken der nachfolgenden Generation; für sie wirkten Walker Evans’ Fotografien wie ein Befreiungsschlag.

 

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

25.07.2014 - 26.10.2014
Ausstellung Hannover Drei der bedeutendsten Künstler unserer Zeit treffen zum ersten Mal aufeinander: die Fotokünstler Andreas Gursky und Jeff Wall und der Maler Neo Rauch. Die Ausstellung der Kestnergesellschaft wird zum visuellen Experiment, das unerwartete Entdeckungen ermöglicht. Bis 26.10.2014
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Andreas Gursky Jeff Wall Neo Rauch
Ausstellung Hannover Drei der bedeutendsten Künstler unserer Zeit treffen zum ersten Mal aufeinander: die Fotokünstler Andreas Gursky und Jeff Wall und der Maler Neo Rauch. Die Ausstellung der Kestnergesellschaft wird zum visuellen Experiment, das unerwartete Entdeckungen ermöglicht. Bis 26.10.2014

Jeff Wall: Men move an engine block, 2008, Silbergelatine-Abzug 138,5 x 176,5 cm Courtesy der Künstler

 

 

Auch wenn in der Ausstellung keine Malerei zu sehen sein wird, schafft sie als gemeinsame Spielfläche für die präsentierten Arbeiten von Gursky, Rauch und Wall wichtige Bezugspunkte. Von allen drei Künstlern werden traditionell eigentlich mit der Malerei verknüpfte Mittel, Kategorien und Konventionen in anderen Medien fortgeführt, neu modelliert und zur Aufführung gebracht: in Zeichnungen und Skulpturen bei Rauch oder in großformatigen Fotografien bei Gursky und Wall. In der Ausstellung zum visuellen Experiment angeordnet, entwickeln diese eigenständigen Werke das Potential zu unerwarteten Entdeckungen, Kontrasten und Verweisen. Dabei eröffnet sich ein weites Spektrum bildlicher Darstellungsmöglichkeiten: Sie reichen vom dokumentarischen Abbild, der kinematografischen Inszenierung, über die fantastische Kombination und irreale Konstruktion bis hin zur formalen Abstraktion.

 

 

Zwei Themenstränge der Ausstellung ergeben sich aus den zwei neuen »Lehmbruck«-Arbeiten (2013 und 2014) von Andreas Gursky. Mit Mitteln digitaler Fotomontage hat Gursky auf diesen Bildern die modernistischen Ausstellungsräume des Lehmbruck Museums in Duisburg mit einer fiktiven Sammlung zeitgenössischer Kunstwerke gefüllt – darunter ein Dia-Leuchtkasten von Jeff Wall und eine Skulptur von Neo Rauch, die auch in der Ausstellung zu sehen ist. Zum einen ist es die Idee des Bildfundus, die hier beschworen wird – in einem kühlen Blick auf die Institution Museum, deren Konservierungsauftrag für die auserwählten Werke untrennbar mit einer Deutungshoheit verbunden ist. Wer entscheidet, was erhalten und ausgestellt wird? 

 

Zum anderen ist es die Darstellung der menschlichen Figur, die in den »Lehmbruck«-Arbeiten als ein zentrales Thema bildnerischer Auseinandersetzung vorgeführt wird. Zwei weitere, erstmalig in Deutschland präsentierte Fotografien von Gursky interpretieren Hollywood Comic Helden vor idealisierten Landschaftskulissen, während in anderen Arbeiten das Individuum einer strengen Choreografie unterworfen ist oder in der Übermacht des Kollektivs verschwindet. Digital aus vielen Einzelansichten konstruiert, folgen die monumentalen Fotografien Gurskys oft einer formalen Struktur und verdichten sich zu Bildern, die das Sichtbare ins Absolute übersteigern.

 

 

 

Von Neo Rauch werden nicht seine bekannten Malereien zu sehen sein, sondern eine umfangreiche Mappe von Zeichnungen und zwei Skulpturen, die bisher nur vereinzelt präsentiert wurden. In ihrer Spontanität sind die Zeichnungen flüchtige Zeugnisse verinnerlichter Bilder, die ungefiltert zu Papier gebracht wurden. Paare

 

oder kleine Figurengruppen, in undurchschaubare Zusammenhänge verwoben, unbeholfene Helden und Fabelwesen, fantastische Metamorphosen, traumartige Visionen und komische Kollisionen – immer wieder ist es das scheinbar Unzusammenhängende, das Rauch in diesen Improvisationen zusammenführt. Wie die Zeichnungen sind auch die zwei lebensgroßen Bronzeplastiken »Die Jägerin« (2011) und »Nachhut« (2011) Formulierungen eines malerisch ausgeformten Bildvokabulars in anderen Medien. 

 

 

 

Jeff Walls fotografische Arbeiten entwickeln sich im Spannungsverhältnis von kinematografischer Inszenierung und dem »fast Dokumentarischen« (»near-documentary«, Jeff Wall). In der Ausstellung liegt der Fokus auf großflächigen Farbdrucken und schwarz-weiß Abzügen der letzten Jahre. In diesen Arbeiten führt Wall seine Auseinandersetzung mit dem Realismus fort und greift verstärkt dokumentarische Ansätze auf. Die Aufnahmen lenken den Blick auf das vermeintlich Unspektakuläre, auf triste Antihelden und unprivilegierte Gestalten, die banalen Tätigkeiten nachgehen. Sie scheinen der Zufallsästhetik einer sozial motivierten Straßenfotografie zu folgen. Doch sind es bewusst komponierte, inszenierte oder nachgestellte Szenarien, die wie im gemalten Tafelbild das Alltägliche zu Bildern übergeordneter Bedeutsamkeit einfrieren.


 

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache im Verlag für moderne Kunst Nürnberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kestnergesellschaft, Goseriede 11, Hannover

18.07.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung München . Sicher einen Höhepunkt im fotografischen Ausstellungsjahr hat das Museum Brandhorst zu bieten. Mit Richard Avedon zeigt sie einen der bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden nicht seine berühmten Modebilder, sondern Porträts aber vor allem auch vier große fotografische Wandbilder. Bis 9.11.2014
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Richard Avedon. Wandbilder und Porträts
Fotoausstellung München . Sicher einen Höhepunkt im fotografischen Ausstellungsjahr hat das Museum Brandhorst zu bieten. Mit Richard Avedon zeigt sie einen der bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden nicht seine berühmten Modebilder, sondern Porträts aber vor allem auch vier große fotografische Wandbilder. Bis 9.11.2014

 

Armin Zweite, Kurator der Ausstellung und Klaus Schrenk, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung
bei der Pressekonverenz vor dem Richard Avedon Bild "Alain Ginsberg's Family"

 

Er war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Modefotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Richard Avedon, der vor zehn Jahren im Alter von 81 Jahren verstarb , arbeitete von 1945­-65 für »Harper’s Bazaar« und prägte mit seinen spannenden Inszenierungen die wichtigsten Modetrends dieser Zeit. 1966 wechselt er zu »Vogue« . Von 1980 an gestaltete er die jährlichen Werbekampagnen für Gianni Versace, ab 1985 arbeitete er für die französische Zeitschrift »Egoïste«, ab 1992 außerdem für »The New Yorker«. Dieser hinlänglich bekannten und in Ausstellungen häufig dokumentierten Bereich seiner Arbeit zeigt die Ausstellung des Museums Brandhorst nicht, sondern Porträts und drei überdimensionale Wandbilder.

 

 

 Richard Avedon: The Mission Council, Saigon, Südvietnam, 28. April 1971,
Silbergelatine-Abzug 1975, 303,5 x 990,9 cm Sammlung Udo und Anette Brandhorst

 

Politisch aufgeklärt und liberal eingestellt, begann er zwischen 1969 und 1971 vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Unruhen und Veränderungen in den USA vier große fotografische Wandbilder zu schaffen, die in der Geschichte des Mediums von herausragender Bedeutung sind. Auf den zwischen sechseinhalb und zehn Meter breiten und zweieinhalb bis über drei Meter hohen Darstellungen sind die Gestalten teilweise überlebensgroß und in frontaler Position vor weißem Hintergrund nebeneinander aufgereiht. Es sind schattenlose Schwarzweißbilder von rigoroser Klarheit und einer extremen Sachlichkeit, die scheinbar die ästhetische Autonomie der Werke unterlaufen, so dass sie nicht sofort als Kunst wahrgenommen werden. Ihre eminente Wirkung resultiert vor allem aus der Intensität der unmittelbaren Konfrontation des Betrachters mit diesen Fotografien bzw. den dargestellten Personen

 

Richard Avedon: Bob Dylan, Sänger New York City, 10. Februar 1965,
Silbergelatine-Abzug 1965, 35,6 x 27,9 cm Sammlung Udo und Anette Brandhorst

 

Drei der vier Arbeiten, die Avedon realisiert hat, werden im Museum Brandhorst gezeigt. »Allen Ginsberg’s Family« (3. Mai 1970) zeigt den Wortführer der Beat­Generation und bedeutenden Dichter im Kreise seiner Familie. »Andy Warhol and members of the The Factory« (30. Oktober 1969) ist wegen der großen Werkkomplexe Warhols im Museum Brandhorst in München von besonderem Interesse. »The Mission Council« (28. April 1971) entstand während des Vietnamkriegs in Saigon und zeigt Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte und verschiedene Vertreter der Washingtoner Regierung. Aus Platzgründen musste bedauerlicherweise auf »The Chicago Seven« (5. November 1969) verzichtet werden. Hierbei handelt es sich um politisch links orientierte Intellektuelle, die 1968 gegen den Nationalkonvent der Demokraten demonstriert hatten. Sie wurden wegen vermeintlich verschwörerischer Aktivitäten und Gewalttaten festgenommen und angeklagt, wobei der Prozess wegen fadenscheiniger Begründungen der Staatsanwaltschaft und einem offensichtlich parteiischen Richter als juristische Farce Geschichte gemacht hat. Anders als in New York, wo die vier »murals« und weitere thematisch mit ihnen verbundene Werke im Sommer 2012 von der Gagosian Gallery gezeigt wurden, werden die Wandbilder im Museum Brandhorst durch drei andere Werkgruppen ergänzt. Es handelt sich dabei um eine Auswahl bewegender Porträts, die seit den 50er Jahren entstanden. Das breite Spektrum reicht von Francis Bacon und Brigitte Bardot bis Samuel Beckett, Truman Capote und Marcel Duchamp, schließt aber auch Bob Dylan und Marilyn Monroe sowie Buster Keaton und Ezra Pound ein. Der Physiker Robert Oppenheimer sowie der Gouverneur von Alabama, George Wallace, markieren gleichsam die Extreme des politischen Spektrums der Bürgerrechtskonflikte in den USA.

 

Eine weitere Werkgruppe umfasst 1963 entstandene Fotos aus einer psychiatrischen Klinik in Louisiana. Sie zeigen eine andere, dunkle Seite der Gesellschaft. Es sind teilweise Darstellungen von Menschen, die sich offenbar ihrer Situation und ihres Schicksals bewusst sind, aber auch solche, die sich in einer Art von Trance zu befinden scheinen als wären sie medikamentös ruhig gestellt worden.

 

Zwischen 1979 und 1984 bereiste Avedon im Auftrag des Amon Carter Museums von Fort Worth 17 westliche Staaten der USA und machte Aufnahmen von Bergarbeitern, Farmern, Fabrikarbeiten, Landstreichern und anderen, meist sozial degradierten Personen. Der Werkkomplex »In the American West« vergegenwärtigt den Niedergang der Öl­und Kohleförderung und anderer Wirtschaftszweige. Eine Auswahl der 152 x 120 cm großen Arbeiten ergänzt und verändert die Vorstellung von einem Künstler, der weit mehr war als ein der Werbung verpflichteter Modefotograf.

 

Museum Brandhorst, Theresienstraße 35, München

 

 

 

 

 

26.06.2014 - 28.01.2015
Fotoausstellung Hamburg . Bilder ihres Fotografen LoÏc Bréard stellt die Galerie Hilaneh von Kories in der Helios Endo Privatklinik vor. Der Fotograf hat mit seiner Bilderserie aus Ägypten ein interessantes Bild des Landes gezeichnet. Bis 28.1.2015
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LoÏc Bréard - Ägypten im Spiegel der Zeitlosigkeit
Fotoausstellung Hamburg . Bilder ihres Fotografen LoÏc Bréard stellt die Galerie Hilaneh von Kories in der Helios Endo Privatklinik vor. Der Fotograf hat mit seiner Bilderserie aus Ägypten ein interessantes Bild des Landes gezeichnet. Bis 28.1.2015


 

 Ägypten #15, Edfu, 2011

 

Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei an der Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris arbeitete Loïc Bréard, der in Nantes in der Bretagne geboren ist, als selbständiger Stylist für namhafte Fotografen wie Jeanloup Sieff, Guy Bourdin, Helmut Newton, Bill King, Albert Watson, Jacques Olivar, Paolo Roversi und Oliver Toscani.

1982 zog Bréard nach Hamburg und gründete die internationale Styling-Agentur Bigoudi.Seit 1998 widmet sich Loïc Bréard der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie in den Bereichen Portrait, Reportage, Landschaft und Architektur.

 

Ägypten #24, El Kharga, 2000


 

Ägypten #39, Esna, 2011

 

 

Seine Fotodokumentationen führten ihn unter anderem nach Südafrika (2000 – 2005), Südamerika (2006), El Rocío (Sevilla, Spanien, 2006), Semana Santa (Sevilla, Spanien, 2007) und Indien (2008)

Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr

 

Helios Endo-Klinik, Holstenstraße 2, Haus 1, 8. Etage, Hamburg

05.06.2014 - 16.11.2014
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Bestehen zeigt die Helmut Newton Stiftung großformatige Landschaftsaufnahmen und Aktbilder von Helmut Newton wie sie in der gleichen Kombination schon in der Eröffnungsausstellung zu sehen waren. Bis 16.11.2014
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Helmut Newton / Alice Springs: US and Them // Helmut Newton: Sex and Landscapes
Fotoausstellung Berlin . Zum zehnjährigen Bestehen zeigt die Helmut Newton Stiftung großformatige Landschaftsaufnahmen und Aktbilder von Helmut Newton wie sie in der gleichen Kombination schon in der Eröffnungsausstellung zu sehen waren. Bis 16.11.2014

 

Helmut Newton, Monica Belluci, Monte Carlo 2001 © Helmut Newton Estate

 

Als Eröffnungsausstellung bestimmte Helmut Newton damals, kurz vor seinem Tod, „Us and Them“ und „Sex and Landscapes“. Nun, zum Jubiläum zehn Jahre später, wählt die Stiftungspräsidentin June Newton (alias Alice Springs) die gleiche Kombination.

 

Alice Springs Helmut Newton, Monte Carlo 1987 © Alice Springs

 

„Us and Them“ ist ein gemeinsames Ausstellungs-und Buchprojekt. Als eine Art fotografisches Tagebuch ihres Zusammenlebens und beinhaltet gegenseitige, teilweise intime Porträts und Selbstporträts sowie Aufnahmen von Schauspielern, Künstlern und anderen Prominenten der Zeit. Die Bildnisse dieser Protagonisten eines internationalen Jet-Sets der 1980er und 1990er Jahre, aufgenommen von Helmut und June Newton bei unterschiedlichen Porträtsitzungen, werden als Bildpaare unmittelbar nebeneinander präsentiert. Jedes dieser Porträts erzählt eine komplexe Geschichte, und die Protagonisten begegnen uns hier mal als private und mal als öffentliche Person respektive mit zwei unterschiedlichen emotionalen Facetten.

 

Helmut Newton, In our kitchen, Rue Aubriot, Paris 1072 © Helmut Newton Estate


Die Ausstellung „Sex and Landscapes“ vereint großformatige Landschaftsaufnahmen und Akte in Schwarz-Weiß und Farbe, entstanden zwischen 1974 und 2001. Das Ausstellungsprojekt beinhaltet wolkenverhangene Seestücke und sich brechende Wellen vor Monte Carlo, neobarocke Madonnenfiguren in italienischen Kleinstädten oder den Berliner Grunewaldsee, verwoben mit Glamour und mitunter provokanten Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung.

 

Alice Springs, Chateau Marmont, Hollywood, 1991 © Alice Springs

 

Parallel zu dieser Doppelausstellung werden in „June’s Room“ großformatige Collagen von Helmut Newton präsentiert; einige waren bereits im Jahr 2000 Bestandteil von Newtons Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie.

 

Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße 2, Berlin

 

 

26.05.2014 - 18.01.2015
Fotoausstellung Essen Über 200 ausgewählten Fotografien von Chargesheimer sind in der Ausstellung im Ruhr Museum sechs Themen zugeordnet: „Ruhrgebietslandschaft“, die „Stadt“, die „Arbeit“, das „Wohnen“ und die „Freizeit“ und vor allem die „Menschen“, die Chargesheimer am meisten interessierten. Bis 18.1.2015
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Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets
Fotoausstellung Essen Über 200 ausgewählten Fotografien von Chargesheimer sind in der Ausstellung im Ruhr Museum sechs Themen zugeordnet: „Ruhrgebietslandschaft“, die „Stadt“, die „Arbeit“, das „Wohnen“ und die „Freizeit“ und vor allem die „Menschen“, die Chargesheimer am meisten interessierten. Bis 18.1.2015

 

 

Als der Schriftsteller Heinrich Böll und der Fotograf Chargesheimer 1957 für ihr Buch „Im Ruhrgebiet“ die Region bereisten, befand sich das Ruhrgebiet auf dem Höhepunkt der industriellen Produktion. So beschreiben der Text von Heinrich Böll und vor allem die Fotografien von Chargesheimer das typische Ruhrgebiet der späten 1950er Jahre: einen industriellen Ballungsraum, der völlig von Kohle und Stahl geprägt ist. Sie zeigen die Zerstörung der Landschaft, die Gesichts-losigkeit der Städte, die Dominanz der schweren Männerarbeit, aber sie zeigen auch schon den beginnenden Strukturwandel: die Freizeit und die Unterhaltung, den modernen Konsum und den beginnenden Autoverkehr, vor allem aber die Menschen in ihrer alltäglichen Umge-bung, ihrer zur „Heimat“ gewordenen Industrieregion.

 

 

Der Band „Im Ruhrgebiet“ ist seit Jahren vergriffen und noch nie sind ausschließlich die Ruhrgebietsfotografien Chargesheimers ausgestellt worden. Vor allem aber sind noch nie jene Bilder gezeigt worden, die 1957 in Vorbereitung für den Bildband gemacht, seinerzeit aber nicht für das Buch ausgewählt wurden. Insgesamt liegen über 1.500 Negati-ve im Rheinischen Bildarchiv, die in diesem Zusammenhang entstan-den sind. Die Ausstellung „Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhr-gebiets“ zeigt über 150 dieser bisher unveröffentlichten und etwa 50 der im Bildband erschienenen Fotografien.

 

 

„Im Ruhrgebiet“ erschien im Herbst 1958 als großformatiger, für die Zeit fast überdimensionierter Bildband, der eindeutig den Schwer-punkt auf die Fotos von Chargesheimer legte. Die radikale Subjektivi-tät und Intensität des Buches entfachten eine Kontroverse, die viel über die Identität und den Kampf um die Deutungshoheit über das Bild der Region verrät. Außerhalb des Ruhrgebiets erfuhr das Buch höchs-tes Lob, während im Ruhrgebiet ein Sturm der Entrüstung losbrach. Bereits im darauffolgenden Jahr brachte der Siedlungsverband Ruhr-kohlenbezirk den ebenfalls aufwendig gestalteten Band „Ruhrgebiet – Porträt ohne Pathos“ heraus und in der Folge erschien eine Flut von Bildbänden und Fotobüchern, die bis heute nicht abgeebbt ist. Man kann sagen: Mit Bölls und Chargsheimers Band wurde das Ruhrgebiet als Thema für fotografische Reportagen populär. Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Fotobücher dieser fast sechzig Jahre – insgesamt ca. 200 – und stellt sie den Fotografien Chargesheimers gegenüber, so dass eine Bildgeschichte des Ruhrgebiets entsteht.

 

 

Zur Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König ein umfangreicher, 340 Seiten starker Katalog, der alle Fotografien der Ausstellung und die wichtigsten Fotobücher der letzten sechzig Jahre präsentiert. Aufsätze von Stefanie Grebe, Heinrich Theodor Grütter, Dieter Nellen, Andreas Rossmann und Sigrid Schneider inter-pretieren die Fotografien von Chargesheimer und das begleitende Es-say von Heinrich Böll, die Kontroverse, die das Buch hervorgerufen hat, die Geschichte der Bildbände und Fotobände, die in der Folge ent-standen sind und den damit verbundenen Wandel des öffentlichen Bildes des Ruhrgebiets.

 

Ruhr Museum, UNECO Welterbe Zollverein, Essen

 

 

13.04.2014 - 09.11.2014
Fotoausstellung Völklingen . Der Fall der Berliner Mauer ist 25 Jahre her. Aus diesem Anlass präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Fotografien von Helmut R. Schulze, der wichtige Momente rund um dieses Ereignis festgehalten hat. 40 Schlüsselbilder dokumentieren in der Ausstellung die Deutsche Wiedervereinigung.
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25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung
Fotoausstellung Völklingen . Der Fall der Berliner Mauer ist 25 Jahre her. Aus diesem Anlass präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Fotografien von Helmut R. Schulze, der wichtige Momente rund um dieses Ereignis festgehalten hat. 40 Schlüsselbilder dokumentieren in der Ausstellung die Deutsche Wiedervereinigung.

Fall der Mauer 9. und 10. November 1989: 25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung, Weltkulturerbe Völklinger Hütte
 © Helmut R. Schulze



Helmut R. Schulze gehört zu den namhaften Fotojournalisten in Deutschland und begleitete über viele Jahre politische Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Helmut Kohl, Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Als Fotojournalist war er hautnah dabei, als die Frage der Deutschen Einheit entschieden wurde. Die Ausstellung in der Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zeigt die 40 Schlüsselbilder von Helmut R. Schulze zur Deutschen Wiedervereinigung.
 

"Mit dem Fall der Mauer und der Deutschen Wiedervereinigung wurde die größte Sehnsuchtsfantasie der Deutschen Wirklichkeit. Die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte bietet die Gelegenheit, die emotionale Ausnahmesituation des Jahres 1989/90 noch einmal zu erleben. Und sie ist ein Bildungsangebot für junge Menschen, die diese Zeit selbst nicht erlebt haben" sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

 

 

 

Bundeskanzler Helmut Kohl in Dresden, 19. Dezember 1989. Volkspolizisten schirmen vor dem Kongresszentrum die Ankunft des Bundeskanzlers ab. Ein Kind zeigt das Victory-Zeichen © Helmut R. Schulze

 

Der Fall der Berliner Mauer markiert im Nachhinein den Beginn der Deutschen Einheit. Damals aber war die "Deutsche Frage" noch völlig offen. In den turbulenten Ereignissen des Jahres 1989/1990 und in einer spezifischen außenpolitischen Konstellation kam Politikern wie Helmut Kohl oder Hans-Dietrich Genscher eine enorme Bedeutung zu. Und es ist nicht zuletzt ihrem beherzten Vorgehen geschuldet, dass die zuvor für nahezu unmöglich gehaltene Deutsche Einheit tatsächlich Wirklichkeit wurde. Die Fotografien von Helmut R. Schulze zeigen aus nächster Nähe den politischen Weg zur Deutschen Einheit. In seinen Fotoarbeiten verdichten sich weltpolitische Ereignisse zu prägnanten Momentaufnahmen.

Die Fotos in der Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zeigen die entscheidenden politischen Ereignisse auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Sie geben exklusive Einsichten in das politische Leben von Hans-Dietrich Genscher, Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl. Und sie bieten charakteristische, aber auch ungewöhnliche Ansichten von der Zeit des Kalten Krieges bis zur Vollendung der Deutschen Einheit.

 

25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung, Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Richard von Weizsäcker vor der Berliner Mauer und dem Brandenburger Tor, Juni 1989 © Helmut R. Schulze



Zu sehen sind historische Ereignisse wie die Öffnung des Brandenburger Tores im Dezember 1989 oder Helmut Kohls Rede vor der Dresdner Frauenkirche, nach der nicht mehr "Wir sind das Volk!", sondern "Wir sind ein Volk!" die wichtigste Losung der Stunde war. Helmut R. Schulze Fotos lassen uns zum Zeugen des ersten Treffens zwischen Hans-Dietrich Genscher und Michail Gorbatschow werden. Sie erlauben uns aber auch einen Blick in das Wohnzimmer von Eduard Schewardnadse und zeigen beispielsweise, wie Außenminister Genscher und Bundeskanzler Kohl die prinzipielle Zusage Gorbatschows zur Deutschen Wiedervereinigung im Flugzeug mit Journalisten, Crew und Begleitern feiern.

Charakteristisch sind vor allem die Fotos aus der Zeit des Kalten Krieges – mit der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor. In Erinnerung bleiben die im wahrsten Sinne des Wortes "kühle" Atmosphäre während eines Besuchs von Helmut Schmidt in der DDR und die russischen Kriegsveteranen auf dem Roten Platz. Am Ende liegt eine Lenin-Statue zerbrochen auf dem Boden und Dresdner Kinder zeigen das Victory-Zeichen.

Helmut R. Schulze hat mehrere Fotobücher zu Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl veröffentlicht. Zu seinen Projekten zählt auch ein Fotobuch zu Hannelore Kohl und mehrere Foto-Ausstellungen zu Afghanistan, u.a. im Deutschen Historischen Museum Berlin. Helmut R. Schulzes Leitgedanke, den er bei seiner Arbeit als Fotojournalist und Fotograf verfolgt, gilt auch für die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: "Es sind Bilder, die uns die Welt erklären".

"25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" ist nach "Staatsgeschenke – 60 Jahre Deutschland" die zweite im Weltkulturerbe Völklinger Hütte kuratierte Ausstellung zur jüngeren Deutschen Geschichte. 2010 war im Weltkulturerbe Völklinger Hütte außerdem die Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen zur SED-Diktatur zu sehen. 2009 feierte der Bundesrat im Weltkulturerbe Völklinger Hütte sein 60-jähriges Bestehen.

Die Ausstellung "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte steht unter der Schirmherrschaft des langjährigen Außenministers der Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch zum Preis von 14,50 Euro.
Die Katalogbücher zu den Ausstellungen "Staatsgeschenke" und "25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung" bietet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zusammen zum Sonderpreis von 20 Euro an.

 

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen

11.04.2014 - 30.12.2014
Ausstellung Oberhausen Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst zeigt die Ausstellung „Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen. Ein künstlerischer Höhepunkt ist die Installation „320° Licht“ der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen. Mit 20.000 Quadratmetern ist sie eine der größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit. Realisiert wird die Projektion mit 21 Epson Installationsprojektoren.
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Der schöne Schein
Ausstellung Oberhausen Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst zeigt die Ausstellung „Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen. Ein künstlerischer Höhepunkt ist die Installation „320° Licht“ der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen. Mit 20.000 Quadratmetern ist sie eine der größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit. Realisiert wird die Projektion mit 21 Epson Installationsprojektoren.

Auf Christo folgt Urbanscreen. Die Installation "320° Licht" ist künstlerischer Höhepunkt der Ausstellung
Bild: Sven Siebenmorgen

 

Die Schönheit kennt viele Gesichter. Sie zeigt sich uns in der zeitlosen Schlichtheit der Nofretete ebenso wie im unergründlichen Lächeln der Mona Lisa. Sie liegt in den ruhigen Landschaften Caspar David Friedrichs, aber auch in Hokusais kraftvoller großer Welle, die sogar den Berg Fuji unter sich zu begraben scheint. Schönheit kann einfach sein und strahlend. Elegant und verführerisch. Prachtvoll und verspielt. Sie kann aber auch dunkel sein, geheimnisvoll und verstörend. Künstler aller Epochen haben diese Vielfalt der Schönheit in ihren Bildern und Skulpturen sichtbar gemacht, und so spiegelt sich in den größten Werken der Kunstgeschichte immer auch die Suche nach der Schönheit.

 

Eine der anspruchsvollsten Innenraumprojekionen realisert "320° Licht" mit 21 Epson Installationsprojektoren.
Bild Wolfgang Volz

 

Ein multimediales Raumerlebnis ist die Installation "320° Licht" im Luftraum des Gasometers  der Bremer Künsltergruppe Urbanscreen, die ein faszinierendes Spiel mit Formen und Licht bietet. In einem Radius von 320 Grad wachsen und verändern sich auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers grafische Muster. "320° Licht" wird mit der Projektionstechnik von Epson realisiert.

37 Wochen, über 230 Tage und mehr als acht Stunden pro Tag sind die Installationsprojektoren von Epson im Gasometer im Einsatz. Sieben Projektorentürme mit jeweils drei 10.000 Lumen-Projektoren (Epson EB-Z10005) sind im Innenraum des Gasometer aufgebaut. Sie werden die über 100 Meter hohen Innenwände illuminieren.

"Das Projekt im Gasometer ist einzigartig und auch für uns als Weltmarktführer im Projektorenbereich außergewöhnlich. Es sind diese Projekte, die in ihren Extremen zeigen, was Technik kann: herausragende Inhalte zum Leben erwecken“, sagt Henning Ohlsson, Geschäftsführer der Epson Deutschland GmbH. „Die künstlerischen Arbeiten von Urbanscreen haben international für Aufsehen gesorgt. Wir sind überzeugt, dass die Installation im Gasometer Oberhausen weltweit Beachtung finden wird.“

 

Epson EB-Z10005

 

"Der schöne Schein" ist eine Ausstellung der Gasometer Oberhausen GmbH unter der Gesamtleitung von Jeanette Schmitz.

Die Künstlergruppe Urbanscren wurde international bekannt durch die spektakulären Illuminationen des Opernhauses in Sydney (Australien), der Rice-University in Houston (USA) und die Light-Sound-Kompositionen auf der Kunsthalle Hamburg, dem Kunstquartier Wien und dem Bauhaus Dessau.

 

 

Gasometer, Arenastraße 11, Oberhausen

 

 

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